FUNKE Hamburger Wochenblatt Kalenderwoche 38
POLITIK & MEINUNG
Demokratie was kann ich tun?
Politik muss Wohnen
bezahlbar machen
Engagement braucht nicht immer viel Zeit und man kann vor der eigenen Haustür damit beginnen
Mancher Streit um die Reformen würde sich
auflösen, wären die Mieten nicht so horrend
eto
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Linda Pfleger
Berlin.In Sachsen-Anhalt sind die
Landtagswahlen vorüber, in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin
stehen sie kurz bevor. Angesichts
der Erfolge extremer Parteien fühlen sich viele Menschen ohnmächtig. Und fragen sich, was sie jenseits von Wahlen für die Demokratie tun können trotz vieler Verpflichtungen im Alltag. Dazu eine
kurze Hinweissammlung ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
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Deutschland braucht Reformen.
Das ist nicht nur der Politik, sondern auch den Bürgerinnen und
Bürgern längst klar. Der harte
Widerstand gegen die Kürzung
einzelner Leistungen unseres Sozialstaats wird von manchem in der
Politik als Reformunfähigkeit
wahrgenommen und kritisiert.
Dieses pauschale Urteil verkennt
jedoch die Lage der Menschen.
Es fehlt vielen von ihnen in der
Summe schlicht an Geld.
Wer zum Beispiel zur Arbeit
pendelt und 2,50 Euro pro Liter
Sprit bezahlen muss, kann an anderer Stelle nicht auf Unterstützung verzichten. Während die Politik viel von Entlastungen spricht,
wird in Wahrheit alles teurer.
Die größte Belastung und das
größte Versagen der Politik sind
die horrend gestiegenen Mieten in
Ballungszentren. Wer gezwungen
ist, den Großteil des Einkommens
für Miete auszugeben, den
schmerzen gestiegene Zuzahlungen oder Kürzungen beim Elterngeld eben besonders.
Wohnen ist ein Grundbedürfnis
der Menschen, das nicht zu Armut
führen darf. Daher muss verantwortungsvolle Politik handeln und
endlich für bezahlbaren Wohnraum sorgen. Das funktioniert
nicht mit Enteignungsparolen in
Richtung privater Investoren und
schon gar nicht mit dem Verkauf
Sonnabend, 19. September 2026
Fot
Eine Analyse von
Jörg Quoos
Chefredakteur der
FUNKE Zentralredaktion
städtischer Wohnungen, mit dem
in der Vergangenheit Kassenlöcher gestopft wurden.
Bezahlbares Wohnen braucht
bezahlbaren Grund, moderate
Bauvorschriften, weniger Bürokratie, weniger Steuern und gute
Ideen bei der Stadtplanung. Wenn
die Politik das endlich liefert und
Wohnen kein Luxusgut ist, sind
notwendige Einsparungen im Sozialstaat für die Menschen viel
leichter verkraftbar.
Jörg Quoos nimmt Sie montags, mittwochs und freitags mit hinter die Kulissen
der Bundespolitik. Abonnieren Sie seinen Newsletter
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Hinhören und diskutieren: Der erste
Ansatz ist, im eigenen Umfeld tätig zu werden insbesondere bei
Personen, zu denen man in einer
persönlichen, emotionalen Beziehung steht. Dies sei ein starker
Hebel für die Demokratie, weil wir
andere Menschen darüber am besten erreichen können, sagt die
Buchautorin und Politik-Podcasterin Sally Lisa Starken, die sich viel
mit diesem Thema befasst. Am
wichtigsten sei es, genau hinzuhören, im Gespräch zu bleiben und
demokratiefeindliche Aussagen
nicht unkommentiert zu lassen.
Man sollte den Menschen das Gefühl geben, dass das, was sie sagen, nicht normal ist zum Beispiel, indem man nachfragt: Wie
kommst du zu deiner Meinung?,
sagt Sally Lisa Starken. Außerdem
solle man den Kontakt nicht abbrechen. Personen, die sich von
der Demokratie abgewendet hätten, berichteten immer wieder,
dass sie den Weg zurück nur ge-
Auch Engagement in Sportvereinen, Elternvertretungen oder Kirchengemeinden
kann demokratische Strukturen festigen.
Kai Kitschenberg / FUNKE Foto Services
schafft haben, weil Menschen aus
ihrem früheren Umfeld noch da
waren und an sie glaubten.
Ehrenamt: Über diese kleinen Taten
hinaus kann man sich ehrenamtlich engagieren, beispielsweise in
einer demokratischen Partei oder
in Organisationen, die sich für
Freiheit und Vielfalt starkmachen.
Aber auch ein Ehrenamt, das nicht
unmittelbar politisch ist, kann demokratische Strukturen festigen.
Mögliche Beispiele sind Tätigkeiten in der Elternvertretung von
Schulen oder Kindergärten, in Betriebsräten, Kammern und Berufsverbänden sowie in Kirchengemeinden, Gewerkschaften oder
dem Naturschutz. Auch Sportvereine können einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Zivilgesellschaft leisten.
Initiativen: Beim Projekt Allzeitorte. Gemeinsam mehr bewegen
der Robert Bosch Stiftung und des
Bundesverbands Soziokultur sollen Menschen an vertrauten Alltags- und Freizeitorten durch gemeinsame Projekte wieder für eine
gesellschaftliche Teilhabe begeistert werden. Es geht vor allem
darum, dass sie wieder miteinander ins Gespräch kommen und Gemeinschaft entsteht, betonen die
Verantwortlichen Barbara Bichler
und Nina Lüders.
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Ein Beispiel, stellvertretend für
etliche andere in ganz Deutschland, ist die Werkstatt 26 im
sächsischen Königstein. Hier gibt
es verschiedene Angebote, von
Kunstkursen über Reparaturcafés
bis zu einer Kleiderstube. Ferner
werden durch verschiedene Aktionen bereits kleine Arten demokratischer Teilhabe sichtbar gemacht
etwa, dass man einen Streit geschlichtet oder sich gut informiert
hat, erzählt Johannes Dietrich, der
sich dort ehrenamtlich engagiert.
Wir haben damit das Bewusstsein
für die Demokratie bei einigen gestärkt. Man merkt Veränderungen, sagt er. Außerdem kann man
selbst die Initiative ergreifen und
mit Mitteln wie Petitionen, Bürgerentscheiden, Bürgerforen oder öffentlichen Anhörungen versuchen,
politisch Einfluss zu nehmen.
Organisationen und Lokalmedien unterstützen: Wer wenig Zeit, aber finanzielle Mittel hat, kann Vereine, Organisationen oder auch demokratische Parteien mit Geldspenden
unterstützen. Die lassen sich sogar
steuerlich geltend machen. Das
Abonnement einer Lokalzeitung
wiederum stärkt unabhängige Berichterstattung und Medien vor
Ort, die nicht von Gebühren finanziert werden. Auch das ist wichtig
denn Demokratie braucht verlässliche Informationen und informierte Bürgerinnen und Bürger.
Ein Beitrag der
T261207
Dez. 26 Mar 27
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Tag
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Reiseverlauf
Santa Cruz de Tenerife, Spanien
Arrecife / Lanzarote, Spanien
Gran Canaria, Spanien
Santa Cruz de La Palma, Spanien
Tag auf See
Funchal - Madeira, Portugal
Tag auf See
Santa Cruz de Tenerife, Spanien
Route: Kanaren mit Madeira
An
Ab
09:00
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04:30
22:30
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23:00
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Reisevermittler: FUNKE Publishing GmbH . Friedrichstr. 70 . 10117 Berlin
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