. Samstag, 17. Oktober 2026 DIE SEITE 3 Haus für den Artenschutz Nachzucht einer bedrohten Krokodilart Mit dem neu errichteten Philippinenhaus ergänzt der Zoo Gelsenkirchen seine Erlebniswelt Asien um eine eindrucksvolle Anlage. Auf rund 400 Quadratmetern entstand ein naturnah gestaltetes Tierhaus mit Wasserfall, tropischem Klima und üppiger Vegetation. Nur noch 200 Tiere in der freien Wildbahn Der neue Urban Trail bietet abwechslungsreche Routen durch die Stadt. P.A. / Per Appelgren Urban Trail überrascht sogar Einheimische Im Mittelpunkt steht das vom Aussterben bedrohte Philippinenkrokodil, von dem in der Natur schätzungsweise weniger als 200 Tiere existieren. Die Zoom-Erlebniswelt beteiligt sich mit der Haltung dieser äußerst seltenen Krokodilart an einem Erhaltungszuchtprogramm. Die zukünftigen Nachzuchten tragen zum Aufbau einer genetisch vielfältigen Reservepopulationen bei. Perspektivisch sollen auch Tiere für Wiederansiedlungen bereitgestellt werden. Die Erhaltungszucht ist ein wichtiger Be- standteil des One Plan Approach, eines ganzheitlichen, global ausgerichteten Plans zur Erhaltung der Artenvielfalt. Er verbindet Artenschutz innerhalb (in situ) und außerhalb (ex situ) des Lebensraumes und setzt auf die Zusammenarbeit von Regierungen, Naturschutzorganisationen, Zoos und weiteren Akteuren. Die Anlage der Philippinenkrokodile wurde gezielt an die Bedürfnisse dieser überwiegend einzelgängerisch lebenden Tiere angepasst. Neben dem Philippinenkrokodil sind weitere vom Aussterben bedrohte Tierarten im Philippinenhaus zu entdecken. Dazu zählen unter anderem das Palawan-Stachelschwein und die Nördliche Riesenborkenratte, verschiedene Reptilien sowie verschiedene südostasiatische Fischarten. Sie alle stehen stellvertretend für empfindliche Ökosysteme, die durch Lebensraumverlust, Umweltveränderungen und menschliche Nutzung zunehmend unter Druck geraten. Halde, Skulpturenwald, Szeneviertel: Was die Wanderroute taugt und was noch fehlt Da läuft man kilometerweit durchs Grüne, unter schattigen Bäumen, über unbefestigte Wege, erklimmt Hügel und zack, auf einmal steht man mitten in Ückendorf. Der prüfende Blick auf die Karte zeigt aber: Ich bin richtig. Hier verläuft er, der Urban Trail, der neueste Wanderweg in Gelsenkirchen. Exemplarisch steht er für das, was das Ruhrgebiet ausmacht: Natur und Stadt, ganz nah beieinander. und spazieren durch die Zechensiedlungen Flöz Dickebank und Flöz Sonnenschein also durch das alte, vom Bergbau geprägte Ückendorf. Einige Meter später wartet der nächste Kontrast auf uns: Der Weg biegt ab auf die Bochumer Straße, in das Quartier also, das in den vergangenen Jahren zum Gelsenkirchener Szeneviertel geworden ist. Am Wissenschaftspark vorbei geht es dann durch den Neustadtpark weiter in die Innenstadt, ein paar Meter die Bahnhofstraße hoch, am Hans-Sachs-Haus vorbei bis zum Endpunkt: dem Musiktheater im Revier. Praktisch: Genau wie auf dem Hinweg ist die Straßenbahn nicht weit. Die 302 hält direkt vor der Tür. Fazit: Wanderprofis mögen müde lächeln eine Herausforderung im sportlichen Sinne ist die Tour nicht. Dafür bietet sie abwechslungsreiche Perspektiven auf eine Stadt, die man zu kennen glaubt, und sie bestätigt einmal mehr: Wer beim Ruhrgebiet nur an Industrie und graue Häuser denkt, der könnte nicht falscher liegen. Schöner Blick über Gelsenkirchen: Auch die Himmelstreppe liegt am Weg Die nackten Fakten: 8,7 Kilometer ist er lang, laut Internetseite kann man ihn in zwei Stunden und sieben Minuten absolvieren. Der Startpunkt befindet sich knapp außerhalb der Stadtgrenze Gelsenkirchens, unter dem Förderturm der Zeche Holland in Wattenscheid. Die Urban Trails, von denen es bis 2028 insgesamt 15 im Ruhrgebiet geben soll, sind ein Gemeinschaftsprojekt: Ruhr Tourismus ist für die Digitalisierung des Wanderangebotes und die Vermarktung zuständig, der Regionalverband Ruhr (RVR) übernimmt die infrastrukturelle Entwicklung, der Sauerländische Gebirgsverein (SGV) sorgt für die Einrichtung und Zertifizierung der Wanderwege. So viel zur Theorie aber wie sieht der Urban Trail in der Praxis aus? Ausgestattet mit einem Handy, begleitet von einem guten Freund, der zufällig auch Urlaub hat, und bei gutem Wetter mache ich mich mit der Straßenbahn (302) auf den Weg zum Startpunkt. Von der Haltestelle Lohrheidestraße sind es nur ein paar Meter bis zum eindrucksvollen Förderturm der ehemaligen Zeche Holland: Hier beginnt er, der Urban Trail. Direkt am Fuß des Förderturms sieht es gemütlich aus: Aus einem ehemaligen Überseecontainer ist der Kumpeltreff geworden, ein Kiosk mit Speise- und Getränkeverkauf, darum herum stehen Tische und Stühle. Leider hat er noch nicht geöffnet das Bier müssen wir uns für den Schluss Startpunkt in Wattenscheid: der Förderturm der Zeche Holland ein kurzes Stück jenseits der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen. Dana Pusch / FUNKE Foto Services der Wanderung aufsparen. Beim Finden des Weges sind wir noch auf die Navigation mit dem Handy angewiesen. Die Internetseite verspricht zwar, dass der Weg ausgeschildert ist, und zwar mit einem stilisierten Kürzel UT in kräftigem Dunkelgrün auf leuchtend gelbem Hintergrund aber weit und breit ist kein Wegmarker zu sehen. RVR-Sprecher Julian Lührmann klärt auf: Von unseren Projektkollegen des Sauerländischen Gebirgsvereins habe ich erfahren, dass die Wandermarkierung in Gelsenkirchen voraussichtlich noch im Oktober vorgenommen wird. Macht nichts, wir finden den Weg trotzdem. Entlang am Lohrheidestadion geht es Richtung Halde Rheinelbe: Die weithin sichtbare Himmelstreppe weist den Weg. Und ist auch Teil desselben: Es geht die Halde hinauf bis zu der markanten Betonskulptur, von dort aus kann man den Ausblick übers Ruhrgebiet genießen. Und erneut feststellen: Es ist wirklich grün hier. Weiter geht es: die Halde wieder hinab, durch den Skulpturenwald Rheinelbe, wo weitere Kunstwerke am Weg stehen. Allmählich wird es ein wenig urbaner: Der Von-Wedelstaedt-Park ist zwar auch noch Natur, aber deutlich weniger wild als der Forst um die Halde. Wir überqueren die Bochumer Straße und sind jetzt wirklich in der Stadt angekommen. Durch Markgrafenstraße und Markgrafenhof geht es weiter zur Ückendorfer Straße: Die überqueren wir kurz, um am Schalke-Kiosk unsere Getränkevorräte aufzustocken. So grün der Weg bis jetzt war, so städtisch wird er nun. Aber das macht ihn nicht weniger interessant, im Gegenteil: Hinter der Kirche St. Josef biegen wir links ab Am Wegesrand Startpunkt: An der Stadtgrenze zu Bochum bei der Straßenbahnhaltestelle Bochum Lohrheidestraße / Zeche Holland. Halde Rheinelbe: Aufstieg zur Himmelstreppe des Künstlers Herman Prigann mit Panoramablick. Skulpturenwald & Von-Wedelstaedt-Park: Weiter durch grüne Oasen und vorbei am Mural Schmetterlingsfänger 4.0. Kreativquartier Ückendorf & Bochumer Straße: Vorbei an der Trinkhalle am Flöz, dem Mural von Lidia Cao, dem Café Ütelier und der Heilig-Kreuz-Kirche. Zentrum & Zielpunkt: Über den Wissenschaftspark Gelsenkirchen und den Hauptbahnhof führt der Trail am Hans-Sachs-Haus vorbei bis zum Musiktheater im Revier (MiR). Philippinenkrokodil Una erkundet seine neue Heimat in der Zoom-Erlebniswelt. Martin Möller / FUNKE Foto Services Hinter den Kulissen Führungen durch das Musiktheater im Revier Ab Samstag, 17. Oktober finden im MiR wieder regelmäßig öffentliche Führungen statt. Dabei können Besucher das Theater auch von der anderen Seite erleben und bekommen Einblicke, wie das entsteht, was am Abend auf der Bühne zu sehen ist. Der Besuch von Werkstätten wie der Kostüm- und Masken-Abteilung gehören dazu, genauso wie der Blick von der Bühne in den Zuschauerraum. Außerdem vermitteln die kompetenten Führern Interessantes zur Entstehung des weltberühmten Baus, seiner Architektur und den Kunstwerken. Neu ist, dass Theaterführungen zweimal im Monat zu unterschiedlichen Uhrzeiten angeboten werden: An jedem zweiten Samstag im Monat um 11 Uhr und an jedem vierten Samstag um 14 Uhr. Karten sind für 10 Euro im Vorverkauf erhältlich. Treffpunkt zu den Führungen ist jeweils eine Viertelstunde vor Beginn im Kassenfoyer des MiR Gelsenkirchen. Karten für 10 Euro (Schüler und Studierende: 5 Euro) an der Theaterkasse, per E-Mail an theaterkasse@musiktheater-im-revier.de oder unter Tel. 0209/4097200. Spurensuche zwischen GESTERN UND HEUTE Was passiert, wenn man sich auf die Suche nach der Vergangenheit macht? 9,95 € Andrea Behnke, Ein Kurzroman 136 Seiten ISBN 978-3-8375-2786-5 Versandkostenfrei bestellen: klartext-verlag.de Auch im Buchhandel erhältlich Wer hat Ratchett erstochen? Consol-Theater zeigt Mord im Orientexpress Ein voller Bahnsteig, buntes Treiben, Stimmengewirr, alles, was Rang und Namen hat. Aufregung und Reiselust. Umarmungen, Abschied und dazwischen ein Detektiv am Gleis. Der imposante Orientexpress fährt ein, dampfend und tosend. D . Samstag, 17. Oktober 2026 SERVICE Superheroes erleben Die Seite wechseln Bistum Essen: Auslandsjahr für junge Erwachsene Deutsches Fußballmuseum: Tickets zu gewinnen Heißer Herbst im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund: In den Ferien ist das Museum jeden Tag geöffnet. Neben der Dauerausstellu . Samstag, 17. 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Oktober Dienstag, 20. Oktober 10.15 Uhr: Rund um Nottuln, SGVWanderung mit Doris Vollmer, Treffpunkt Gelsenkirchen Hauptbahnhof 14 Uhr: Herbst-Filzen, Kunstschule, Neustraße 7 14 bis