Seite 10 Woche im Blick 16. Oktober 2026 Landwirtinnen im Fokus D Stall, Acker oder Seminarraum? ie Vereinten Nationen haben 2026 zum internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft erklärt. In unserer Region leisten Landwirtinnen Tag für Tag ihren Beitrag zur Ernährungssicherheit oder bieten Erlebnisse für Schulklassen oder Familienurlaub auf dem Bauernhof. Frühaufstehergene allein langen nicht für ein Leben in der Landwirtschaft. Man muss mit Herzblut dabei sein. Wie sich bei den Gesprächen herausstellte, war häufig die Liebe ein Grund, warum Frauen zur Landwirtschaft kamen oder darin blieben. Bereut hat es bisher keine Landwirtin, aber die Herausforderungen steigen. Zu viel Zeit für Bürokram und manchmal bekommt man den Eindruck, Familie geht nicht vor Betrieb. Für die Kinder bedeutet es meist, früh selbstständig zu werden und mit anzupacken. Deshalb soll die Arbeit der Landwirtinnen nicht nur dieses Jahr mehr ins Licht gerückt werden. Landwirtinnen mit unterschiedlichen Schwerpunkten erzählen von ihrem Alltag, was sie an ihrer Arbeit lieben, wie sie die Rolle der Frau in der Landwirtschaft sehen und mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert werden. Als Älteste von drei Mädchen aus Oberickelsheim stellte sich für Manuela Großmann auch die Frage: Landwirtschaft oder etwas ganz anderes? Sie stammt aus der Landwirtschaft, einem klassischen Schweinebetrieb, aber ihre Leidenschaft, die sie von ihrer Urgroßmutter mit in die Wiege gelegt bekommen hat, gehörte allem, was grünt. Nach ihrer Ausbildung zur Hauswirtschaftsmeisterin, was ihr später sehr viel half, ließ sie sich zur Kräuterführerin und Erlebnisbäuerin ausbilden. Was heute hip ist, von Quinoa, Kichererbsen bis zu Dinkel und Emmer, das gab es bei mir schon vor 20 Jahren, sagt Großmann nachdenklich. Aber so weit muss man gar nicht gehen. Wer hat damals schon freiwillig Giersch, Brennnessel oder Gundermann gegessen? Viel Männlichkeit erfahren 2005 wurde auf 1000 Quadratmetern ein Wildkräutergarten angelegt. Wildobst, Sanddorn, Maronen und Weikis, Minikiwis aus Weihenstephan, wurden unter anderem angepflanzt. Alle haben mit angepackt. Später hieß es: Hand anlegen und ein Teil vom Stall wurde in ein Hofkaffee umgewandelt. Weiter ging es mit der Ausbildung zur Gartenbäuerin. Mit argwöhnischen Blicken und Vorurteilen aus ihrer Umgebung und staunenden Blicken ihrer Eltern musste sie leben. Das kann ich nur jeder Jungbäuerin raten. Man muss seinen Ideen folgen, wenn man davon überzeugt ist. Da braucht man mehr als nur ein dickes Fell. Als eine der wenigen Frauen auf der Landwirtschaftsschule Beim morgendlichen Rundgang wirft Heidi Schmidt vom Milchviehhof in Baudenbach auch immer einen Blick auf die vollautomatisierte Melkanlage. Foto: Astrid Pirner weit und breit in der damaligen Zeit, hat sie schon viel Männlichkeit erfahren. Doch Manuela Großmann hat ihr Hobby zum Beruf gemacht und sich immer weiter gebildet. Zuletzt kam vor elf Jahren eine Ausbildung zur Heilpraktikerin hinzu. Unzählige Seminare, das beliebte Ferienprogramm, festliche Veranstaltungen in ihrem Hofkaffee hat sie hinter sich. Derzeit empfängt sie für einen Nachmittag, Personen, die mit Demenz zu kämpfen haben. Soetwas hätte ich mit 30 Jahren nicht machen können. Aber das ist ja das Schöne an meinem Job, es geht immer weiter, sagt Manuela Großmann, während sie die Tür zu ihrem kleinen roten Hexenhaus in ihrem Wildkräutergarten öffnet. Besonders die Kinder lieben es, hier viel über gesundes Gemüse zu erfahren oder mit Naturmaterialien zu basteln. Sie hat ihre Entscheidung nie bereut. Manuela Großmann vom Wildkräuterhof in Oberickelsheim vor ihrem Hofkaffee. Foto: Astrid Pirner Ohne Liebe geht es nicht Auf dem Rückweg von Ipsheim hatte auch noch Heidi Schmidt vom Milchviehhof in Baudenbach, Zeit für ein kurzes Gespräch. Sie ist mit Leib und Seele Milchbäuerin. Schweinmast wäre nichts für mich, sagt sie, während es vorbei am Kälberstall zum neuen Stall hinuntergeht. Gut 440 Tiere stehen auf ihrem Hof, davon die Hälfte Milchkühe. Viel Viele Kontrollen Platz haben die Tiere, und obwohl es schon Herbst ist, und Bürokratie laufen die Ventilatoren. Die Bei Tanja Zeller vom Kuh liebt eine Temperatur Milchvieh- und Gemüsehof von 5 bis 15 Grad. in Ipsheim hieß es: Du bist die Älteste, du übernimmst Wie bei vielen Landwirtinden Hof. Eigentlich war ihr nen und Landwirten beTraumberuf Hebamme. Hät- ginnt der Tag um fünf Uhr te sie heute noch einmal die morgens. Füttern, kontrolWahl, würde sie nicht wie- lieren, ausmisten. Manche der in die Landwirtschaft Kühe haben nicht das pasgehen. Bei ihr hat aber sende Euter, da muss in der schließlich die Liebe zu ei- vollautomatisierten Melkannem Landwirt dafür ge- lage auch einmal Hand ange- Tanja Zeller vom Biolandhof in Ipsheim mit ihrer Lieblingssorgt, diesem Leben den Zu- legt werden, bei anderen ist kuh Thea, einem Ansbach-Triesdorfer Tiger. schlag zu geben. 1991 stell- die Temperatur zu hoch. An Foto: Hermann Zeller ten sie mit ihrem Mann den der Melkanlage treffen wir Betrieb auf Biolandwirt- Ehemann Peter Schmidt. Er liegt ungefähr bei 30 Pro- machen wollte, getreu dem schaft um, und damit waren ist mit ein Grund, warum zent. Ihre älteste Tochter Motto: Ich weiß am besten, sie Vorreiter in ihrer Ge- die Milchbäuerin, die aus (13) kennt jede Kuh persön- was gut für meine Kühe ist. gend. Die Anfangszeit war der Landwirtschaft kommt, lich und ist schon voll mit Jetzt holt sie sich aber doch schwer, deshalb rät die ihren Job als gelernte Ver- dabei. Manchmal ist es fast regelmäßig FutterberatunMutter von drei Söhnen, es waltungsfachangestellte an schon zu viel, sagt Heidi gen und macht Onlinetraisich genau mit der Land- den Nagel gehängt hat. Ich Schmitt schmunzelnd. Aber nings, um nicht betriebswirtschaft zu überlegen. habe damals schnell ge- das liegt wohl auch daran, blind zu werden. Wenn ich sechs Stunden merkt, dieser Job ist nichts dass sie als Mutter nicht allNachdem alle Stationen mit einem Prüfer für Bio- für mich. BWL oder Berufs- zu sehr kürzergetreten ist. abgelaufen sind, wird es Zeit landgemüse über den Hof ge- schullehrerin hätten Heidi Ja, das beobachte ich häufi- für eine Frühstückspause he, bin ich danach platt, Schmidt noch interessiert, ger, dass Frauen ihre beruf- und das Mittagessen muss sagt Tanja Zeller. Das soll aber dann ist es doch das liche Erfüllung stark zurück- auch vorbereitet werden. bitte nicht missverstanden Agrarwissenschaftsstudium schrauben. Diese Sorge Doch wenn man mit Leib werden, Kontrolle muss in Triesdorf geworden. müssen Landwirtinnen und Seele dabei ist, passt Auf dem Hof arbeiten nicht haben. Auch wenn die das schon. Ohne Liebe zum sein. Aber die Bürokratie macht ihr schon zu schaffen, noch eine Vollzeit- und eine Mutter von vier Kindern ein- Job, geht es in der Landwirtdie vielen Stunden im Büro. Teilzeitkraft sowie ein Azu- gesteht, dass sie frisch nach schaft nicht, egal ob Frau Und all die Stundenzettel, bi. Die weibliche Azubiquote dem Studium, alles selbst oder Mann. Astrid Pirner das ist schon sehr aufgeblasen, alles muss dokumentiert werden. Da sollte dem Landwirt schon mehr selbst in die Hand gegeben werden. Auch die Arbeitsbelastung wird immer höher. Abgesehen von der Milchviehwirtschaft, steht vor allem im Sommer die Gemüseernte bei den Zellers auf dem Programm. Besondere Kürbisarten wie Spaghetti-Kürbisse, grüne Hokaidos, Rote Bete oder Artischocken wachsen auf ihrem Acker. Sieben Hektar Gemüseanbaufläche. Regelmäßig helfen Praktikanten in der Erntezeit mit und einige Auszubildende. Wenn man dann so über den Acker schaut, die reiche Ernte sieht, dazwischen immer wieder Blühstreifen, da geht einem schon das Herz auf, sagt Tanja Zeller. Aber auch der tägliche Besuch ihrer Lieblingskuh Thea, eine zahme Rasse, der Ansbacher-Triesdorfer Tiger, lässt den Stres- Manuela Großmann vom Wildkräuterhof an ihrem Hexenhäuschen. Hier wird mit Kindern spegel fallen. gebastelt und vieles erklärt. Foto: Astrid Pirner Foto: Europa-Park Freikarten Leserbilder Mit Hochgeschwindigkeit auf Schienen über Berg und Tal: Das kann man im Europa-Park erleben. WiB-Leser können Freikarten gewinnen Ulrike Schlund aus Burgbernheim: Der Herbst beginnt! Noch mehr herbstliche Motive unserer Leserinnen und Leser gibt es auf S Seite 2 Woche im Blick Nürnberg: 17.00 Uhr, Konzert mit DIKKA in der KIA Arena. 20.00 Uhr, Konzert mit Dust Bolt im Z-Bau. 20.00 Uhr, Konzert mit The Sweet im Löwensaal. 20.00 Uhr, Konzert mit Cold as Ice im Hirsch. 16. bis 23. Oktober FREITAG 16. Oktober Bad Windsheim: bis 13. Dezember, Wandera 16. Oktober 2026 Woche im Blick Seite 3 Auf das Leben! L Jüdische Kulturwoche in Rothenburg eröffnen weitere Zugänge zur jüdischen Kultur. Eine musikalische Lesung mit Thomas Sparr und der Capella Antiqua Bambergensis am 18. Oktober führt durch mehr als 800 Jahre jüdischdeutscher Geschichte. A MINI Seite 4 Hofcafé-Zeit Sa., 17. 10. 2026 14.00 Uhr Hofcafé So., 18. 10. 2026 13.00 Uhr Hofcafé, Saisonende am Wildkräuteracker, 14.00 Uhr Herbstliche Kräuterführung, Naturbasteln und Herbstpizza Sa., 21. 11. 2026 14.00 Uhr Hofcafé, Wichtelspaß für Groß u. Klein So., 22. 11. 2026 13.00 Uhr Hofca 16. Oktober 2026 Woche im Blick Jetzt anmelden Landkreis. Schülerinnen und Schüler haben auch im Jahr 2026 wieder die Möglichkeit, beim FerienFirmenTag spannende Einblicke in verschiedene Ausbildungsberufe zu erhalten. Die Anmeldung für Termine in den Herbstferien ist ab sofort möglich. Der Ferien Seite 6 Woche im Blick 16. Oktober 2026 Halloween feiern im Europa-Park D Freikarten zu gewinnen ie gruselige Zeit im Europa-Park steht vor der Tür. Zahlreiche neue Dekorationen und stimmungsvolle Lichtobjekte tauchen den Park vom Eingangsbereich bis in die Themenbereiche in ein magisches Ambi 16. Oktober 2026 Woche im Blick Seite 7 Von vier Uhr früh bis Mitternacht Große Resonanz für 5. Burgbernheim Ultra Trail XxX D ie fünfte Auflage des B.U.T.XxX Burgbernheim Ultra Trail steht vor der Tür. Am 24. Oktober werden in Burgbernheim wieder zahlreiche Läuferinnen und Läufer am Start ste Seite 8 Woche im Blick Volkslauf für alle Mit dem Tiger durch das Jahr 21. Neustädter Sparkassen-Nachtlauf A m Sonntag, 1. November, findet der 21. Neustädter Sparkassen-Nachtlauf statt der Neustädter Volkslauf für alle. Traditionell gibt es wieder den Rundkurs durch die Gassen der Neustädte 16. Oktober 2026 Lesetreff Wilhermsdorf. Der Lesetreff im Ritterhaus findet am Dienstag, 20. Oktober, um 17 Uhr statt. Beratung bei Epilepsie Bad Windsheim. Für epilepsiekranke Menschen und deren Angehörige bietet die Beratungsstelle für Menschen mit Epilepsie Mittelfranken am Donnerstag, 22. Okto Seite 10 Woche im Blick 16. Oktober 2026 Landwirtinnen im Fokus D Stall, Acker oder Seminarraum? ie Vereinten Nationen haben 2026 zum internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft erklärt. In unserer Region leisten Landwirtinnen Tag für Tag ihren Beitrag zur Ernährungssicherheit oder b 16. Oktober 2026 STELLEN ANGEBOTE Fleischereifachverkäufer (m/w/d) Dennert sucht Dich in Voll- oder Teilzeit ab sofort für unsere Filiale in Marktsteft gesucht Lust auf Spaß und Geld? Na? Neugierig? Dann ruf an! Tel. 09326/391 Abteilungsleiter*/ Vorarbeiter* Sonderbauteilfertigung Betonferti Seite 12 Woche im Blick 16. Oktober 2026 Hungrig unterwegs I Wie man Igeln über den Winter hilft gel müssen sich im Herbst Fettreserven für den Winter anfressen. Die BN-Kreisgruppe Ansbach gibt Tipps, wie man hilfsbedürftige Igel erkennt und ihnen richtig helfen kann. Wenn die Tage kürzer wer