16 RetailMedia Das Magazin von otto group media
Torsten Ahlers, CEO der Otto Group Media GmbH, im Interview
Retail Media
muss am Puls
der Zeit sein
Retail Media gilt als die Zukunft des
E-Commerce. Mit Ihrem Background im
Verlagswesen können Sie sicher einen
Vergleich ziehen: Was kann eine RetailPlattform ihren Werbekunden im Vergleich
zu einem Publisher bieten?
TORSTE N AHLE RS: In einem Shop mit Tausenden von Angeboten ist das Stöbern und
Recherchieren ein großes Thema. Daher
liegt es nahe, dass dort, wo eine Transaktion
stattfindet, wo Menschen recherchieren,
auch Kommunikation betrieben wird. Hier
ist es ein Vorteil für den Händler, sich möglichst plakativ darzustellen, um aus der
Suche Inspiration werden zu lassen. Wenn
ein Modelabel diese Inspiration auslösen
kann, führt das auch zu einer Transaktion.
Und genau das ist das Nonplusultra: dicht
an einer Transaktion zu sein und aus dieser
Transaktion wertvolle Kundendaten zu
generieren und damit die zukünftige Kundenansprache im Upper Funnel noch besser
zu qualifizieren. Diese Möglichkeiten haben
Publisher nicht, auf ihren Seiten finden keine
Transaktionen statt. Damit fehlen ihnen die
relevanten Konsumentendaten, die sie in
ihre Lernkurve miteinfließen lassen können.
Wo weist Retail Media schon heute sichtund messbare Ergebnisse auf?
TORSTE N A H LE RS: In dieser Frage steckt
ein ganz zentraler Punkt: Werbung muss
messbar sein. Im Print-Bereich hatte man
bisher zwei Revenue Streams: der zahlende
Leser, der die Redaktions- und Druckkosten
refinanziert, und das Anzeigengeschäft als
Hauptbeitrag zur Profitabilität. Ähnliches
vollzieht sich jetzt bei Onsite Media: Die
Produktteaser sind nicht mehr kostenlos,
sondern werden nach Relevanz und als
ein Optionsmodell verauktioniert, so wie
das Amazon und eBay vor wenigen Jahren
gestartet haben. Der Unterschied zu Print
und auch zu Googles Anzeigenmodell ist
die extrem hohe direkte Messbarkeit und
Transparenz innerhalb der Transaktionen.
Der zweite große Effekt ist, dass es mittlerweile Shops gibt, die über gigantische
Reichweiten verfügen. Wie ein Tarek Müller
von ABOUT YOU, der sagt, ich will für meine 12 Millionen Kundinnen im Monat eine
Mode- und Beautyberatung machen und
der Ort sein, an dem sich Frauen inspirieren lassen. Diese Reichweite bietet für die
Vermarktung von FMCG großes Potenzial,
denn wenn nur ein Viertel der Konsumenten,
die sich inspirieren lassen, einkauft, sind wir
super zufrieden. Für die anderen, die sich
nur inspirieren lassen und nicht kaufen, bin
ich ein Medienhaus und kann die Reichweite
nutzen, um zielgerichtet andere Produkte
wie zum Beispiel Reiseangebote oder ein
neues Auto zu promoten.
Sie sagten einmal, national agierende
Unternehmen könnten sich primär durch
Kooperationen gegen international agierende
Giganten wie Amazon, Facebook und Google
durchsetzen. Hat sich seit diesem Statement
diesbezüglich etwas verändert?
TORSTE N A H LE RS: Nein, diese Aussage
kann ich auch heute genauso bestätigen.
Allerdings würde ich das nicht nur auf das
nationale Geschäft beschränken. Wenn
die Unternehmen nicht Wettbewerber im
Kerngeschäft sind, ist es schlau, sich zusammenzutun. Dass man heute gemeinsam
Werbetreibende angeht, macht man, weil
man gewisse Investitionen nicht mehr alleine
stemmen und nicht wirtschaftlich rechnen
kann. National ist das naheliegend, aber
auch international arbeiten wir zum Beispiel
in vielen Punkten mit Google konstruktiv
zusammen, und einige unserer Brand Shops
verkaufen ihre Eigenmarken über Amazon
oder eBay. Aus meiner Erfahrung gilt: Je
weiter die Partner geografisch von einem entfernt sind und je geringer die Bedeutung des
deutschen Marktes für sie ist, desto weniger
Möglichkeiten hat man, Einfluss auf deren
Entscheidung auszuüben. Das passiert bei
nationalen Kooperationen tendenziell nicht,
wie unsere Zusammenarbeit mit Ströer zeigt.
Welchen Stellenwert werden die Themen
Video Content und Augmented Reality für
Retail Media haben?
TO RSTE N A H LE RS: Grundsätzlich gilt:
Retail Media Produkte müssen am Puls
der Zeit sein und beim Kunden Interesse
und Freude auslösen. Das ist nicht immer
der Fall. Ich sehe viele Advertiser, die im
Bewegtbildbereich, der eine Riesenchance
ist, immer noch Youtube-Spots machen,
die aussehen wie ein TV-Spot. Dabei haben
wir doch heute ganz andere Möglichkeiten.
Wenn ich meine Zielgruppe schon kenne und
weiß, dass nicht jeder Konsument gleich auf
Werbung reagiert, dann muss ich eben auch
die Werbemittel individualisieren und neue
Effekte integrieren. Ich muss das Medium
und alle Möglichkeiten der Programmatic
Creativity nutzen, also für verschiedene
Zielgruppen Bilder, Emotionalitäten, Töne
oder Effekte unterschiedlich aussteuern.
Außerdem muss die werbliche Kommunikation dem Kunden auch auf immer kleineren
Devices Spaß machen. 70 Prozent des Werbeerfolges sind für mich mit der Kreation
verbunden, gerade mit kleiner werdenden
Devices. Das Neue und Spannende ist,
dass inzwischen die Adaption von Kreation
deutlich digitaler und damit kostengünstiger
ist, als wir es aus der Vergangenheit kennen.
Viele visualisierte Kundenansprachen sind
ja daran gescheitert, dass die Adaptionen
von Videos viel Geld gekostet haben. Hier
haben wir technisch inzwischen ganz andere
Möglichkeiten. Wenn die Abwandlung von
einer bestehenden Kreation nichts mehr
kostet, kann ich noch einmal ganz anders
mit Werbemitteln arbeiten.
Die Erweiterung von Video Content und
damit auch immens wichtig ist das Thema
Augmented Reality. Wir nutzen es gerne
im Interior-Bereich, aber auch in der Mode,
sodass sich der Konsument faktisch mit
seinem favorisierten Look sehen kann. Hier
ergeben sich tolle Möglichkeiten, die dem
User einen unglaublichen Service bieten
und so seine Kaufentscheidung maßgeblich
beeinflussen können.
RetailMedia 2019 Das Magazin von Werbung im direkten Kaufumfeld des Kunden In Kooperation mit
WIR BRINGEN KUNDEN UND UNTERNEHMEN ZUSAMMEN Salesforce liefert die Technologie für alle Unternehmensbereiche, die Kundenbeziehungen gestalten. Sie vereint Marketing, Sales, Service, E-Commerce, Mobile Apps und alle anderen Unternehmensbereiche auf einer Plattform und bietet allen eine einheitliche,
RetailMedia Das Magazin von otto group media 3 Moin moin aus Hamburg! Schön, dass Du zu uns gefunden hast. Mit diesem Magazin feiern wir heute das 1-jährige Jubiläum unseres Retail Media Summits. Anfang 2018 hatten wir die Idee, dem Thema Retail Media eine verdiente Bühne zu geben. Entstanden ist
4 RetailMedia Das Magazin von otto group media Was ist Retail Media? Werben, wo die Kaufentscheidung fällt Anzeigenschaltung auf Suchmaschinenseiten oder in sozialen Medien war gestern, längst gilt Retail Media als einer der wichtigsten aktuellen Online-Media-Trends und darüber hinaus als lukrati
RetailMedia Das Magazin von otto group media 5 Sonderkundenvorteile werden von vielen ihrer Käufer als maximal kaufrelevant eingestuft neben der Vergleichbarkeit von Preisen oder abgestimmten, angrenzenden Produktsortimenten, die diese Handelsplattformen ihnen bieten. solchen deutschen Qualitäts
6 RetailMedia Das Magazin von otto group media Die Stimmen am Markt Retail Media als Zukunft des E-Commerce wie Marktteilnehmer die Chancen und Möglichkeiten der Vermarktungspotenziale am digitalen PoS einschätzen. Heute reicht es nicht mehr, im Shop gelistet zu sein. Die Marke ist unter tausend
RetailMedia Das Magazin von otto group media 7 We see our customers as invited guests to a party, and we are the hosts. Its our job every day to make every important aspect of the customer experience a little bit better. Diesem Prinzip folgt Amazon jeden Tag wer hier regelmäßig einkauft, weiß um
8 RetailMedia Das Magazin von otto group media Redaktion Wie würden Sie einem Laien gegenüber Ihren Job beschreiben? Sebastian Klauke Die Geschäftsführungen einiger Firmen in der Otto Group berichten an mich, dazu verantworte ich digitale Querschnittsthemen in der Otto Group. Außerdem bin ich für
RetailMedia Das Magazin von otto group media 9 Sebastian Klauke, Konzern-Vorstand, im Interview OTTO und ABOUT YOU spielen in der Champions League mit Redaktion Welche Bedeutung kommt dem Thema Künstliche Intelligenz bei der Otto Group zu? Sebastian Klauke Schon jetzt spielt KI bei uns eine wicht
10 RetailMedia Das Magazin von otto group media Vom Social Network zur E-Commerce-Plattform Über eine Milliarde User weltweit nutzen Instagram täglich, um Inspiration, Entertainment und Interaktion zu erleben. Längst tummeln sich in dem Social Network aber auch Brands, um eine emotionale Bindung z
chter places t e k r a Ralf Ri M tsleiter f ä h c ce s Ge orman f r e P t e Plan.N Ralf Richter war vor seiner aktuellen Tätigkeit bei internationalen Unternehmen wie unter anderem Foto: Serviceplan Gruppe Ströer, Yahoo! oder Amazon beschäftigt und kennt das Online- und Vermarktungs-Business in- u
12 RetailMedia Das Magazin von otto group media Best Case About You x Nike Wenig Werbeeinsatz, mehr Umsatz Wie eine gelungene Erweiterung von klassischem Content Marketing um Retail Media aussieht, zeigt die erfolgreich lancierte ABOUT YOU x Nike Kampagne mit Influencerin Stefanie Giesinger als T
Fotos: ABOUT YOU RetailMedia Das Magazin von otto group media 13 Tarek Müller tent entwickeln, der unseren Kunden einen Mehrwert bietet und zugleich die Awareness der jeweiligen Brand steigert. Für Lieferanten auf E-Commerce Plattformen sei es ein großer Hebel, diese Werbemöglicheiten zu nutzen.
14 RetailMedia Das Magazin von otto group media Wie eine simple Idee zum Must-Have für alle Handybesitzer wurde Weil sie keine Lust mehr hatte, ihr Handy zu suchen, entwickelte Yara Jentzsch Dib 2016 die smarte Schlaufe, die inzwischen fast jeder kennt: Die xouxou-Kette besteht aus einem individue
Händlerseiten sind besonders wertvolle Umgebungen für Marketer. Kunden befinden sich aktiv im Kaufprozess, die Entscheidung für eine Marke ist aber noch nicht notwendigerweise getroffen, weiß Steve Treybig, Head of Sales vom Online-Händler Baur. Hier holen Retail eybig r T e v e St f Sales de Head
16 RetailMedia Das Magazin von otto group media Torsten Ahlers, CEO der Otto Group Media GmbH, im Interview Retail Media muss am Puls der Zeit sein Retail Media gilt als die Zukunft des E-Commerce. Mit Ihrem Background im Verlagswesen können Sie sicher einen Vergleich ziehen: Was kann eine Retail
RetailMedia Das Magazin von otto group media 17 DAS ist das Nonplusultra: dicht an einer Transaktion zu sein und aus dieser Transaktion Kundendaten zu generieren und damit die zukünftige Kundenansprache im Upper Funnel noch besser zu qualifizieren. Torsten Ahlers, Foto: Raimar von Wienskowski T
18 RetailMedia Das Magazin von otto group me edia Best Case BSH Hausgeräte Pilotprojekt k Sponsored Products Den Konsumenten mit der richtigen Ansprache zum richtigen Zeitpunkt zu erwischen, ist die große Kunst nicht nur im Bereich des E-Commerce. Und genau das ist auch das Ziel des aktuellen Tes
RetailMedia Das Magazin von otto group media 19 Philip Missler über digitale Kommunikation Pinterest und Shopping gehören ganz natürlich zusammen Retail Media gilt heute als einer der wichtigsten Online-Trends. Warum ist das Thema so wichtig für Pinterest als visuelle Suchmaschine? Menschen komm
20 RetailMedia Das Magazin von otto group media Innovative Multi-Channel-Konzepte Viele Wege führen zum Kunden und stationärem Handel verschwimmt. Statt sich auf Kanäle, Endgeräte und Trends zu konzentrieren, müssen Marketer spätestens jetzt den eigentlichen Star ins Rampenlicht stellen: den Kons
RetailMedia Das Magazin von otto group media 21 Die konsequente Kundenzentrierung erfordert eine individualisierte Kommunikation. Content und Storytelling müssen auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sein Dr. Markus Gräßler, Managing Director von gkk dialog und Mitglied der EDDI-Jury Omni-
22 RetailMedia Das Magazin von otto group media Voice Commerce Hello Google, talk to Walmart Es passiert eher selten, dass sich ein Unternehmen mit einer einzigen Entscheidung einen potenziellen Milliardenmarkt erschließt. Seit April dieses Jahres können Kunden des US-amerikanischen Händlers Walm
RetailMedia Das Magazin von otto group media 23 Foto: RMS/Angela Pfeiffer Voice ist das Mobile der nächsten Dekade Frank Bachér Leiter Digitale Medien bei RMS Dass Smart-Speaker für einen Audio-Boom sorgen, liegt auf der Hand: Es ist das einzige Medium, das auf diesen Geräten nutzbar ist. Zudem
24 RetailMedia Das Magazin von otto group media Retail Media Summit IMPRESSIONEN Carolin Monsees und Wiebke Baars von TaylorWessing informierten über Datenschutz bei Retail Media 2018 Information pur: Beim Summit 2018 konnten die Teilnehmer tief ins Thema Retail Media eintauchen Plattformen w
RetailMedia Das Magazin von otto group media 25 Torsten Ahlers, Geschäftsführer der Otto Group Media, lieferte sieben gute Gründe für Retail Media Raus aus den Silos: Christopher Kaiser (Ströer Digital), Arne Kirchem (Unilever), Janine Liu (MediaCom), Dirk Fromm (MediaCom), Torsten Ahlers (Otto G
Foto: Mike Meyer / Photography PeopleCheck 26 RetailMedia Das Magazin von otto group media Einen möglichen Nachteil von Retail Media sieht Julius Geis in folgendem Punkt: Ich glaube an starke Marken ob als Herstellende oder als Handelnde. Durch die permanente Vermischung von Markenbotschaften d
Generiert weniger Traffic und bewegt trotzdem alle. MOIA holt dich ab: Der Ridesharing-Service für Hamburg und Hannover, der dich per App einsammelt und ans Ziel bringt.