. Samstag, 22. August 2026 DIE SEITE 3 Jordan-Mai-Schule wächst weiter Neubau und neue Förderangebote zum Jubiläum Gladbeck. Neubau, neue Förderangebote und ein besonderes Jubiläum: Die Jordan-Mai-Schule in Gladbeck wird 50 Jahre alt. Dabei blickt die Förderschule nicht nur auf ihre Geschichte zurück, sondern vor allem auf die Herausforderungen der Zukunft. Hier surrt ein Akkuschrauber, dort klopft, da klappert etwas. In den Sommerferien erlebt man geschäftiges Treiben an der JordanMai-Schule vor allem auf dem Hof. Aus den fliegenden Klassenzimmern, die seit dem letzten Schultag hier als fertige Module angeliefert wurden, ist inzwischen ein zweistöckiger Rohbau für die Erweiterung der Gladbecker Förderschule geworden. Zufrieden schaut das Schulleitungs-Trio Cornelia Heinbach, Andreas Busch und Judith Schröder zur Ferienhalbzeit auf die Arbeiten: Im Herbst sollen hier die Kinder Leben in den Holzbau bringen. Ein passendes Zeichen zum 50-jährigen Bestehen der weit über Gladbeck hinaus bekannten Einrichtung: Stillstand ist an der Jordan-Mai-Schule ein Fremdwort. In den vergangenen rund 30 Jahren hat sich die Schülerzahl hier fast verdreifacht, auf heute knapp 200 darunter mittlerweile viele Kinder mit Autismus-Diagnosen. Mehr ist nicht mehr möglich, sagt die Schulleitung. Wenn im Herbst der Neubau eingeweiht wird, ist die bauliche Erweiterung ausgereizt. Alle Gladbecker Kinder mit dem entsprechenden Förderbedarf und einige weitere christliche Kinder aus Nachbarkommunen können die JordanMai-Schule besuchen. Für das neue Schuljahr musste das Leitungsteam jedoch erstmals zehn Kinder ablehnen. So groß ist der Bedarf und wohl auch die Beliebtheit der Schule. Mit mehr als schwerem Herzen haben sie die Absagen verschickt. Während der Sommerferien wächst der Erweiterungsbau der Jordan-Mai-Schule. Im Herbst sollen die neuen Räume von den Kindern genutzt werden. Thomas Rünker Bistum Essen Die Jordan-Mai-Schule fängt viel auf Die Jordan-Mai-Schule fängt viel auf und wenn sie nicht mehr kann, haben die betroffenen Familien oft ein großes Problem. Nach uns kommt niemand mehr, sagt Heinbach. In der Kette aus Diagnosen, Hilfen und Therapien für Kinder mit Einschränkungen, sind sie oft die letzte Instanz, die sich wirklich kümmern kann. Wir haben eine unglaublich engagierte Belegschaft, nicht nur die Lehrkräfte, sondern auch Hausmeister, Sekretärinnen, Krankenschwestern, Schulbegleitungen, Küchenkräfte und FSJler - alle sorgen dafür, dass dies hier nicht nur ein Lern- und Bildungsort, sondern ein echter Lebensort ist, sagt Schröder. Deshalb können wir den Bogen manchmal noch ein bisschen länger spannen als anderswo, noch eine Extra-Meile gehen, um einem Kind hier doch noch eine Chance zu geben. Aber es sei eben auch ihre Verantwortung als Schulleitungsteam, diesen Bogen nicht zu überspannen, betont Busch. Auch deshalb haben sie fürs nächste Schuljahr streng darauf geachtet, nur jeweils zehn Kinder in den drei Eingangsklassen aufzunehmen. Im vergangenen Jahr wollten wir allen gerecht werden und niemanden wegschicken. Doch unter den zu großen Klassen hätten am Ende Kinder, Lehrer und Eltern gemeinsam gelitten. Aus dieser Erfahrung haben sie für Cornelia Heinbach, Andreas Busch und Judith Schröder führen die Jordan-MaiSchule seit zwei Jahren als gleichberechtigtes Leitungstrio. Achim Pohl Bistum Essen das neue Schuljahr gelernt. Die Schulleitung ist überzeugt, dass die Kinder, die nun wohl zwangsläufig an Regelschulen unterrichtet werden, an der Jordan-MaiSchule besser aufgehoben wären. Aber wir können hier weder die Systemfehler im Bildungssektor heilen noch die Versorgungslücken bei Autismus schließen, sagt Schröder. Zumindest haben sie der Stadt Gladbeck angeboten, sie in den konkreten Fällen beratend zu unterstützen. Leitungsteam mit Erfahrung aus der Pfadfinderzeit Vor allem die wachsende Zahl der autistischen Kinder in ihrer Schule hat das Leitungsteam bei den neuen Ankerklassen im Blick. In diese speziellen Förderklassen werden künftig Kinder aufgenommen, die einen besonders individuellen Förderbedarf haben. Wir stellen fest, dass immer mehr Kinder zu uns kommen, die zuvor keinerlei Gruppenerfahrung hatten vor allem, weil sie nicht im Kindergarten waren, sagt Heinbach. Und dann haben wir Kinder, die sind auf dem Papier sechs Jahre alt, aber auf der Entwicklungsstu- fe eines Einjährigen, ergänzt Schröder. Da müssen wir mit Ruhig-im-Stuhlkreis-sitzen gar nicht erst anfangen. Als Leitungsteam haben Heinbach, Busch und Schröder vor zwei Jahren das Erbe des langjährigen Schulleiters Michael Brieler angetreten. Dass sie die Schule nun als gleichberechtigtes Trio führen und nicht als Chef oder Chefin mit Stellvertretenden, sorge hier und da immer noch für Erstaunen und habe vor allem in der Vorbereitung viel Überzeugungsarbeit, zahlreiche Gespräche und letztlich auch Kompromisse beim Gehalt erfordert. Doch sie haben sich eingespielt: Egal ob Stundenplangestaltung, Personalplanung oder Neubau immer zwei aus dem Trio kümmern sich gemeinsam um ein Thema. So bleibt die Leitung auch bei Ausfällen handlungsfähig. Auch die Freiheit, dass Schröder sich bei Bedarf um ihre Kinder kümmern kann, bringt dieses Modell mit sich. Es gebe unglaublich viel Arbeit in der Leitung einer Schule, sagt Busch, aber zu dritt bekommen wir sie wenigstens halbwegs erledigt. Ein Vorteil des Trios: Wir sind alle Pfadfinder und dort mit drei- köpfigen Leitungsteams groß geworden, sagt Schröder, ehemalige Vorsitzende der DPSG im Bistum Essen. Wenn sie sich meistens freitags für ein paar Minuten zu dritt hinter verschlossener Tür zusammensetzen, sei das ihr Lagerfeuer-Moment: Zeit für offene Gespräche und eine Vertraulichkeit, ohne die ihre Arbeit nicht möglich wäre. Wichtig sei aber auch das gemeinsame Lachen, betont Busch: Es gibt hier keinen Tag, an dem wir nicht mindestens einmal gemeinsam lachen. Neben einem Coach und viel Unterstützung durch die Schulabteilung des Bistums Essen sei gerade auch das Miteinander mit den anderen Schulleitungen der Bistumsschulen in den vergangenen zwei Jahren für sie sehr wichtig geworden, betont das Gladbecker Leitungsteam. Gerade die Unterschiedlichkeit der Schulformen Gymnasien, Sekundarschule, Förderschule und Weiterbildungskolleg sei inspirierend. Eine besonders enge Kooperation ist daraus mit dem Essener Gymnasium am Stoppenberg entstanden: Regelmäßige gegenseitige Klassenbesuche, Sozialpraktika von Stoppenbergern in Gladbeck oder der gemeinsame Auftritt der Schulbands beim WDR2-Weihnachtswunder im Dezember haben sich daraus entwickelt. Solche Begegnungen schaffen nach Ansicht des Leitungsteams mehr Gemeinsamkeit als eine verkorkste Schuldebatte über Gemeinsames Lernen, das aus Sicht der Jordan-Mai-Schulleitung so, wie es derzeit läuft, gescheitert ist. Kinder, Jugendliche und ihre Eltern dürfen sich freuen, wenn sie Anfang September zurück an die Jordan-Mai-Schule kommen: Auf Lehrerinnen und Lehrer, die die Schule weiter voranbringen möchten, auf neue moderne Räume und auf ein abwechslungsreiches Jubiläumsjahr, das am Freitag, 11. September, mit einer großen Kindergeburtstagsparty beginnt. Wir lieben, was wir tun, zitiert Schröder das Motto der Schule und betont, dass dies nicht nur für das Personal, sondern auch für Schülerinnen, Schüler und ihre Eltern gilt: Dieser Ort holt aus uns allen das Beste hervor. Das Jubiläumsjahr Das Bistum Essen hat mit der Gründung der Jordan-MaiSchule auf die 1976 in NRW eingeführte Schulpflicht für Kinder und Jugendliche mit geistigen Behinderungen gegründet. Am 30. August 1976 besuchten die ersten Schülerinnen und Schüler die Jordan-Mai-Schule damals noch in einem viel kleineren Gebäude in der Gladbecker Grabenstraße. 1980 erfolgte dann der Umzug an den heutigen Standort in der Söllerstraße. Mit mehreren Veranstaltungen erinnert die Schule im neuen Schuljahr an ihre Gründung vor 50 Jahren: Am Freitag, 11. September, gibt es eine große Geburtstagsfeier auf dem Schulhof. Am Freitag, 27. November, weiht Bischof Franz-Josef Overbeck den neuen Erweiterungsbau ein und im Juni 2027 widmet sich die Schule mit einer ganzen Projektwoche ihrer 50-jährigen Geschichte. Feuerwehrleiter Thorsten Koryttko mit der Einsatzdrohne, die in Gladbeck zunächst drei Monate lang getestet wird. Foto: Stadt Gladbeck Neue Technik für Einsätze Feuerwehr Gladbeck testet Drohne Gladbeck. Die Feuerwehr Gladbeck setzt auf moderne Technik, um Einsatzstellen künftig noch schneller und umfassender beurteilen zu können. Dafür testet die Feuerwehr aktuell eine automatisierte Drohne zur Fernerkundung. Mit der Einführung des Drohnensystems wird die Lageerkundung aus der Luft zu einem wichtigen Bestandteil der Einsatzführung. Drohnen ermöglichen der Feuerwehr an der Einsatzstelle in einem sehr kurzen Zeitraum einen Überblick über die Schadensstelle und das Schadensausmaß zu gewinnen. Aus der Luft liefern die eingebauten Kameras (Normalbild und Wärmebild) schnell ein umfassendes Lagebild und sind sogar in der Lage, Bilder aus schwer zugänglichen Bereichen zu liefern. Das Einsatzspektrum ist dabei vielfältig. Neben der Lagebeurteilung bei Bränden können Drohnen beispielsweise bei größeren Unglücksfällen im Straßen- oder Schienenverkehr, bei Hochwasserereignissen oder zur Dokumentation und späteren Auswertung von Einsätzen eingesetzt werden. Die technischen Möglichkeiten moderner Systeme gehen damit deutlich über die klassische Erstellung eines Luftbildes hinaus. Der Einsatztest ist zunächst auf drei Monate ausgelegt. Im Einsatzfall wird die Drohne parallel zur Alarmierung der Einsatzkräfte durch die Freigabe eines externen Piloten gestartet und fliegt auf kürzestem Weg die Einsatzstelle an. Der gesamte Flug wird mit Hilfe verschiedenster Sensoren überwacht. Der Pilot in der externen Flugleitstelle kann jederzeit in den automatisierten Flug eingreifen und die Drohne sicher steuern, sollte dies erforderlich sein. Zur Reduzierung des Restrisikos im Fall eines unvorhergesehenen Absturzes kommt das integrierte Fallschirmsystem zum Einsatz; dieses System ist so ausgelegt, dass im Notfall eine sichere Landung der Drohne gewährleistet ist. Besonders wertvoll ist der Informationsgewinn durch die Drohne für die Einsatzleitung: Nach dem Eintreffen an der Einsatzstelle übermittelt die Drohne Live-Bilder direkt an das digitale Führungssystem der Feuerwehr. Damit kann die Einsatzleitung bereits während der Anfahrt ein erstes Bild von der Lage gewinnen und notwendige Maßnahmen frühzeitig einleiten. Je nach Situation können beispielsweise zusätzliche Rettungsmittel und Einsatzkräfte oder weitere Behörden nachgefordert werden. Gerade bei zeitkritischen Einsatzlagen kann der zusätzliche Informationsgewinn entscheidend sein. Geschichten vom Glück Bucheckern lesen in Gladbeck Gladbeck. Ein neues Lese-Programm der Bucheckern des Gelsenkirchener Consol Theaters geht in der Volkshochschule an den Start. Bei den Texten handelt es sich garantiert um keine Kalendersprüche. Vielmehr wurden diesmal Geschichten vom kleinen Glück ausgewählt, vom versteckten Glück, vom bösen Glück und vom ver- schusselten Glück. Zu dieser entgeltfreien Veranstaltung laden die VHS und der Orts- und Heimatverein Gladbeck am Samstag, 12. September, 16 bis 18 Uhr, ins Haus der VHS, Friedrichstraße 55, ein. Die VHS bittet um vorherige Anmeldung unter Tel. 02043/99-2415 oder per EMail an vhs@stadt-gladbeck.de. Hotel-Restaurant JAMMERKRUG ! ! 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