Seite 6 Woche im Blick 7. August 2026 Helfen ist keine Einbahnstraße Feierliche Übergabe der FSSJ-Zeugnisse N Landrat Christian von Dobschütz zur Begrüßung. Das kann der Neustädter Bürgermeister Alexander Müller nur bestätigen. Sein Freiwilliges Soziales Schuljahr (FSSJ) hatte er damals in einem Kindergarten absolviert, und sogar bis heute bestehen Kontakte aus dieser Zeit. Später engagierte er sich als Fußballtrainer. Helfen ist keine Einbahnstraße. Gerade in diesen Zeiten, in denen immer nur darüber gesprochen wird, was alles nicht klappt, betont Alexander Müller. Das kann auch Joelle Rudolph (15) bestätigen. Sie hat im Katzenhaus in Bad Windsheim ausgeholfen. Das hat sie so begeistert, dass sie gern in der Veterinärmedizin arbeiten möchte. Julia Krafft (14) war in den Ferien im Hort in Dietersheim. Den Kindern weiterhelfen, aber auch mit ihnen spielen. Das hat mir sehr viel Freude gemacht. Stolz halten die Schülerinnen und Schüler ihre FSSJ-Zeugnisse in die Höhe. Ich will auf jeden Fall einen Foto: Astrid Pirner sozialen Beruf ergreifen, sagt Julia Krafft. Schülerinnen drea Möhring, Vorständin Lune von Debussy, Conrad ermöglicht der Stiftung Kinderförde- Gehringer spielte mit viel und Schülern aller SchularSeine Freizeit für einen 18 Sprachbuddys rung von Playmobil, die Gefühl die Sturmsonate von ten ab der 8. Klasse, sich für guten Zweck opfern und Zeugnisse. Ziel dieser Initia- Beethoven. Mit Applaus ging ein Schuljahr ehrenamtlich nicht nur chillen und zogeehrt cken, das bereichert einen tive ist es, gerade im Kinder- es dann auch weiter, bis alle zu betätigen. Mittlerweile beteiligen selbst. Solch ein positives Bevor es zur feierlichen gartenalter für das Lesen zu anwesenden Schüler stolz Karma zahlt sich aus, sagt Zeugnisübergabe geht, wur- begeistern. In Workshops ihr Zeugnis in den Händen sich gut 400 gemeinnützige Einrichtungen, Verbände de von den Moderatoren Lea werden die Jugendlichen auf hielten. und Vereine im Landkreis. Krasniq und Hamza Als- ihren Einsatz vorbereitet. Beratungsangebot Die Initiative wird auch hammary in die Runde ge- Das Projekt soll dazu beitravon der örtlichen Sparkasfragt, wer denn mehr als 80 gen, dass Kinder aller Kulnutzen Stunden absolviert hat. Der turkreise ihre sprachlichen se unterstützt. Im FSSJ Spitzenwert lag bei 200 Fähigkeiten spielerisch erDas Freiwillige Soziale schnuppern Jugendliche Stunden. Auch konnten sich weitern und vertiefen kön- Schuljahr wurde ursprüng- in soziale Berufsfelder und einige vorstellen, noch ein nen. Gemeinsames Lesen lich im Freiwilligenzentrum erhalten am Ende ein quaweiteres Jahr ehrenamtlich aus Büchern fördert nach- mach mit! des Caritasver- lifiziertes Zeugnis, was tätig zu sein. Insgesamt 19 haltig die sprachliche Ent- bandes Scheinfeld und sich im Lebenslauf positiv Landkreis Neustadt/Aisch- bemerkbar macht. Wer im Schulen, davon 14 im Land- wicklung. Für eine feierliche Umrah- Bad Windsheim entwickelt nächsten Schuljahr seine kreis Neustadt/Aisch Bad Windsheim, haben teilge- mung sorgten auch die Kla- und trägt auch den Beina- Freizeit sinnvoll nutzen nommen. vierbeiträge von Johanna men Neustädter Modell. Es möchte, kann sich unter 18 Jugendliche absolvier- Chen und Conrad Gehrin- wird seit 2003 mit einer ei- www.freiwilliges-sozialesten ein FSSJ als Sprachbud- ger. Johanna Chen begeister- gens dafür geschaffenen schuljahr.de informieren. Insgesamt 18 Sprachbuddys erhielten ihre Zeugnisse. Astrid Pirner Foto: Astrid Pirner dys. Hier überreichte An- te am Klavier mit Clair de Stelle umgesetzt. Das FSSJ ach dem dritten Gongschlag herrscht Stille. Es wird einmal tief durchgeatmet. Im pädagogischen Schulzentrum in der Comeniusstraße in Neustadt an der Aisch sitzt ein Großteil der 164 Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern, die sich im Schuljahr 2025/2026 mit 80 Stunden und mehr ehrenamtlich engagiert haben. Schnitzel-Magda feiert Jubiläum S Fest zum 200-jährigen Bestehen des Gasthofs Schwarzer Adler in Obertief chnitzel, Schmetterlinge, ein Segensgruß vom Papst und ein unterirdischer Kellergang, der einst zum ehemaligen Wasserschloss führte mit diesen Stichworten ließe sich ein Teil der 200-jährigen Geschichte des Gasthofes Schwarzer Adler in Oberntief beschreiben. Für den 7. August lädt Familie Deininger zum Jubiläumsfest ein. Ein Blick zurück: 1826 übernahm Johann Georg Deininger aus Humprechtsau das Anwesen in Oberntief mit der ehemaligen Burgwirtschaft und eröffnete eine kleine Dorfwirtschaft. 200 Jahre später wird der Gasthof Schwarzer Adler in der fünften Generation von Familie Deininger betrieben. Elisabeth Brand, geborene Deininger, hat hier auf dem Wirtshof ihr ganzes Leben verbracht, zusammen mit ihrem Bruder Heinrich. Auch die Schwester Gisela erlebte ihre Kindheit hier. Deshalb war es ihr eine Herzensangelegenheit, die Geschichte des Gasthofes mit allen Kindheitserinnerungen aufzuschreiben. Entstanden ist ein Fotobuch, in dem nicht nur die Familienmitglieder und ihre Lebensentwürfe gewürdigt werden, sondern auch an längst verstorbene Stammgäste erinnert wird. Der Neustädter Künstler Walter Gramming, ein Stammgast und Freund der Familie, füllte im Buch die Lücken, zeichnete Bilder, wo keine Fotos vorhanden wa- ren, und machte Fotomontagen zur Dokumentation der Chronik. Bei ihren Recherchen zur Familiengeschichte fiel Elisabeth Brand auf, dass der Ort Oberntief erstmals im Jahr 1226 urkundlich erwähnt wurde vor 800 Jahren! Es gibt am 7. August also ein Doppeljubiläum zu feiern. Das Wirtshausgebäude sei früher der Stall des früheren Wasserschlosses gewesen, das es in Oberntief einst gab, berichtete der heute 71-jährige Heinrich Deininger. Noch heute gebe es einen Kellergang, der früher zum Schloss führte. Wenn ich als Kind nicht brav war, wurde mir angedroht, dass ich in den Gang gesperrt werde, erinnert sich Elisabeth Brand mit einem Lachen. Schnitzel & Schmetterlinge Noch immer steht die heute 65-Jährige zusammen mit ihrer Schwägerin Magda Deininger in der Küche. Stammgäste, die zum Essen kommen, sagen gern, sie gehen zur Schnitzel-Magda. Für jene Schnitzel ist der Gasthof nämlich überregional bekannt. Handgeklopft werden diese und in der Pfanne ausgebacken, betont Wirtin Magda Deininger beim Besuch unserer ZeiElisabeth Brand und Walter Gramming blättern in der Foto- tung. Die 66-Jährige hatte ihbuch-Chronik zum 200-jährigen Bestehen des Schwarzen ren Heiner beim Tanzen kenAdlers. Foto: Nicole Gunkel nengelernt, berichtet sie. Sie sind das Herzstück des Schwarzen Adlers in Obertief: Heinrich und Magda Deininger und Elisabeth Brand (von links). Foto: Nicole Gunkel 1984 wurde geheiratet. Seither ist sie zusammen mit ihrem Mann und ihrer Schwägerin Elisabeth das Herzstück des Gasthofes. Nicht nur Stammgäste, Thermenbesucher und Schnitzelfans finden den Weg in den 150-Seelen-Ort. Wir haben Gäste aus ganz Deutschland, weiß Elisabeth Brand. Oberntief sei ein Anziehungspunkt für Naturliebhaber, die Adonisröschen, wilde Tulpen und die rund 1200 verschiedenen Schmetterlingsarten sehen wollen, die sich im Naturschutzgebiet Gräf tummeln. Und dann kehren sie oft im Schwarzen Adler ein. Urkunde vom Vatikan Und noch eine Attraktion hat das Gasthaus zu bieten. Im typisch fränkischen Gastraum hängt eine päpstliche Segensurkunde, die von Papst Franziskus unterschrieben wurde. Hier beten oft Gäste, weiß Wirtin Magda Deininger zu berichten. Ihr ist der Segensgruß aus dem Vatikan gewidmet. Zu verdanken hat sie den apostolischen Segen dem langjährigen Freund der Familie, Pfarrer Gerd Richard Neumeier. Im Gespräch mit unserer Zeitung verriet der Bamberger Diözesanjugendpfarrer, wie es dazu kam. Magda kenne ich schon, seit ich ein Kind war, verrät er am Telefon. Sie sei sogar bei seiner Priesterweihe in Nürnberg dabei gewesen. Sie mühe sich immer für ihre Gäste ab, deshalb habe er ihr als Dank den Segensgruß aus Rom zukommen lassen, so Neumeier, der auch verriet, dass einst sein Vater Magda und Heiner miteinander bekanntmachte und damit unbewusst die Geschichte des Gasthofes mitbeeinflusste. Wird es auch eine sechste Deiniger-Generation im Gasthaus in Oberntief geben? Mit Heinrich und Magda Deininger und Elisabeth Brand wird die Familiengeschichte im Schwarzen Adler voraussichtlich enden. Innerhalb der Familie sei kein Nachfolger in Sicht, berichten die drei Wirtsleute. Dass sich dennoch jemand finden wird, der den Gasthof einmal weiterführt, hoffen sie sehr. Doch derzeit denkt noch lange niemand ans Aufhören, stattdessen ans Feiern. Am Freitag, 7. August, startet das Jubiläumsfest um 16 Uhr, um 19 Uhr wird Heinrich Deininger das Bierfass anstechen. Zur musikalischen Unterhaltung gibt es Quetschen-Musik. Und bestimmt wird Elisabeth Brand Interessierten auch dem Wunsch nachkommen, ein Autogramm ins Jubiläumsbuch zu schreiben. Nicole Gunkel Foto Pexels Freikarten Leserfoto Eine Reise durch die Welt berühmter Musicals oder die gesammelten Hits von Queen? Freikarten zu gewinnen gibt es auf Stefanie Krämer aus Bad Windsheim: Ein schöner Kaisermantel stillt seinen Durst am Nektar des Sommerflieders. Kein Wunder bei den hitzigen Tempera Seite 2 Woche im Blick Nectar,Woode (20.15h), My Baby (21.45h), NAFT (23.45h). 15.00 Uhr, Stadtführung ab dem Marktplatz. 16.30 Uhr, 30 Minuten Orgelmusik mit Christian Glowatzki in St. Kilian. 20.30 Uhr, Flüchtige Bekannte, Ausbrecherkomödie im Fränkischen Freilandmuseum. 7. bis 14. August FREITA DER SUPER-SOMMER-SALE GEHT IN DIE VERLÄNGERUNG ! n r e h c i s e k c ü t ss g n i l Jetzt Lieb Vom 05.08. bis zum 10.08.2026 NICHT VERGESS EN! 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Sein Freiwilliges Soziales Schuljahr (FSSJ) hatte er damals in ein 7. August 2026 Woche im Blick Radfahren ist wie Kurzurlaub Siegerehrung der Aktion Stadtradeln 2026 R und 88 Kilometer ist Norbert Kreitinger pro Tag auf seinem Fahrrad unterwegs gewesen. Mit dieser Leistung holte er sich den ersten Platz der diesjährigen Stadtradeln-Aktion. Mit einer feierlich Seite 8 Woche im Blick 7. August 2026 Museumsgelände wird zum begehbaren Atelier Kunsttag am 9. August im Fränkischen Freilandmuseum A m Sonntag, 9. August, wird das Freilandmuseum beim Kunsttag zum begehbaren Atelier. Im letzten Jahr wurde die Rekordteilnahme von 62 Hobbykünstlern vermeldet. 7. August 2026 Woche im Blick Seite 9 Rothenburger Weindorf originaler Raclette-Käse Spezialitäten und die Kulisfrisch geschmolzen serviert se der historischen Altstadt klassisch auf Kartoffeln zu einem der stimmungsoder kombiniert mit Ba- vollsten Sommerfeste der guette, Salami oder Parma- Reg Seite 10 Woche im Blick 7. August 2026 Er mag es trocken und sandig Gewöhnlicher Natternkopf ist Wildpflanze des Jahres 2026 J etzt ist seine Zeit. Der Gewöhnliche Natternkopf blüht vom Frühsommer bis in den Herbst. Der Echium vulgare ist die Wildpflanze des Jahres 2026. Gerne steht er auf Rud 7. August 2026 Woche im Blick Die siebte Stadt ei einer WrestlingVeranstaltung in Forchheim geschieht ein Mord. Kurz darauf verschwinden ein Pathologe, ein Wrestler und ein Bamberger Kommissar. WiB ver- lost den neuen Krimi von Helmut Vorndran. Was zunächst wie ein absonderlicher Fall aus Frank Woche im Blick Haffkis Sammlung von Bucheigner-Zeichen Der leidenschaftliche Sammler führte durch seine Sonderausstellung im Alten Schloss I m Gewölbe der Museen im Alten Schloss ist noch bis zum 30. August die Ausstellung Ex Libris der Sammlung Haffki Rund um den Weiher zu sehen. Der Sammler H