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Woche im Blick
29. Mai 2026
Lokale Partnerschaften
stärken Bio-Bauern
Solidarische Landwirtschaften tragen
auch im Landkreis Früchte
D
te sind zum Beispiel in den
Kisten von Tristan Billmann. Je nach Saison wachsen aber auch Tomaten, Paprika, Gurken oder Auberginen auf seinen Feldern. Der
Biolandwirt aus Gunzendorf
bei Emskirchen ging mit seiner Solawi am 1. März 2021
mit damals 25 Ernteteilerinnen und Ernteteilern, wie
Solidarische
Landwirt- die Verbrauchenden auch geschaften (Solawis) sind re- nannt werden, an den Start.
gionale Partnerschaften zwiMehr
schen Landwirten und Verbraucherinnen und Verbrau- Planungssicherheit
chern. In Deutschland gibt
es inzwischen über 500 BeBei Tristan Billmann köntriebe, die nach diesem Wirt- nen die Ernteteiler Bietschaftsmodell arbeiten. In scheine ausgeben. Der feste
jährlichen Treffen wird der monatliche Beitrag dient daAnbauplan besprochen und zu, die Kosten des landwirtdie monatlichen Beiträge schaftlichen Betriebes mitwerden festgelegt. Im Gegen- zutragen. So hat der Landzug erhalten die Teilneh- wirt
Planungssicherheit,
menden einen Anteil der auf sagt Billmann. Für ihren
dem Hof hergestellten Le- Beitrag erhalten die Verbensmittel. Die Kisten mit braucherinnen und Verbrauden frischen regionalen Pro- cher eine wöchentliche Kisdukten werden einmal wö- te mit Obst, Gemüse und anchentlich auf dem Hof abge- deren Produkten aus der
Bio-Landwirtschaft.
Die
holt.
Kartoffeln, Zwiebeln, Rote Ernteteiler unterstützen den
Beete und frische Blattsala- Hof aber auch durch ihre akaniel Nickel startet
den Traktor. Auf
dem Anhänger sind
junge Kohlpflanzen, die
heute ausgebracht werden
sollen. Nickel hat rund zehn
Helferinnen und Helfer vor
Ort, die mit anpacken. Sie
sind Mitglieder der Solidarischen Landwirtschaft.
tive Mitarbeit. Wie viel sie
sich einbringen möchten,
bleibt ihnen dabei selbst
überlassen.
Ähnlich funktioniert es
auch in der Solawi Füllhorn von Daniel Nickel. Er
und seine Familie betreiben
einen Biohof in Schornweisach. Beim Besuch unserer
Zeitung treffen sich einige
Ernteteiler auf dem Feld.
Heute wird Kohl gepflanzt.
Für Andrew King aus Dachsbach ist der Arbeitseinsatz
ein toller Ausgleich, wie er
sagt.
Seit zwei Jahren ist er bei
der Solawi dabei. Zwei bis
dreimal im Jahr kommt er
zum Helfen aufs Feld oder
hilft beim Verkauf auf Märkten, wo auch die Werbetrommel für das Konzept der Solawi gerührt wird, berichtet
King.
Großes Interesse
an der Solawi
Das Interesse an dieser
Form der Landwirtschaft sei
ungebrochen, sagt Landwirt
Nickel. Es kommen immer
neue Menschen dazu. Es sei
aber alles andere als ein
Selbstläufer, weiß auch Solawi-Mitglied Heike Kühl, die
Nickel bei der Vermarktungsarbeit unterstützt. Auf
dem Feld im Uehlfelder Ortsteil Schornweisach zeigt der
Biolandwirt den Helferinnen und Helfern, wie die jungen Kohlpflanzen in die Erde gesetzt werden. Manche
Pflanzen hängen zusammen
und müssen vorsichtig getrennt werden.
Die Mitglieder der Solawi
können auch den Anbauplan
Im vergangenen Jahr ist der Aischgrund-Biohof Prechtel der einsehen. Es gibt WurzelSolawi Füllhorn beigetreten. Die Beteiligten sind (von und Fruchtgemüse. Heuer
will Nickel auch Melonen
links) Daniel Nickel, Lea Meyer und Mirjam Prechtel-Knapp.
Foto: Nicole Gunkel ausprobieren. Er geht auf
Alle packen mit an. Auf den Feldern von Daniel Nickel werden Kohlpflanzen ausgebracht.
Foto: Nicole Gunkel
die Wünsche seiner Ernteteiler ein und pflanzt gerne
das an, was in den Kochtopf
soll. Das Helfen auf dem
Feld ist übrigens keine
Pflicht, manche geben stattdessen lieber eine Spende,
so Nickel. Die Mithilfe trägt
aber dazu bei, die Preise
niedrig zu halten.
Eier, Lamm und
Gemüse
Kunden interessieren sich ckel am Freitag, 12. Juni, seifür uns.
nen Hof zur Felderbegehung.
Von 16 bis 17 Uhr sind alle
Die ganze Familie Interessierten eingeladen,
den Betrieb kennenzulerhilft mit
nen. Ab 17 Uhr werden die
Ein Solawi-Fan ist auch Kisten verteilt. Auch hier
Jonathan Böhme aus Klein- darf man einen Blick hineinweisach. Schon als Student werfen.
hat er bei einer Solawi mitAktuelle Informationen
es
unter
gemacht und ist vor andert- gibt
halb Jahren bei Füllhorn www.nickel-hof.de auch auf
eingestiegen. Zum Arbeits- der Internetseite. Auch Triseinsatz kommt er mit der Fa- tan Billmann bietet Interesmilie. Auch die Kinder ha- sierten die Gelegenheit, seiben Spaß beim Ausbringen nen Hof in Gunzendorf kender Pflanzen. Die Mitglieder nenzulernen. Ein aktueller
der Solawi haben ein großes Termin steht bisher aber
Gefühl für Nachhaltigkeit, noch nicht fest. Unter
erzählt Heike Kühl. Da wer- https://tristans-biohof.de/
den auch Leergut und eigene gibt es aber stets NeuigkeiGefäße mitgebracht, um ten. Über den AischgrundMüll zu vermeiden.
hof Prechtel kann man unter
Um die Solawi Füllhorn https://bioprechtel.wordpre
noch mehr Menschen nahe- ss.com mehr erfahren.
zubringen, öffnet Daniel NiNicole Gunkel
Auch Eier und Produkte
vom Weidelamm gibt es neben saisonalem Gemüse auf
dem Nickel-Hof. Um den Verbraucherinnen und Verbrauchern noch mehr Vielfalt in
der Kiste bieten zu können,
ist seit 2025 auch der Aischgrund-Biohof Prechtel aus
Voggendorf
eingestiegen.
Biolandwirtin
Mirjam
Prechtel-Knapp
steuert
Milch, Joghurt, Käse und
Biohonig bei. Außerdem bereichern sie mit Obst, Marmeladen und Säften die Kisten.
Für uns ist die Zusammenarbeit gut, weil wir wissen, was wir jede Woche
brauchen, sagt PrechtelKnapp. Und die Menschen
wissen, woher die Lebensmittel kommen, beschreibt
ihre zukünftige Schwiegertochter Lea Meyer die Vorteile für die Solawi-Mitglieder. Und wir fühlen uns gewertschätzt, sagt Mirjam Im Gewächshaus von Tristan Billmann wächst auch im WinPrechtel-Knapp, denn die ter Gemüse.
Foto: Nicole Gunkel
Sprachspaziergang mit
dem Imker im Wald
D
Andreas Feierabend bot
Einblicke in die Bienenwelt
er
Weltbienentag
findet jährlich am
20. Mai statt. Das
nahmen der Unterstützerkreis für Asylbewerber in
Markt Erlbach und die Neustädter
Walk-and-TalkGruppe zum Anlass, mehr
über die fleißigen Insekten
zu erfahren.
Andreas Feierabend ist
Revierleiter der Bayerischen
Staatsforsten in Linden bei
Markt Erlbach. Schon einmal kam die internationale
Frauengruppe um Organisatorin Lee Pheng Hadlich zu
einer Waldführung mit ihm
zusammen. Doch an diesem
Vormittag ging es um das
Thema Bienen. Sechs Völker
hat der Hobbyimker im Eichelberger Wald bei Ipsheim
stehen. Die Laune der Tiere
hänge mit dem Wetter zusammen, erfuhren die Frau-
en. Bei Sonne seien sie friedlicher. Bienen überwintern
als ganzes Volk im Winter
und zehren von ihren Vorräten. 3000 bis 5000 Exemplare zähle das Volk im Schnitt
in der kalten Jahreszeit, im
Sommer seien es 30.000 bis
50.000.
Die Welt der Bienen konnte die rund 20-köpfige Gruppe an diesem Vormittag mit
allen Sinnen erfahren. Feierabend zog sich seinen Imkeranzug über, um die Waben
aus dem Stock zu holen. Der
frische Honig durfte direkt
auf dem Brot probiert werden. Doch es gab auch viel
Fachjargon, der von Hobbyimker Feierabend ausführlich erklärt wurde.
Von Königinnen, Ammenbienen und Wächterinnen
wurde erzählt. Von Blütenpollen, Zucker und Eiweißgehalt und von Krankheits-
erregern wie der Varroamilbe berichtete Feierabend.
Und es gab auch viele Fragen aus der Gruppe. Wann
sammeln Sie die Honigernte
ein?, wollte Lee Pheng Hadlich wissen. Erntezeit sei,
wenn der Wassergehalt im
Honig unter 18 Prozent liege,
so der Imker. Und was hilft
gegen Bienenstiche? So
schnell wie möglich den Stachel entfernen, sagte Andreas Feierabend, denn solange
der noch steckt, pumpt er
weiter Gift ins Gewebe.
Über ein Thema ins Gespräch zu kommen, genau
das ist das Ziel des Markt
Erlbacher Unterstützerkreises und der Neustädter
Walk-und-Talk-Gruppe um
Helga Hoffmann. Statt Sprache nur aus dem Buch zu
lehren, sollen Gelegenheiten
geschaffen werden, um
Sprachkenntnisse anzuwen-
Auch Kostproben bot Imker Andreas Feierabend (rechts) frisch von der Wabe.
Foto: Nicole Gunkel
den und zu vertiefen. Die
Frauen aus Syrien, der Türkei, Äthiopien, Bolivien, Kirgisistan und der Ukraine
kommen in Markt Erlbach
immer dienstags zwischen
9.30 Uhr und 11 Uhr mit den
Ehrenamtlichen ins Gespräch. Ebenfalls dienstags
treffen sich Menschen mit
unterschiedlichen Hintergründen zu Sprachspazier-
gängen mit Helga Hoffmann,
die dieses Projekt zusammen mit dem Freiwilligenzentrum mach mit! der Caritas Neustadt ins Leben gerufen hat.
Nicole Gunkel
Foto: Nicole Gunkel Sprache lernen Abgedrückt Andreas Feierabend (links) bot den Frauen des Markt Erlbacher Unterstützerkreises Asyl Einblicke in die Welt der Bienen Einen Platz zum Träumen entdeckte Elena Jakobi aus Obernesselbach. Weitere traumhafte Bilder unserer Leserinnen und Leser auf Sei
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