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Samstag, 17. Oktober 2026
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Lieber am Schreibtisch als im Rampenlicht
Sebastian Fitzek über seinen Schulfreund Ender, seinen Wunsch, Musiker zu werden, und seine mangelnde Begeisterung für Sport
sein, dass ich um 22 Uhr noch mal
den Laptop aufklappe und die Zeit
vergesse. Dann ist es 2 Uhr morgens und ich muss trotzdem um
spätestens 6.20 Uhr aufstehen,
weil die Kinder in die Kita oder
Schule müssen. Am produktivsten
bin ich ab 9 Uhr morgens.
Miriam Dabitsch
Er ist Deutschlands erfolgreichster
Autor: Sebastian Fitzek hat seit
seinem Debütroman Die Therapie 2006 mehr als 21 Millionen
Bücher verkauft. Am 21. Oktober
erscheint sein neuer Thriller Der
Nachtzug.
Nachtzug oder Nachtflug?
Aktuell der Nachtzug, weil ich das
so selten erleben durfte und - auch
durch die Recherche, erfahren habe, was für wahnsinnig tolle
Nachtzüge es gibt. Das würde ich
einem Nachtflug definitiv vorziehen.
Das Böse: abstoßend oder faszinierend?
Es ist natürlich beides. Das Böse
fasziniert mich, nicht nur mich als
Autor, und es fasziniert alle guten
Menschen. Denn sie wollen sich
damit beschäftigen, während ein
Psychopath überhaupt nicht erkennt, dass er etwas Böses,
Schlimmes getan hat. Aber zur
Wahrheit gehört auch, dass je abstoßender eine Tat ist, desto morbider ist auch die Faszination.
Ist der Plot wichtiger oder die Schreibe?
Die Figuren sind das Wichtigste.
Der Plot zieht die Leserinnen und
Leser eventuell kurz rein ins Buch,
aber man geht mit den Figuren
nur dann auf eine Reise, wenn sie
einem etwas geben, mit denen wir
etwas erleben können, bei denen
man mitfühlen kann. Wenn man
Ordnung oder Chaos?
Ich bin der Typ Chaos, der sich
zwingt, ein gewisses Maß an Ordnung zu halten. Bevor ich Kinder
hatte, war ich sehr unordentlich.
Jetzt muss man ja mit gutem Beispiel vorangehen, also habe ich
mich gebessert.
Sebastian Fitzeks Thriller stürmen regelmäßig die Bestsellerlisten. Am 21. Oktober erscheint "Der Nachtzug".
Gene Glover
mit den Figuren nicht mitgehen,
auf eine Reise gehen will, dann ist
der Plot irgendwann komplett irrelevant.
Schreibtisch oder Rampenlicht?
Schreibtisch, definitiv. Ich frage
mich jedes Mal, bevor ich auf die
Bühne gehe, egal wie groß oder
klein sie ist, was ich mir da eigentlich wieder antue. Aber ich möchte Menschen unterhalten. Und ich
habe mich von Anfang gefragt,
warum sollte ich das nur zwischen
den Buchdeckeln tun? Wenn Leute auf meine Lesung kommen,
dann sollen sie auch dafür belohnt
werden, und nicht nur noch mal
das Gleiche vorgelesen bekommen, was sie vielleicht zu Hause
schon gelesen haben. Deshalb erzähle ich auch auf meinen Lesungen oder Shows Geschichten. Aber
tatsächlich, wenn ich die Wahl
hätte, nie wieder zu schreiben
oder nie wieder auf die Bühne zu
gehen, dann würde ich mich dafür
enscheiden, nie wieder auf die
Bühne zu gehen. Da hätte ich keine Sekunde Probleme damit, das
zu unterschreiben.
VIP oder Normalo?
Normalo. Nur, weil man einmal
Glück hatte, denn meistens hängt
es ja auch mit Glück zusammen,
im Rampenlicht zu stehen, kommt
es für mich überhaupt nicht infrage, abzuheben. Ich hatte wahnsinniges Glück, dass mein Buch Die
Therapie 2006 zur rechten Zeit
am rechten Ort war.
QUATSCH!
ISBN: 978-3-8375-2395-9
Sport oder Chillen?
Chillen. Ich mache zwar zweimal
die Woche Sport, mit Kalle, dem
ehemaligen Fitnesstrainer von
Graciano Rocchigiani. Der wird
echt sauer, wenn ich absage. So ei-
Frühaufsteher oder Nachteule?
Ich bin Frühaufsteher, tatsächlich.
Leider gezwungenermaßen dann
aber auch häufig Nachteule. Wenn
alle Kinder im Bett sind, kann es
ERZÄHL KEIN
ISBN: 978-3-8375-2497-0
Stephen King oder Harlan Coben?
Ich würde Stephen King als Altmeister nennen, auch wenn Harlan Coben mich in der jüngeren
Zeit eher begeistert hat. Stephen
King hat ein Genre literarisch salonfähig gemacht, was bis dahin
eigentlich nur mit der Kneifzange
angefasst wurde. Er hat es aus der
Schmuddelecke herausgeholt. Stephen King gelingt es, Menschen so
lebensecht zu zeichnen, dass sie
auch in den verrücktesten Situationen für glaubhaft gehalten werden, und das ist eine Kunst, die er
wie kein Zweiter beherrscht.
nen brauche ich. Ich halte es auch
für eine Lüge der Sportartikelindustrie, dass nach einer halben
Stunde Joggen Endorphine ausgeschüttet werden sollen. Bei mir
wird Schweiß ausgeschüttet, sonst
gar nichts (lacht).
Musik oder Stille?
Musik. Ich wollte ja mal Musiker
werden und habe Schlagzeugspielen gelernt. Es gibt bis heute
manchmal immer noch Momente,
in denen ich bedauere, dass es
nicht geklappt hat mit der Musikkarriere. Aber ich bin natürlich
heilfroh, dass es auf dem anderen
Feld funktioniert hat.
Achterbahn oder Sprungturm im Schwimmbad?
Beides hasse ich, aber die Achterbahn würde ich vorziehen: Das ist
passiv, ich werde gezogen, es ist irgendwann vorbei, ich kann das
Ende sehen. Vom Sprungturm
muss ich selbst aktiv springen. Das
habe ich mich in der Schule das
letzte Mal getraut - aber natürlich
Kerze, nicht mit einem Kopfsprung. Ich habe großen Respekt
vor Leuten, die das schaffen.
Damals auf dem Schulhof, waren Sie Bewunderer oder Bewunderter?
Bis zur fünften Klasse war ich Bewunderer. Dann kam Ender, der
auch noch heute mein bester
Freund ist, der Deutsch-Türke, wie
ihn die Lehrer immer nannten, der
Unruhestifter der Schule, der ne-
ben den sehr stillen Sebastian gesetzt wurde, damit es abfärbt. Und
das färbte auch ab. Zwei Monate
später wurde ich mit ihm beim Zigarettenrauchen hinter der Turnhalle erwischt, und mein Vater,
selbst Schulleiter, musste zum
Schulleiter der anderen Schule.
Das war nicht ganz so prickelnd,
aber weil Ender mich mochte, und
zwar nicht nur, weil ich ihm die
Hausaufgaben machte, sondern
weil er mich wirklich gern hatte,
erkannten die anderen, dass der
Fitzek doch nicht so blöd ist. Und
dann war ich im Kreis der Coolen.
Ender hat wirklich einen sehr großen Anteil daran, dass ich bin, wie
ich bin. Er hat mich auch viel zu
früh mit Thriller-Videokassetten
gefüttert, die er mit dem gefälschten Bibliotheksausweis von seinem Vater erschlichen hat.
Zeitreise in die Vergangenheit oder Zukunft?
Andreas Eschbach hat einen wunderbaren Roman Das Jesus Video geschrieben und ich glaube,
ich würde in die Vergangenheit
reisen. Der Protagonist reist in diesem Buch zurück in die Vergangenheit und guckt sich an, ob es
die Kreuzigung wirklich gegeben
hat. Er macht ein Video davon und
dieses Video ist natürlich in der
Lage, die Religionen ins Chaos zu
stürzen. Ein sehr tolles Buch. Ich
würde mir ein Datum herauspicken und zurückreisen, um Fakten
zu überprüfen.
Populäre Irrtümer
und andere Wahrheiten
Jedes Buch nur 16,95 €
ISBN: 978-3-8375-2501-4
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