Seite 10 Woche im Blick 6. November 2026 Lernen mit Kopf, Herz und Verstand H Bad Windsheimer Franziskus-Schule sechsten Lebensjahr besuchen die Schule. 33 Kinder, aufgeteilt in vier Gruppen, ab drei Jahren machen vom Angebot der schulvorbereitenden Einrichtung (SVE) Gebrauch. Sie haben alle einen hohen sonderpädagogischen Förderbedarf aufgrund ihrer geistigen Entwicklung, erläutern Werner Mönikheim, geschäftsführender Vorstand der Lebenshilfe, und Hans Herold, Vorsitzender der Lebenshilfe Neustadt/Aisch-Bad WindsDie Schule sei für die Mäd- heim. chen und Jungen nicht nur Lernumgebung ein Lernort, sondern auch Lebensumfeld, unterstreicht angepasst er. Das merkt man, wenn man als Besucherin die helAufgrund ihrer Handicaps len und freundlichen Räume werden sie in einer individubetritt. Die Atmosphäre ist ell angepassten Lernumgeherzlich, man spürt, dass al- bung unterrichtet. Wir biele gern hier sind, egal ob ten eine entwicklungsgemäKinder oder Mitarbeitende. ße und an den individuellen 218 junge Leute ab dem Bedürfnissen orientierte Förderung. Das ermöglicht jedem, seine Stärken, Kräfte, Fähigkeiten und Fertigkeiten bestmöglich auszuschöpfen und weiterzuentwickeln. Auch der Ausbau der Eigenständigkeit ist ein Ziel, das immer wieder genannt wird. Dies sei für jeden einzelnen ein Gewinn, aber auch für die Familien, die so entlastet werden, betont Mönikheim. Was viele vielleicht nicht wissen: Auch für Kinder und Jugendliche mit großen Beeinträchtigungen besteht Schulpflicht. Die Schulzeit an der Franziskusschule umfasst deshalb zwölf Jahre. In der Grund- und der Mittelschulstufe gibt es jeweils acht Klassen. Dazu kommen drei Berufsschulklassen. Jedes Kind lernt und entwickelt sich trotz seiner Einschränkungen weiter, betont der Schulleiter und freut sich über die festzustellenden Fortschritte. In den vergangenen Jahren stieg die Zahl der Schülerinnen und Schüler permanent. Um alle aufnehmen zu können, mussten bereits Container aufgestellt werden, betont Herold. Diese sollen aber keine Dauerlösung sein. Für 16 Klassen gebaut, beherbergt die Schule nun bereits 19. Da etliche Jungen und Mädchen neben geistigen auch körperliche Beeinträchtigen aufweisen, werSabrina Gawellek (stellvertretende Leiterin) und Leiterin den auch in den Klassen Carmen Czerny informierten über die Heilpädagogische Ta- Therapiegeräte benötigt, eigesstätte und deren Angebot. Foto: Ute Niephaus nige sind auf Rollstuhl oder ier lerne man mit Kopf, Herz und Verstand und spreche die Kinder und Jugendlichen auf allen Ebenen an, betont Christoph Langenhorst. Er ist Leiter der Franziskusschule in Bad Windsheim. Sie ist ein staatlich anerkanntes privates Förderzentrum der Lebenshilfe Neustadt/ Aisch-Bad Windsheim mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Werner Mönikheim, Hans Herold und Schulleiter Christoph Langhorst zeigen einen der Klassenräume in der Franziskusschule. Foto: Ute Niephaus Pflegebett angewiesen. Somit müssen die Räume trotz Klassengrößen von acht bis zwölf Schülerinnen und Schülern viel größer ausfallen als in Regelschulen. Teilhabe am sozialen Leben Als wichtige Ziele und Aufgaben der Franziskusschule nennt Langenhorst die umfassende Förderung. Wir wollen die Schüler bei ihrer Entwicklung begleiten. Fortschritte stellen sich ein. Dafür bedarf es mehr Zeit und eines engen Bezugs. Die Mädchen und Jungen lernen, sich im Alltag zu orientieren und am sozialen Leben teilzuhaben. Alle Menschen haben ein Recht auf schulische Bildung. Das entspreche dem Grundsatz der Inklusion. Im Gespräch mit der Flz und beim Rundgang durch die Schule, die über ein hauseigenes Therapiebecken für die Wassergewöhnung verfügt, eine Schülerbücherei sowie Sport- und Spielflächen, erzählen der Schulleiter und Herold vom ersten Schultag. Sie berichten begeistert von der Vorfreude und der Neugierde der Kinder auf die neue Lebensphase. Schultüten und Einschulungsfeier fehlten natürlich auch nicht. Nun ist der Nachwuchs schon Teil der Schulfamilie. Jeder lernt in seinem Tempo Individualität, Gemeinschaft und Vielfalt zeichne die Franziskusschule aus. Hier habe man den Einzelnen im Blick, sein Potenzial und seine Entwicklungsmöglichkeiten. Jeder lernt in seinem Tempo, seinem aktuellen Lernstand, so Langenhorst. Er weist darauf hin, dass auch von der Franziskusschule Übertritte in andere Lehreinrichtungen möglich sind. Nach Schulschluss können die Schülerinnen und Schüler die Heilpädagogische Tagesstätte besuchen. Die Kosten werden vom Bezirk Mittelfranken im Rahmen der Eingliederungshilfe gewährt. Lediglich das Mittagessen müssen die Eltern bezahlen, erzählen Leiterin Carmen Czerny und ihre Stellvertreterin Sabrina Gawellek. Die Nachfrage übersteigt die Plätze. 135 Dreibis 20-Jährige werden in 14 Gruppen betreut. Therapeutische Begleitung erfolgt im Haus durch Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie, Musiktherapie, unterstützende Kommunikation und etliches mehr. Hier wird interdisziplinäre Zusammenarbeit großgeschrieben. Die Kinder werden alle umfänglich betreut, ebenso wie die Eltern, betont die Leitung. Die Mädchen und Jungen kommen gern. Auch hier wird nach den Bedürfnissen gefördert. Als höchstes Ziel nennt Czerny, dass sich der Nachwuchs wohlfühlt. Nur dann kann er sich auch gut entwickeln. Der Kontakt zu den Kindern bleibt oft bestehen, wenn sie nicht mehr die Einrichtung besuchen. So bleibt man auf dem Laufenden, was aus ihnen wurde. (un) Diese Wege sind das Ziel Es gibt zwei neue Stadtpilgerrouten durch Rothenburg D as evangelische Bildungswerk zwischen Tauber und Aisch hat eine neue Broschüre mit zwei Stadtpilgertouren durch Rothenburg entwickelt. Das Ganze ist ein gefördertes Pilotprojekt der evangelischen Landeskirche das Gegenteil? Oftmals sind es Zufälle im Leben, die eine neue Idee, ein neues Projekt anstoßen, etwa ein Flyer. Stadtpilgern in Frankfurt, da habe ich gedacht, so ein Quatsch, erzählt Maria Rummel, Pilgerbegleiterin, schmunzelnd. Dann habe ich mir das angeschaut und habe meinen Mann und ein befreundetes Ehepaar gewinnen können, gemeinsam nach Frankfurt zu fahren. Wir haben das erlebt und dann habe ich gedacht, das wäre etwas für Rothenburg. Kultur oder Natur? Gesagt, getan. Ruck, zuck haben sich zehn Freiwillige gefunden, die einen Stadtpilgerweg ausarbeiten wollten. Am Ende sind es dann zwei geworden, eine Natur-Tour und eine Kultur-Tour. Beides hat Rothenburg ja zu bieten. Bei Pilgern denken viele Das Stadtpilgern ist gerade an den Jakobsweg, lange für Gäste geeignet, die aus Strecken durch die Natur, der Stadt kommen, um zuweit und breit kein Mensch. Doch in Rothenburg gibt es rück zur Natur zu findet. Pilgern lädt ja sowieso dazu genau das Gegenteil: Stadtein, zu sich selbst zu kompilgern. Aber ist es wirklich men, findet Horst Fechner, einer der Mitstreitenden. Die Routen sind relativ kurz, etwa vier Kilometer lang und gut für Jung und Alt geeignet. Über viele Monate sind in und um Rothenburg die unterschiedlichsten Strecken erforscht und dann abgelaufen worden welche Route eignet sich am besten, welche nicht? Dann haben wir die Strecken noch einmal abgelaufen, um zu sehen, ob jemand, der den Weg gar nicht kennt, mit unseren zurechtJe nachdem, wie herum man die Broschüre hält, hat man die Beschreibungen Natur-Tour oder die Kultur-Tour. Foto: Mathias Neigenfind kommt, erzählt Pilgerpfar- Der Klostergarten ist die erste Station bei der Natur-Tour. Maria Rummel, Frank Elebracht, Werner Weber, Richard Rummel, Dekanin Jutta Holzheuer, Horst Fechner und Oliver Gussmann (v. l.) probieren den Impuls Fünf-Sinne-Check aus. Foto: Mathias Neigenfind Manche Menschen könrer Oliver Gussmann. So wurden alle Wegbeschrei- nen eben nicht so weit laubungen optimiert. fen, aber sie können auf einem Naturweg in der Stadt, Pilotprojekt für vielleicht sogar mit einem Rollator man wird ja auch Bayern nicht jünger ein Stück PilDas Stadtpilgern in Ro- gerweg gehen. Und wenn thenburg ist wohl das erste dieser mit Impulsen gestalAngebot dieser Art in Bay- tet ist, macht das einen Unern und von der Landeskir- terschied zu einer Stadtfühche auch gleich zu einem Pi- rung. Andere Städte haben lotprojekt auserkoren wor- bereits Interesse gezeigt und den. Sie merken, dass Men- es gab auch schon eine erste schen sich oft nicht mehr Online-Konferenz. Noch im auf mehrtägiges Pilgern ein- Oktober ist ein Treffen in lassen, aber es trotzdem Augsburg geplant. Als nächstes Projekt wird kennenlernen möchten, so es in Bad Windsheim ein PilMaria Rummel. gerangebot auf der Landesgartenschau geben. Immer donnerstags wird dann zu den unterschiedlichsten Themen gepilgert. Die Broschüre mit den beiden Stadtpilgerrouten gibt es beim Tourismusservice Rothenburg, in der St. Jacobs-Kirche, von wo die Rundtourten beginnen, im Cafe Lebenslust direkt gegenüber vom Haupteingang der St. Jacobs Kirche oder beim Bildungswerk unter bildung.buero.tauberaisch@ elkb.de oder Telefon 09861/ 977600. Mathias Neigenfind Foto: Nicole Gunkel Freikarten Leserfotos Der Pott ist voll: Diese Woche gibt es Freikarten zu gewinnen für Alexander Hetzer Miriam Hanika, Wolfgang Krebs und viele mehr Herbstfeeling in Bad Windsheim, fotografiert von Andrea Haberecht. Noch mehr herbstliche Motive unserer WiB-Leserinnen und Les Seite 2 Woche im Blick mer mittwochs, freitags, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr Nürnberg: 20.00 Uhr, Konzert mit Napalm Death im Hirsch. 20.00 Uhr, Nacht der Wunder im Gutmann am Dutzendteich. 6. bis 13. November Rothenburg: bis 8. November, Klimagerecht leben, Wanderausstellung im Rathau 6. November 2026 Woche im Blick Kultur in allen Ecken Freikarten zu gewinnen Alexander Hetzer liest in Trautskirchen aus seinem Roman. Foto: Nicole Gunkel A weng a Kultur tistische Kunstform das Zusammenspiel von Wort, Stimme und Musik kommt auf diesem Album besonders stark zum Ausdruck. Sie MINI Seite 4 Alle arbeiten im Haus, Hof MARKT Goldankauf Dominik NEA Bioweihnachtsgänse Gartenarbeiten aller Art Garten, Hecken, Sträucher schnei- frisch zu Weihnachten, direkt vom Er- An- & Verkauf Gold & Silber, Altgold, Hecken-/Sträucher-Schnitt inkl. Abden, Gärten säubern, Entrümpelun- zeu 6. November 2026 Woche im Blick Die Geißbocksage für Erstklässler Grundschullehrerin Juliane Leistner hatte die Idee einer kindgerechten Aufbereitung D ie Geißbocksage gilt als wichtiger Bestandteil der Neustädter Heimatgeschichte. Nicht von ungefähr ist solch ein Tier immer mittags vom Rathaus Seite 6 Woche im Blick Zeit, dass es funkt D Tier des Monats November ie Hündin Moana wartet schon länger im Tierheim in Unternesselbach auf die passenden Zweibeiner, aber bisher hat es noch nicht gefunkt. Moana ist aber wirklich nett und ein guter Hund. Wir hoffen, dass sie bald gesehen wird, 6. November 2026 Woche im Blick Seite 7 Multivisionsshow über Letzte Stimmen Reisefotograf Michael Runkel in Neustadt M ichael Runkel ist am Donnerstag, 12. November, um 19 Uhr wieder zu Gast in der NeuStadtHalle. Im Gepäck hat der Reisefotograf sein neues Buch Letzte Stimmen, in dem es um bed Seite 8 Woche im Blick REISEN KFZ 6. November 2026 MARKT IMMO MARKT Suche Autos, jede Marke bitte alles anbieten. 0157/84761118 Winterreifen neu/gebr. günstig! 0981/9777570, Mößner Autom. Wir kaufen Wohnmobile + Wohnwagen UNSERE GRUPPENFLUGREISEN 03944-36160 www.wm-aw.de Fa. Preis p 6. November 2026 Woche im Blick Seite 9 Lizenz zum Lachen Bücher von Andreas Riedel und Helmut Haberkamm zu gewinnen Nofraali Fränkisches Fotobuch von Andreas Riedel und Helmut Haberkamm. Wir sind auf einer Wellenlänge und haben denselben Humor, erzählt Andreas Riedel und grinst breit. Der Foto Seite 10 Woche im Blick 6. November 2026 Lernen mit Kopf, Herz und Verstand H Bad Windsheimer Franziskus-Schule sechsten Lebensjahr besuchen die Schule. 33 Kinder, aufgeteilt in vier Gruppen, ab drei Jahren machen vom Angebot der schulvorbereitenden Einrichtung (SVE) Gebrauch. Sie haben alle e 6. November 2026 STELLEN Der Verband für Ländliche Entwicklung Mittelfranken mit Sitz in Ansbach sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Bauingenieur und einen Bautechniker (m/w/d) in Teil- oder Vollzeit Nähere Einzelheiten, insbesondere zu Aufgaben, Ihrem Profil, unseren Leistungen und Einste Seite 12 Woche im Blick 6. November 2026 Mach dein Ding Neue WiB-Leserfotos Wir möchten wissen, wie unsere Leser den Alltag meistern, mit Freude und Kurzweil durch das Jahr gehen und fröhlich ihre Freizeit verbringen. Sei es alleine, zu zweit oder in der Familie. Machen Sie ein digitales Foto mi