29. Mai 2026
Woche im Blick
Seite 9
Musik da, wo sie
hingehört
Bezirk zeichnete musikantenfreundliche
Wirtshäuser aus
J
edes Jahr zeichnet der
Bezirk
Wirtshäuser
aus, die sich für Livemusik einsetzen und dafür
faire Gagen zahlen. Zu der
bisherigen Liste kamen
jetzt auch drei Gasthäuser
im WiB-Verbreitungsgebiet
dazu.
Das Wirtshaus ist der natürliche Lebensraum jener
Musik, die wir als Volksmusik bezeichnen. Ob gemeinsam gesungen, das Tanzbein
geschwungen oder entspannt gelauscht wird ungezwungen wollen immer
mehr Menschen musikalische Momente erleben und
gestalten. Das Wirtshaus ist
wieder ein Ort für Gemeinschaft, in die sich alle aktiv
einbringen. Die Aktion Musikantenfreundliches Wirtshaus vernetzt Wirtsleute,
die sich über neue Gäste
freuen, Musikanten, die wei-
tere Spielmöglichkeiten erhalten, und Gäste, die froh
sind über die Rückkehr von
Traditionen.
Die drei fränkischen Bezirke haben sich 2023 dem
seit 1996 bestehenden bayernweiten Arbeitskreis angeschlossen, der Wirtsleute
auszeichnet, die in ihren
Räumen gern Sänger, Musikanten und Tänzer zu Gast
haben.
Die Rahmenbedingungen
sind dabei klar: Eine Absprache zwischen Wirtsleuten und Musikanten findet
statt, als Gegenleistung gibt
es Brotzeit und Getränke
bzw. im Fall eines Engagements auch faire Gagen. Gema-Regeln werden zudem
eingehalten.
Kooperationspartner der
Aktion Musikantenfreundliches Wirtshaus sind die
bayerischen Bezirke (für
Mittel-, Ober- und Unterfran-
ken vertreten durch Heidi
Christ, Leiterin der Forschungsstelle für fränkische
Volksmusik), der Bayerische
Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern e.V.,
der Bayerische Landesverein für Heimatpflege e.V. sowie das Bayerische Staats- Bei der Auszeichnung des Biergartens an der Insel in Ornbau/Gern von links: Stadtrat von
ministerium der Finanzen Ornbau Mario Lindemann, Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster, Sylvia Lehmann vom
und für Heimat.
DEHOGA, Wirt Peter Hahn, Leiterin der Forschungsstelle für fränkische Volksmusik Heidi
Christ, Landrat Marco Meier, Bezirksrat Hans Popp und Geschäftstellenleiter des ZweckverZur Krone
bands Altmühlsee Daniel Burmann.
Foto: Lucas Wegert
ausgezeichnet
2025 erhielten im Rahmen
einer feierlichen Veranstaltung Urkunde und Metallschild von Bayerns Heimatminister Albert Füracker
das Gasthaus Zum Homerudl (Wallenfels/Oberfranken) und das Wirtshaus zur
Krone am Freilandmuseum
(Bad Windsheim/Mittelfranken) sowie das Gasthaus
Zum Erlengrund (Ansbach-Wallersdorf/Mittel-
franken). Im März überbrachten der mittelfränkische Bezirkstagspräsident
Peter Daniel Forster, Christ
und Sandra Braun (DEHOGA) die Auszeichnung an
die seinerzeit verhinderte
Wirtin Carina Hellberg vom
Bratwurst Röslein in
Nürnberg.
Anfang Mai holten Forster, Christ und Sylvia Lehmann (DEHOGA) die Auszeichnung bei Peter Hahn,
der ebenfalls verhindert
war, im Biergarten an der
Insel in Ornbau-Gern nach,
begleitet von Landrat Marco
Meier, Bezirksrat Hans
Popp, dem Geschäftstellenleiter des Zweckverbands
Altmühlsee Daniel Burmann und dem Ornbauer
Stadtrat Mario Lindemann.
Der unterfränkische Bezirkstagspräsident Stefan
Funk übernimmt die nachzuholende Auszeichnung an
den Wittelsbacher Turm in
Bad Kissingen im Juni. Interessierte Wirte, die mit ihrer
Gaststätte ebenfalls musikantenfreundliches Wirtshaus werden möchten, können für die nächste Auszeichnung im Herbst 2026
noch bis zum 1. September
online
unter
www.
musikantenfreundlicheswir
tshaus.de/da-will-ich-mitma
chen/ einen Antrag stellen.
(ajo)
Gemeinsam für ein
würdevolles Lebensende
Hospizvereine aus Bad Windsheim,
Uffenheim und Ansbach schulen Helfer
S
besonderer
Schwerpunkt
liegt auf Selbstfürsorge:
Wir vermitteln klar: Ich begleite empathisch, aber ich
muss nicht mitleiden, betont Stegmayer. Nur wer
gut für sich selbst sorgt,
kann auch für andere da
sein. Neben theoretischem
Input wird viel praktisch gearbeitet. Gesprächssituationen werden mittels realistischen Handlungssituationen
geübt, Erfahrungen in KleinWir sind immer auf der
Suche nach Menschen, die
gruppen ausgetauscht und
sich engagieren möchten,
unterschiedliche Lebensreaerklärt Petra Tatsch vom
litäten beleuchtet. Beliebt
Hospizverein
Uffenheim.
sind Rollenspiele aus dem
Mit unseren Kursen wollen
Improvisationstheater.
wir den Einstieg erleichtern
Gerade das Üben hilft
und Berührungsängste abenorm, sagt Tatsch. Viele
bauen. Wichtig sei ihr dabei
haben anfangs Angst, im Geein Punkt besonders: Die
spräch mit Sterbenden nicht
Teilnahme verpflichtet niedie richtigen Worte zu finmanden dazu, später tatden. Eine Erkenntnis aus
der Schulung sei deshalb besächlich Begleitungen zu
übernehmen. Es geht zusonders entlastend: Es ist
völlig in Ordnung, nicht auf
nächst darum, sich mit dem
alles eine Antwort zu haben.
Thema auseinanderzusetEhrlichkeit zählt. Das bezen. Der Kurs erstreckt sich
über mehrere Monate. Insgegleitende Praktikum können
sich die Teilnehmenden
samt umfasst die Ausbilselbst organisieren, etwa in
dung 116 UnterrichtseinheiPflegeeinrichtungen
oder
ten Theorie sowie ein
auf der Palliativstation. Ziel
20-stündiges Praktikum. Die
ist es, erste praktische EinOrganisatorinnen
haben
blicke zu gewinnen und Sicherheit im Umgang mit
schwerkranken Menschen
zu entwickeln.
Die Schulung will mehr
als nur Wissen vermitteln.
Es geht auch um die persönliche
Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit, sagt Lederer-Heer.
Und, eine hospizliche Haltung zu entwickeln. Diese
Haltung zeigt sich vor allem
in Achtsamkeit, Respekt
und dem Wunsch, Menschen
bis zuletzt ein selbstbeEine Teilnehmerin und ein Teilnehmer besprechen im Gar- stimmtes Leben zu ermögliten am Tisch eine Rollenübung.
Foto: Josefine Mühlroth chen ganz im Sinne des
chwerkranke,
sterbende Menschen und
ihre Angehörige zu
betreuen, erfordert Mitgefühl, aber auch Wissen, Haltung und die Fähigkeit, aktiv zuzuhören. Interessierte
können sich auf diese verantwortungsvolle Aufgabe
vorbereiten, indem sie eine
Schulung für ehrenamtliche
Hospizbegleiter besuchen
sich bewusst für ein berufsbegleitendes Modell entschieden: Einmal im Monat
treffen sich derzeit die Teilnehmenden in Ansbach
freitags am Nachmittag
und samstags ganztägig. So
können auch Berufstätige
gut teilnehmen, sagt Angelika Stegmayer vom Hospizverein Bad Windsheim. Den
Auftakt bildete ein gemeinsames Einführungswochenende im Wildbad Rothenburg. Dort ging es nicht nur
um die Geschichte der Hospizbewegung und rechtliche
Grundlagen, sondern auch
ums Kennenlernen. Es ist
schnell eine vertrauensvolle
Atmosphäre entstanden,
berichtet Annette LedererHeer vom Hospizverein Ansbach. Das ist wichtig, denn
viele Themen gehen sehr in
die Tiefe.
Die Inhalte der Schulung
reichen von Kommunikation
und Gesprächsführung über
palliative Versorgung bis hin
zu ethischen Fragen, Spiritualität und Trauerarbeit.
Auch Themen wie das familiäre Umfeld oder die Begleitung von Menschen mit Demenz werden behandelt. Ein
Teilnehmende in Ansbach im Schulungsraum. Sie üben Gesprächssituationen.
Foto: Josefine Mühlroth
Hospizgedankens: Sterben
gehört zum Leben dazu. Wer
sich für die Ausbildung interessiert, sollte den direkten
Kontakt zu dem wohnortnahen Hospizverein suchen.
Ein persönliches Gespräch
hilft, offene Fragen zu klären und ein Gefühl für die
Arbeit zu bekommen, rät
Stegmayer. Alle drei Hospizvereine haben Webseiten
mit ausführlichen Informationen und Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner. Und selbst wer sich gegen eine spätere Begleitung
entscheidet, nehme aus dem
Kurs viel für das eigene Leben mit.
Weiterführende Informationen erteilen die Hospizvereine Ansbach unter
www.hospizverein-ansbach.de, Bad Windsheim unter
www.hospizvereinbad-windsheim.de oder Uffenheim unter www.hospizverein- uffenheim.de
Josefine Mühlroth
Teilnehmende an der Auftaktschulung, im Wildbad in Rothenburg. Foto: Josefine Mühlroth
Foto: Nicole Gunkel Sprache lernen Abgedrückt Andreas Feierabend (links) bot den Frauen des Markt Erlbacher Unterstützerkreises Asyl Einblicke in die Welt der Bienen Einen Platz zum Träumen entdeckte Elena Jakobi aus Obernesselbach. Weitere traumhafte Bilder unserer Leserinnen und Leser auf Sei
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