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Samstag, 25. Juli 2026
SERVICE
Video ist nicht echt
Faktencheck: Hitzedarstellung im Fernsehen wurde mit KI generiert
Direkt unter der Lichtkunstinstallation Der Baum lädt Dominik Eulberg am
Dienstag, 4. August, zu einem Exkurs in eine andere Welt ein, damit wir unsere
eigene besser verstehen.
Natalia Luzenko /
Biodiversitäts-Show
Dominik Eulberg am 4. August im Gasometer
Die Natur hat keine Lobby ein
großes Problem. Gerade die Biodiversitätskrise ist eine Bedrohung für die Zukunft der
Menschheit, die viele noch nicht
in ihrem Bewusstsein verankert
haben.
Direkt unter der Lichtkunstinstallation Der Baum lädt Dominik Eulberg am Dienstag, 4. August, um 19.30 Uhr zu einem Exkurs in eine andere Welt ein, damit
wir unsere eigene besser verstehen. Der studierte Ökologe ist ein
Grenzgänger: Zum einen ist er seit
über 30 Jahren als international
erfolgreicher DJ unterwegs, zum
anderen ist er Autor, dessen Naturbuch Mikroorgasmen Überall
zum Wissensbuch des Jahres ge-
wählt wurde.
Mit seiner multimedialen, audiovisuellen Show entführt Eulberg nun im Gasometer in die
Wunderwelt der Natur vor der
Haustür, zeigt Insekten auf Augenhöhe, spielt Vogel stimmen auf seinen Synthesizern nach und veranschaulicht ihre überbordende Mannigfaltigkeit in Musikvideos.
Tickets für Dominik Eulberg
sind jetzt an der Tageskasse vor
Ort am Gasometer Oberhausen
sowie auf der Website käuflich zu
erstehen. Der Besuch der Ausstellung Mythos Wald ist mit diesem Ticket am Veranstaltungstag
von 10 bis 18 Uhr beziehungsweise im Anschluss an den Vortrag
bis 23 Uhr möglich.
Ein Video soll zeigen, dass Temperaturen im Fernsehen früher weniger dramatisch dargestellt wurden. Zu solchen Wetterkarten verbreiten sich seit Jahren Falschbehauptungen. Diesmal, so ergab ein
Faktencheck, ist das Video mit KI
generiert.
Deutschland erlebt Ende Juni
2026 eine Hitzewelle mit Rekordtemperaturen über 40 Grad. In den
Tagen davor verbreitete sich ein Video auf Instagram, Tiktok und
Youtube, das angeblich einen Wetterbericht im Fernsehen von früher und einen aktuellen zeigen soll.
In dem angeblich älteren Wetterbericht spricht eine Moderatorin
über die Vorhersage für den nächsten Tag, auf der Deutschlandkarte
hinter ihr sind Temperaturen von
32 Grad vor einem blass gelben
Hintergrund zu lesen. Darauf folgt
der vermeintlich aktuelle Bericht,
der ganz ähnliche Temperaturen
zeigt, diese aber auf der Karte tiefrot darstellt. Der Eindruck: Medien würden Temperaturen heutzutage dramatischer abbilden als
früher. Doch an dem Video ist etwas faul, wie auch einige in den
Kommentaren bemerken: Es zeigt
keine echten Wetterberichte, sondern wurde mittels Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.
Der Faktencheck ordnet ein,
woran sich das erkennen lässt:
In dem Video lassen sich mehrere Hinweise auf die Nutzung von KI
erkennen: Etwa sind die Namen der
Städte im Video merkwürdig ver-
Zu solchen Wetterkarten verbreiten sich seit Jahren Falschbehauptungen.
J. Henning / PIXABAY
schwommen. Bildelemente, beispielsweise die Zähne und die Lippen der Moderierenden, verschmelzen miteinander und die Hand des
Moderators im angeblich aktuellen
Video wird kurz durchsichtig.
Zudem finden sich nirgendwo
Hinweise darauf, dass die gezeigten Personen überhaupt je im deutschen Fernsehen zu sehen waren.
Laut der KI Gemini, die zum
Suchmaschinenanbieter Google
gehört, enthält das Video übrigens
ein digitales Wasserzeichen (SynthID). Damit werden Bilder gekennzeichnet, die von Googles KI
oder mit ChatGPT erstellt oder bearbeitet wurden. Sowohl die Tonspur als auch das Bildmaterial enthalten demnach diese Kenntlichmachung.
Auch ein genauer Blick auf die
Beiträge selbst kann sinnvoll sein:
Neben vielen Kommentaren, die
auf die Nutzung von KI hinweisen,
finden sich bei einigen Beiträgen
etwa auf Tiktok und Youtube Hinweise der Plattformen, dass für
das Video KI genutzt wurde: Mit
KI erstellt und Audioinhalte
oder visuelle Inhalte wurden verändert oder vollständig mithilfe
von Kl generiert heißt es etwa bei
Youtube, Enthält KI-generierte
Medien bei Tiktok. Nicht alle Beiträge mit dem Video enthalten jedoch so einen Hinweis.
Behauptungen zu Wetterkarten
und angeblich manipulativer Berichterstattung durch die Medien verbreiten sich seit Jahren. Belege dafür gibt es keine. Online
werden zwar immer wieder Wetterkarten-Vergleiche verbreitet,
die das stützen sollen, doch die basieren oft auf Fälschungen oder
falschen Annahmen. Neu ist, dass
nun auch KI eingesetzt wird, um
solche Behauptungen zu füttern.
Correctiv Faktencheck hat in der
Vergangenheit schon mehrfach
solche Vergleiche eingeordnet. Ergebnis: Häufig werden Karten miteinander verglichen, die unterschiedliche Dinge zeigen und daher gar nicht vergleichbar sind.
Oder es wird Kontext ausgelassen,
zum Beispiel, dass die Farbskala
der Wetterkarten bei der Tagesschau je nach Saison angepasst
wird, um Temperaturunterschiede
besser abbilden zu können.
Fakten für die
Demokratie
Durch eine Kooperation mit
dem Bundesverband kostenloser Wochenzeitungen (BVDA), dem 113 Verlage mit einer wöchentlichen Auflage
von 25,3 Mio. Exemplaren angehören, erscheint regelmäßig ein Faktencheck des unabhängigen und gemeinnützigen Recherchezentrums
Correctiv.
Die vielfach ausgezeichnete
Redaktion deckt systematische Missstände auf und
überprüft irreführende Behauptungen. Wie Falschmeldungen unsere Wahrnehmung beeinflussen und wie
Sie sich vorgezielten Falschnachrichten schützen können, erfahren Sie unter correctiv.org/faktencheck.
NEU
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