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Samstag, 17. Oktober 2026
DIE SEITE 3
Vom Helfer zum Sanitäter
Ehrenamtliche schließen DRK-Ausbildung erfolgreich ab
Kreis Wesel. Ein Mensch liegt am Boden, ist verletzt oder plötzlich
nicht mehr ansprechbar. Rundherum herrscht Unruhe. Jetzt kommt
es darauf an, einen klaren Kopf zu
behalten: Was ist passiert? Was
muss zuerst getan werden? Welche Maßnahmen sind notwendig?
Genau auf solche Situationen haben sich elf ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des DRK im
Kreis Wesel in den vergangenen
Wochen intensiv vorbereitet. An
vier kompletten Wochenenden
wurde untersucht, versorgt, verbunden, wiederbelebt und immer
wieder geübt. Insgesamt absolvierten die drei Teilnehmerinnen
und acht Teilnehmer 64 Stunden
Sanitätsausbildung. Am Ende
stand die Prüfung und die wurde
von allen erfolgreich bestanden.
Vom ersten Handgriff zur
sicheren Entscheidung
Dabei ging es während der Ausbildung nur zu einem vergleichsweise kleinen Teil um klassische
Theorie. Rund drei Viertel der
Ausbildungszeit waren praktisch
ausgerichtet. In kleinen Gruppen
übten die Teilnehmenden immer
wieder Situationen, wie sie ihnen
später bei Sanitätsdiensten oder
Einsätzen begegnen können. Wie
versorgt man eine starke Blutung?
Was ist zu tun, wenn ein Mensch
nicht mehr richtig atmet? Wie
wird jemand nach einem Unfall
möglichst schonend bewegt? Und
vor allem: Wie erkennt man
schnell, was für eine Patientin
oder einen Patienten gerade am
wichtigsten ist?
Statt komplizierte medizinische
Abläufe lediglich auswendig zu
lernen, trainierten die Helfer ein
systematisches Vorgehen: zunächst die größten Gefahren erkennen, dann Schritt für Schritt
handeln. Dazu gehörten unter anderem Wiederbelebung, Atemwegssicherung, Blutstillung, Blutzuckermessung sowie der Umgang
mit Verbänden, Schienen, Schaufeltrage und Vakuummatratze.
Mit jedem Wochenende wurden
die Handgriffe sicherer. Was zu
Beginn noch bewusst überlegt
werden musste, entwickelte sich
durch die vielen praktischen
Übungen zunehmend zu einem
strukturierten Ablauf.
Eine Teilnehmerin beschreibt
den persönlichen Gewinn deshalb
nicht nur mit medizinischem Wissen. Für sie habe der Lehrgang vor
allem bedeutet, in stressigen Situationen ruhiger zu werden, Ver-
antwortung zu übernehmen und
im Team zu handeln. Besonders
wichtig sei das Gefühl, bei einem
Notfall künftig nicht hilflos danebenstehen zu müssen, sondern aktiv helfen zu können.
Viel Freizeit für ein Ehrenamt,
das Verantwortung bedeutet
Hinter dieser Sicherheit steckt viel
persönlicher Einsatz. Vier komplette Wochenenden haben die
Teilnehmenden freiwillig in ihre
Ausbildung investiert zusätzlich
zu Beruf, Familie und Alltag. Unsere Helferinnen und Helfer
schenken nicht nur Zeit, sondern
übernehmen ganz bewusst Verantwortung für andere Menschen, sagt Jan Höpfner, Präsident des DRK Kreisverbandes Niederrhein. Wer vier Wochenenden
lang lernt, trainiert und sich
schließlich einer Prüfung stellt, tut
das mit dem Ziel, im entscheidenden Moment helfen zu können.
Dieses Engagement verdient großen Respekt.
Gleichzeitig wäre eine solche
Ausbildung ohne engagierte Lehrkräfte nicht möglich. Die Lehrgangsleitung übernahmen Norbert
Pötters und Rüdiger Kunst vom
DRK Ortsverein Alpen. Kunst
steht dabei stellvertretend für ein
Ausbildungsteam, das seine fachliche Erfahrung und ebenfalls viele Stunden Freizeit in die Qualifi-
zierung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte einbrachte.
Zur ärztlichen Leitung gehörte
Anne Klessa. Als weitere Stationslehrkräfte begleiteten Nils Klessa,
Nils Puschmann, Carina Schroers,
Peter Willemsen und Timo Fißer
die Ausbildung.
Der DRK Kreisverband Niederrhein dankt deshalb ausdrücklich
allen Teilnehmern sowie dem gesamten Ausbildungsteam für ihren Einsatz. Eine gute Sanitätsausbildung lebt von Menschen, die
bereit sind, ihr Wissen und ihre
Erfahrung weiterzugeben und
von Menschen, die bereit sind, zu
lernen und Verantwortung zu
übernehmen, betont Höpfner.
Beides ist für unser Ehrenamt unverzichtbar.
Prüfung bestanden bereit
für kommende Einsätze
Zum Abschluss mussten die Teilnehmenden zeigen, dass sie das Gelernte nicht nur kennen, sondern
auch anwenden können. Die Prüfung fand unter Leitung von Dr. Robert Moog, Kreisverbandsarzt des
DRK, und Anne Klessa statt.
Für die künftige Arbeit im Sanitätsdienst ist genau diese Handlungssicherheit entscheidend.
Denn bei Veranstaltungen, Sportfesten oder größeren Einsatzlagen
müssen die ehrenamtlichen Sanitätskräfte Situationen schnell ein-
schätzen, notwendige Maßnahmen einleiten und Patienten bis
zur weiteren medizinischen Versorgung betreuen. Mit der bestandenen Prüfung ist für die elf Helferinnen und Helfer deshalb ein
wichtiger Schritt geschafft. Sie
verstärken künftig die ehrenamtlichen Einsatzkräfte des DRK im
Kreis Wesel.
Einstieg ins DRK auch ohne
Vorkenntnisse möglich
Wer sich ebenfalls beim Roten
Kreuz engagieren möchte, muss
kein medizinischer Profi sein. Der
Einstieg ins Ehrenamt ist auch ohne umfangreiche Vorkenntnisse
möglich. Schritt für Schritt können sich Interessierte vom ErsteHilfe-Kurs über weitere Qualifikationen bis hin zur Sanitätsausbildung fortbilden.
Man muss nicht schon alles
können, wenn man zu uns
kommt, sagt Jan Höpfner. Entscheidend ist die Bereitschaft, sich
einzubringen, gemeinsam zu lernen und für andere Menschen da
zu sein. Alles Weitere können wir
vermitteln. Für die elf neuen Sanitäterinnen und Sanitäter bleibt
nach vier intensiven Wochenenden damit nicht nur eine bestandene Prüfung. Sondern vor allem
die Gewissheit: Wenn Hilfe gebraucht wird, wissen sie, was zu
tun ist.
Gemeinsam für eine starke Sanitätsdienstausbildung: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Sanitätsdienstlehrgangs
beim DRK Ortsverein Alpen. Mit dabei waren auch Rüdiger Kunst vom DRK Ortsverein Alpen, der den Lehrgang ausrichtete,
Dr. Robert Moog, Kreisverbandsarzt des DRK Kreisverbandes Niederrhein e. V., sowie DRK-Präsident Jan Höpfner. Im Mittelpunkt der Ausbildung standen die praktischen Fähigkeiten, die für eine qualifizierte medizinische Versorgung bei Sanitätsdiensten und Einsätzen erforderlich sind.
Deutsches Rotes Kreuz / Kreisverband Niederrhein
Ein reges Gänsetreiben ist am Niederrhein zu beobachten. Hier tummeln sich auf
dem Foto Saat- und Blessgänse, die auch bei den Führungen sicherlich zu sehen
sein werden.
Hans Glader / BSKW
Wilde Gänse
Biologische Station bietet Führungen an
Kreis Wesel. Mit dem Herbst kehren
zahlreiche Vogelarten an den Niederrhein zurück. Zu den auffälligsten Wintergästen gehören die
Blässgänse, die aus den arktischen
Regionen Europas und Sibiriens zu
uns kommen. Jährlich überwintern mehr als hunderttausend Tiere zwischen Duisburg und der niederländischen Grenze. Sie nutzen
vor allem die Grünlandflächen der
Rheinaue, aber auch die landwirtschaftlichen Flächen im Deichhinterland. Ihr charakteristisches
Schnattern prägt während der
Wintermonate vielerorts die Geräuschkulisse am Rhein.
Neben den Blässgänsen sind auch
zahlreiche weitere Gänsearten in der
Region zu beobachten. Regelmäßig
finden sich Weißwangen- und Saatgänse in den großen Schwärmen, gelegentlich auch seltenere Arten wie
Rothals-, Kurzschnabel- oder Zwerggänse. Darüber hinaus kommen
Mischlinge verschiedener Gänsearten vor, deren Bestimmung teilweise schwierig ist.
Auch kleinere Vogelarten gehören zu den Wintergästen am Niederrhein. Rotdrosseln aus Skandinavien und Sibirien nutzen die Region als Rast- und Überwinterungsgebiet. Der Bergfink, ein Verwandter des Buchfinks, ist ebenfalls als nordischer Gast zu beob-
Wissen, was vor Ort passiert
12 Monate regionale Nachrichten
achten.
Die ersten Gänse treffen bereits
im September ein, weitere Tiere
folgen im Laufe der nachfolgenden
Wochen. Wer die nordischen Vogelarten näher kennenlernen
möchte, kann an Führungen der
Biologischen Station Kreis Wesel
und Krefeld teilnehmen. Bei Busrundfahrten durch die Rheinaue
werden die Gänse und weitere Vogelarten vorgestellt und zugleich
Besonderheiten von Natur und
Landschaft erläutert. An ausgewählten Stellen besteht die Möglichkeit, auszusteigen und die Tiere direkt vor Ort zu beobachten.
Wann: jeweils Samstag ab 10
Uhr: 21. November, 16. Januar
2027, 20. Februar 2027 und 6.
März 2027. Dauer: 3,5 bis 4 Stunden. Wo: Biologische Station Kreis
Wesel und Krefeld, Freybergweg
9, 46483 Wesel. Leitung: Thomas
Traill (voraussichtlich) Anmeldung: Email: info@bskw.de oder
Telefon: 0281-96252-0.
Bis zu zwölf Ferngläser werden
verliehen. Wer ein eigenes hat,
kann dies mitbringen. Auch ein
spezielles Teleskop für die Vogelbeobachtung (Spektiv) wird zur
Verfügung Gestellt. So kann man
denGänsen mit etwas Glück aus
nächster Nähe zusehen, ohne sie
zu stören.
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