9. Oktober 2026
Woche im Blick
Seite 7
Mit Hut und Wanderschuh auf Bildungsmission
W
Ranger auf der Frankenhöhe setzen sich für den Naturschutz ein
er das Wort Ranger hört, denkt
womöglich an die
Filmfiguren aus der USamerikanischen Fernsehserie Power Rangers. So wie
bei den fränkischen Naturpark-Rangern ging es in
dem Film um den Einsatz
für das Gute. Die Arbeit der
Ranger auf der Frankenhöhe ist vielfältiger.
Naturschutz, Landschaftspflege, Forschung, Besucherlenkung und Umweltbildung
gehören zu ihrem Alltag.
Viele denken, der Ranger ist
nur draußen unterwegs,
sagt Wolfgang Wenk. Der
47-Jährige ist seit rund fünf
Jahren
Naturpark-Ranger
im Naturpark Frankenhöhe.
Seit diesem Jahr gehört Katharina Kallnik zum Team.
Die 39-jährige Biologin
kennt sich besonders gut mit
Hummeln aus.
Ein wichtiger Teil der Arbeit ist der Naturschutz. Die
Ranger betreuen unter anderem Projekte zum Schutz der
Gelbbauchunke, des Laubfrosches, des Uhus, des Wendehalses und des Wiedehopfs. Sie beobachten die
Bestände, erfassen Vorkommen und kümmern sich um
die Lebensräume der Tiere
und Pflanzen. Sie pflegen
auch die Landschaft. Die
Hutungen sind für die Frankenhöhe besonders charakteristisch. Die teilweise seit
Jahrhunderten beweideten
Flächen sind heute vor allem durch Schafe geprägt
und bieten zahlreichen
Pflanzen, Kräutern und Insekten einen Lebensraum.
Gemeinsam mit Schäfereien
und Ehrenamtlichen organisieren die Ranger Führungen und Pflegeaktionen.
Willkommen sind Schulklassen, die dabei selbst mit anpacken können.
Mehr als 50
Veranstaltungen
Ranger: aus einer Mischung
aus Landschaft, aktuellen
Themen,
Beobachtungen
und den Fragen der Menschen. Ausgangspunkt sei
häufig die sogenannte Landschaftsinterpretation: Was
sagt mir die Landschaft an
dem Ort, wenn ich so in sie
blicke?, so Wolfgang Wenk.
Anschließend überlegen die
Ranger, welche Informationen sich verständlich vermitteln lassen und wie daraus ein roter Faden für eine
Führung entsteht.
Auch Themen, die die Bevölkerung beschäftigen, wie
Trockenheit und Wasser,
fließen mit ein. Das Ziel sei,
den Menschen die Natur vor
ihrer eigenen Haustür näherzubringen. Denn erstaunliche Vorgänge und besondere Arten gebe es nicht
nur in weit entfernten Ländern, sondern direkt vor der
Haustür auf der Frankenhöhe.
Dabei beobachten die
Ranger auch, welche Veranstaltungen gut angenommen
werden. Eine weitere Überlegung bei der Entwicklung
von Veranstaltungen ist natürlich auch die Erfahrung,
was gut ankommt, erklären
Kallnik und Wenk. Gleichzeitig entstehen Ideen aus Themen, mit denen sich die Ranger selbst intensiver beschäftigen möchten.
Zu ihren Aufgaben gehört
außerdem die Betreuung
der Wanderwege. Die Ranger arbeiten dabei eng mit
ehrenamtlichen Wanderwarten zusammen. Wer auf der
Frankenhöhe unterwegs ist
und ein gelbes Schild mit einer Pflanze oder einem Tier
darauf entdeckt, begegnet
einem Teil dieses Wegesystems. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Umweltbildung. Ferienprogramme, Besuche in Kindertagesstätten, Naturpark-Schulen und
mehr als 50 Veranstaltungen
im Jahresprogramm richten
sich an unterschiedliche Altersgruppen.
Rangerin Kallnik zum Beispiel begeisterte im Rahmen
des Ferienprogramms des
Bad Windsheimer Jugendtreffs
Schneiderscheune
Kinder für Wiese und Fluss.
Tiere, Natur und
Gemeinsam entdeckten sie
den seltenen Bachskorpion,
Kinder
ein harmloses Insekt, anders als den richtigen SkorDer Rangerarbeitstag ist
Oft
pion. Das, was wie ein Sta- abwechslungsreich.
chel aussieht, ist in Wirk- sind wir den Vormittag mit
Netzwerkarbeit,
Abspralichkeit sein Atmungsrohr.
chen, Mails und BespreDie Natur vor Ort chungen beschäftigt, berichtet Wenk. Erst später
verstehen
geht es beispielsweise zur
Doch wie entstehen ei- Kontrolle von WanderweNaturpark-Rangerin Katharina Kallnik beobachtet mit
gentlich die Ideen für diese gen, zur Vorbereitung einer
Kindern während des Ferienprogramms Insekten.
Foto: Josefine Mühlroth Angebote? Die Antwort der Bildungsaktion oder zu ei-
Naturpark-Ranger Wolfgang Wenk in der Natur. Er kontrolliert einen Baum.
Foto: Josefine Mühlroth
nem Termin vor Ort. Im multi- und interdisziplinären
Ranger-Team arbeiten sechs
Menschen mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen zusammen: ein
Förster mit Bildungsmaster,
zwei Biologinnen, ein Geograf und zwei Landschaftsarchitekten.
Diese Mischung ist für die
tägliche Arbeit hilfreich. Die
unterschiedlichen
Fachkenntnisse ergänzen sich
vom Wissen über Insekten
bis hin zu organisatorischen
oder praktischen Fähigkeiten. Manche Erlebnisse bleiben dabei besonders im Gedächtnis. Wenk erinnert
sich beispielsweise an eine
Führung mit einer Schulklasse. Die Gruppe bestand
aus wilden Jungs, die sich
mit dem Thema Beweidung
beschäftigten. Höhepunkt
des Tages war der Besuch
bei einer Schafherde. Im direkten Kontakt mit den Tieren veränderte sich die
Stimmung der Gruppe. Die
zuvor lebhaften Jungen wurden plötzlich ruhig und aufmerksam. Schließlich zog
die Schafherde in unmittelbarer Nähe an ihnen vorbei.
Natur erlebbar
machen
Für Wenk war es beeindruckend zu beobachten,
welche Wirkung die Tiere
auf die Kinder hatten. Er hat
somit sein Ziel, die Natur erlebbar zu machen, erreicht.
Die Ranger verstehen sich
auch als Vermittler. Wenn
unterschiedliche Interessen
aufeinandertreffen, wollen
sie mit Fakten und Gesprächen dazu beitragen, Konflikte zwischen Mensch und
Natur zu entschärfen.
Miteinander ins Gespräch zu kommen, nicht gegeneinander, sondern miteinander zu arbeiten wir sehen uns als Bindeglied zwischen Mensch und Natur,
beschreiben sie ihren Anspruch. Josefine Mühlroth
Markgrafenzeit erleben
F
Hohenzollerntag in den Museen
im Alten Schloss
benresidenz der Markgrafen
zu Brandenburg-KulmbachBayreuth. Zahlreiche Veränderungen in der Nutzung,
An- und Umbauten folgten
im Laufe der Jahrhunderte.
Der Erbauer Markgraf und
Kurfürst Albrecht Achilles
residierte hier regelmäßig
zwei Wochen im Jahr, seine
Witwe Anna von Sachsen
Als ehemalige Residenz
ganze 26 Jahre. Aber auch
der Markgrafen aus dem
nach der Markgrafenzeit
Hause Hohenzollern ist Neuhatte das Alte Schloss eine
stadt mit seinen Museen im
bewegte Geschichte, war
Alten Schloss seit einigen
Verwaltungssitz, KrankenJahren im Netzwerk der Hohaus und Gottesdienstraum.
Die Schlossführung startet
um 14 Uhr, Treffpunkt ist im
Schlosshof.
Um 15.30 Uhr geht es anschließend weiter mit einer
Führung durch das Markgrafenmuseum, das sich
heute neben dem Aischgründer Karpfenmuseum im
Schloss befindet. Die Geschichte der Hohenzollern,
ihr Einfluss auf die Stadt
Neustadt und das von ihnen
geförderte Siebenerwesen
werden vorgestellt. TreffDie Museen im Alten Schloss sind besonders zum Hohenzol- punkt ist am Museumseinlerntag einen Besuch wert. An diesem Tag sind Eintritt und gang. Von 14 bis 17 Uhr könFührungen kostenlos.
Foto: Mirko Fryska nen sich Kinder auch selbst
ührungen, eine Museumsrallye, Markgrafengebäck und viel
Wissenswertes rund um die
Markgrafenzeit gibt es am
Sonntag, 11. Oktober, von
14 bis 17 Uhr beim Hohenzollerntag in Neustadt zu
erleben.
henzollernorte aktiv, das die
vielen verschiedenen Sehenswürdigkeiten und Wirkungsorte der Hohenzollern
bekannt machen will. In diesem Jahr veranstaltet das
Netzwerk
am
Sonntag,
11. Oktober, wieder einen gemeinsamen Hohenzollerntag, an welchem auch in
Neustadt einiges geboten ist.
Los geht es mit einer öffentlichen Führung in und
um das Alte Schloss. Einst
erbaut als Wasserschloss
war es Jagdschloss und Ne-
Im Museum gibt es immer wieder etwas zu entdecken, wie zum Beispiel die historische
Spindeltreppe hier wird der Schauplatz einer markgräflichen Affäre vermutet.
Foto: Mirko Fryska
auf die Spuren der Hohenzollern begeben und bei einer Rallye die Museen im Alten Schloss erkunden. Aber
auch für das leibliche Wohl
ist gesorgt: Das Museumscafé im Schlosshof bietet den
Besuchern
Markgrafengebäck und andere Köstlichkeiten. Die Führungen und
auch der Eintritt in die Museen sind am Hohenzollerntag kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
(nig)
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