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Samstag, 25. Juli 2026
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Ich werde weiterhin Musik machen
Sebastian Krumbiegel im Interview über das Wichtigste in seinem Leben, den Nachbarskater Oskar und seine Zukunftspläne
nichts anfangen. Körperlich merke
ich es manchmal, dass ich keine 20
mehr bin, aber ich bin noch ein
knuspriges Kerlchen (lacht laut).
Miriam Dabitsch
Als Leadsänger der Band Die
Prinzen kennt ihn fast jeder: Sebastian Krumbiegel macht schon
Musik, seit er ein Kind war. Im
nächsten Jahr geht die Band auf
Abschiedstour - und Krumbiegel
will solo weitermachen.
Cello oder Klavier?
Klavier, immer. Das ist mein Instrument. Ich habe ja Schlagzeug
studiert, bin eigentlich ein Trommler. Habe die Trompete geblasen,
aber Klavier ist mein Instrument.
Die Prinzen oder Solo-Karriere?
Am liebsten beides. Aber wie es
aussieht in Zukunft dann mehr solo.
Häufiger wütend oder traurig?
Ich versuche nicht wütend zu sein.
Zorn ist nicht gut. Ich bin manchmal traurig und habe düstere
Stunden, aber dann hilft mir die
Musik weiter. Je älter ich werde,
desto mehr versuche ich mich über
Dinge zu freuen. Die Blume am
Wegesrand, aber die muss man
erstmal wahrnehmen. Bei allem
Wahnsinn, der gerade tobt, versuche ich mir meinen Optimismus zu
erhalten.
Lampenfieber ja oder nein?
Immer. Ja, immer. Ich finde das
auch wichtig, dass man nicht ganz
abgefucked auf die Bühne geht,
denn da stehen tausende Leute.
Man sollte sich nicht so ernst nehmen, aber das, was man tut, schon.
VIP oder Normalo?
Ich kann schlecht damit umgehen,
dass Leuten mir mit Ehrfurcht begegnen. Denen sage ich: Leute,
entspannt euch. Denn ich fühle
mich natürlich nicht als VIP. Ich
mache Musik und hab viel Glück
gehabt, so sehe ich das.
Der Bambi oder das Verdienstkreuz am
Band, was ist dir wichtiger?
Das weiß ich nicht so genau. Ich
habe vor beiden Preisen Respekt
und finde geil, dass ich beide habe.
Aber meine Eltern finden es noch
geiler, die sind richtig stolz auf ihren Jung und sagen: Da ist ja doch
was draus geworden.
Sebastian Krumbiegel ist Leadsänger der Band "Die Prinzen". 2027 geht die Gruppe auf Abschiedstour.
Enrico Meyer
Ein Tag ohne Musik oder ohne Nahrung?
Definitiv ohne Nahrung. Erstmal,
weils mir gut tut (lacht), und
zweitens, weils mir nicht gut tut,
auf Musik zu verzichten. Ich mache wirklich jeden Tag Musik. Musik ist das Wichtigste in meinem
Leben.
Musikalischer Ruhestand oder weiterma-
chen bis zum Schluss?
Weitermachen bis zum Schluss.
Fühlst du dich jung oder alt?
Das ist schräg. Wenn man 60 ist,
kann man nicht darüber hinwegtäuschen, dass man nicht mehr
jung ist, rein mathematisch. Ich
fühle mich im Kopf echt jung und
kann mit der Zahl überhaupt
Viel Geld oder viel Freizeit?
Viel Geld ist erstmal relativ. Und
jeder, der sagt Geld ist mir egal,
muss erstmal welches haben, damit er sich grundlegende Dinge
leisten kann. Wenn du Freizeit
hast und kein Geld, fehlt es an Teilhabe, dann ist die schönste Freizeit
nur noch halb so viel wert. Es wäre schön, wenn es stimmen würde,
dass Geld nicht wichtig ist. Aber
das stimmt leider nicht. Am besten
ist es natürlich, wenn du für das,
was du liebst, bezahlt wirst - so
wie bei uns mit der Musik. Das war
allerdings nicht immer so. Ich wäre so gerne Millionär - das musste damals einfach raus. Ich erinnere mich an Zeiten nach der Wende,
da wollte niemand Musik aus dem
Osten hören. Da waren wir in
Hamburg in Studio und froh, dass
der Kühlschrank gefüllt war und
wir freie Kost und Logis hatten.
Ordnung oder Chaos?
Chaos, und ich finde Chaos ist
nichts negatives, sondern etwas
Schönes. Daraus kann etwas sehr
Konstruktives entstehen. Ich bin
schon ein ziemlich chaotischer
Typ, auch privat (lacht).
Hund oder Katze?
Das weiß ich gar nicht so genau.
Ich glaube schon eher Katze, aber
mag auch Hunde. Unsere Nachbarn hatten mal einen Kater, Oskar, der war mehr bei uns als bei
denen, und ich habe mit ihm geredet, wir haben uns verstanden.
Museum oder Fußballstadion?
Ich bin Fußballfan, großer Arsenal-London-Fan. Die sind wieder
Meister geworden, das habe ich gefeiert. Aber natürlich mag ich auch
Museen. Beides ist Kultur für
mich, und Kultur ist sehr wichtig,
das unterschätzt die Politik aus
meiner Sicht, wenn sie da einspart.
Ohne Kultur werden wir kulturlos.
Zeitreise in die Vergangenheit oder Zukunft?
Ich würde lieber in die Zukunft rei-
sen, denn ich glaube daran, dass
sich die Menschheit weiterentwickelt. Die Zukunft birgt Chancen
und Risiken, aber das Schöne ist,
dass wir es selbst in der Hand haben, was passieren wird.
Gläubig oder nicht?
Nicht wirklich. Ich habe mal einen
Text geschrieben: Ich glaube an die
Liebe, und ich glaub, ich glaub an
Gott. Ich glaub an gutes Essen und
vor allem ans Kompott. Ich bin vor
vielen Jahren aus der Kirche ausgetreten, aber gehe damit nicht
hausieren. Das muss jeder für sich
selbst entscheiden.
Putzen oder bügeln?
(überlegt, lacht). Ich als Chaos-Typ
würde wohl sagen weder noch.
Aber das gilt nicht. Bügeln ist
nicht so meins, dann lieber putzen.
Was ich zum Beispiel immer mache, wenn ich im Hotel bin, dann
hinterlasse ich das Zimmer immer
möglichst sauber. Das hat was mit
Respekt zu tun.
Willst du noch einen Satz zur Abschiedstour sagen?
Wir wollen nicht sang- und klanglos abtreten, werden mit Pauken
und Trompeten abtreten. Ich finde
die Trennung nicht gut. Aber wenn
von den sieben Bandmitgliedern
nicht mehr alle Bock haben, muss
man das respektieren. Erstmal
freue ich mich auf die Abschiedstour, und danach wird man sehen.
Ich werde weiter Musik machen.
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