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Woche im Blick
21. August 2026
Wer war denn Erster?
D
Weisskopf kontra Wright = Franken
gegen Bayern?
Sonntag jede Menge vermeintlicher
Wrightscher
Flugbeweise, auch mit KIHilfe. So bewertete er das
weltbekannte Flugbild der
Brüder als Fake. Dazu zitierte er beispielweise das Tagebuch der Wrights selbst
(konnte nicht gegensteuern); die widersprüchlichen Aussagen der vier Personen, die den Wright-Flug
miterlebt haben wollen.
Nicht zuletzt berief er sich
auf einen Test mit dem
Das verwunderte gerade
Nachbau des 1903er Flyer
die Veranstalter von der
im Windkanal der NASA.
Flughistorischen
Forschungsgemeinschaft GusDer
US-Berufsverband
tav Weisskopf FFGW um
American Institute of AeroHans-Günter
Adelhard.
nautics and Astronautics
Denn John Brown hatte vor
(AIAA) habe danach im Beseinem Festvortrag angericht Nr. 2000-0511 festgekündigt, er werde weitere
stellt: Die Maschine war inBeweise für Weisskopfs
stabil bei jeder Geschwindig1901er Motorflug vorlegen
keit. Der in Leutershausen
also zwei Jahre vor den Gehängende Nachbau Nr.
21B ist dagegen 1997 in
brüdern Wright.
Manching tatsächlich gefloDie oberbayerischen Musealen nämlich bestehen bis
gen.
Auch ein anderes Detail
der vom DMM vertretenen
Flughistorie löste Nachdenken aus: Erst 1948, 45 Jahre
nach 1903, hat das US-amerikanische Smithsonian-Institut mit den Wright-Erben
per Vertrag vereinbart, niemals öffentlich zu erklären,
ein Luftfahrzeug sei früher
als das Wright-Flugzeug von
1903 in der Lage gewesen,
einen Menschen unter eigener Kraft im kontrollierten
Flug zu tragen. Daran habe
es Kritik selbst von Smithsonian-Mitarbeitenden gegeben, so Brown. Denn wissenschaftliche
Erkenntnisse
dürften nicht auf alle EwigJohn Brown erklärt, warum das Bild gefälscht sein muss.
Foto: Heinz Wraneschitz bildtext.de keit festgeschrieben werden.
er erste Motorflug
am 14. August 1901,
vor genau 125 Jahren: Als die zahlreichen
Gäste im Gustav Weisskopf Museum Pioniere der
Lüfte in Leutershausen die
Pioniertat des in Franken
geborenen Flugpioniers beklatschten, war offenbar
niemand aus dem Deutschen Museum München
(DMM) im Raum.
heute darauf, die Wrights
wären zuerst mit Motorkraft
geflogen. Ob deshalb Andreas Hempfer, DMM-Kurator
für Luftfahrt bis 1945, noch
letzte Woche in der FLZ
Browns Kompetenz als Historiker infrage stellte?
Der Referent aber klärte
in seinem Vortrag auf: Er sei
nicht nur Fluglehrerausbilder, zertifizierter Fotograf
und Ex-Berufspilot, sondern
auch geprüftes Mitglied im
Verband der Historiker
Deutschlands (VHD). Zudem
habe sogar das wohl renommierteste
Flugmagazin
Janes All The World Aircraft schon vor 13 Jahren
dem gebürtigen Franken
den Erstflugstatus zugestanden.
Hempfer hatte in der
Samstags-FLZ sogar behauptet, Brown verschweige systematisch alles, was gegen
seine Thesen spricht. Deshalb analysierte der am
Gustav Weisskopf hat womöglich als Erster einen Motorflug durchgeführt. In seiner Heimatstadt Leutershausen ist 2023 das Museum Pioniere der Lüfte eröffnet worden. Im Mittelpunkt: Der Nachbau der Maschine 21B des Flugpioniers.
Foto: Heinz Wraneschitz bildtext.de
Doch bis heute zitiert selbst
das der Wissenschaft verschriebene DMM diesen Vertrag.
Dadurch werde ein weiterer deutscher Flugpionier in
Misskredit gebracht: Otto Lilienthal. Der ist 1896, also
vor genau 130 Jahren, nach
dem Absturz mit einem Gleiter ums Leben gekommen.
Gustave Whitehead wie
sich der Franke in den USA
nannte orientierte sich bei
der Konstruktion seiner Nr.
21 stark an den Plänen Lilienthals. Selbst die Flügel
und deren Verstellmechanismus gleichen sich. Doch den
Motor konstruierte der Mechaniker Weisskopf komplett selbst.
Nicht zuletzt räumte John
Brown mit einer weiteren
Legende auf. Er erklärte den
Zuhörenden, darunter war
Weisskopfs eigens angereister Großneffe Jack Whitehead, warum der Bericht über
den Erstflug des gebürtigen
Leutershäusers nicht schon
am Tag danach erschienen
ist: Die damals größte Zei-
tung von Bridgeport, dem
Ort des Geschehens, war eine Sonntagszeitung; deren
Chefredakteur war Augenzeuge des Ereignisses. Anders als die Berichterstatter
des Wright-Flugs, die erst
von dritter Seite davon erfahren hatten.
Und während oft weiterhin behauptet wird, es gäbe
nur diesen Bericht der Sonn-
tagszeitung,
erwähnte
Brown, dass er dank WebRecherche etwa 3000 Veröffentlichungen weltweit kurz
nach dem 14. August 1901
gefunden habe. Schon am
22.8.2001 haben mindestens
zwei deutsche Zeitungen
über den Erstflug berichtet.
Doch leider wurde das
nach und nach vergessen.
Heinz Wraneschitz
Hans-Günter Adelhard, Vorsitzender der FFGW (links), und
Referent John Brown. Foto: Heinz Wraneschitz bildtext.de
Präsidentin zu Gast
D
Synodalpräsidentin Tanja Keller
in Wittelshofen
er
Landesstellenplan und die Bildung von Regionalgemeinden sind kontrovers
diskutierte Themen, mit denen sich laut Präsidentin
Tanja Keller die neue Landessynode der Evangelischen Kirche in Bayern befassen wird.
Auch die Nachfolgeregelung für Regionalbischöfin
Gisela Bornowski werde im
Herbst eine spannende Angelegenheit, welcher sich der
Synodalausschuss
stellen
müsse. Auf Einladung von
Pfarrer und Synodalmitglied Simeon Prechtel besuchte Tanja Keller als neu
gewählte Präsidentin der
Landessynode gemeinsam
mit weiteren Synodalen die
Kirchengemeinde Wittelshofen. Zusammen mit Dorfkemmathen, Ober- und Untermichelbach sowie Dühren bilden diese fünf Gemeinden den Verbund Der
Gute Hirte.
Die beiden Pfarramtssekretärinnen Monika Rieß
und Irmgard Ballheimer äußerten eine gewisse Skepsis
angesichts der anstehenden
Veränderungen. Schon der
Fünferverbund sei ein ganz
schwieriger Prozess gewesen, so Monika Rieß. Jetzt
haben wir uns endlich zusammengefunden und es
läuft gut. Aber wir brauchen
in unserer Region Zeit! Man
habe auch Angst vor dem
Verlust von Ehrenamtlichen
und Bedenken, ob auch
künftig
Ansprechpartner
für die kirchlich engagierten
Personen da sein würden.
Irmgard Ballheimer beklagte die Zunahme der Verwaltungsaufgaben. Die Digitalisierung sei noch im Aufbau
und somit nicht so hilfreich
wie gewünscht. Auch die Bearbeitung und der Vollzug
der Einstellung des Kindergartenpersonals seien oft
problematisch.
Die Synodalpräsidentin
sah es als Herausforderung,
viele laufende Prozesse
gleichzeitig umzusetzen. Keller verhehlte nicht, dass Veränderungen definitiv kommen würden. Aber sie räumte ein: Bayern ist wahnsinnig unterschiedlich und es
wird
verschiedene
Geschwindigkeiten geben. Ich
möchte nicht, dass vor Ort
etwas Funktionierendes zerstört wird!
Für Pfarrer Prechtel, der
nicht begeistert von großen
Gebilden ist, sollen die jetzigen Strukturen so weiterlaufen. Sekretärinnen als
Ansprechpartnerinnen
müssten vor Ort sein. Als
Kontaktpersonen seien sie
das Gesicht der Kirche
und diese lebe schließlich
von Beziehungen. Synodalmitglied Günter Naser ergänzte, dass die ehrenamtlichen Mitarbeiter betreut
werden möchten. Dazu bedürfe es aber ausreichend
hauptamtlicher Pfarrer.
Die zentrale Frage für Präsidentin Keller sei, wie es
mit den Gegebenheiten im
Dekanat an Sulzach und
Wörnitz vorangehen könne.
Als Ansatz einer Lösung
schlug sie die Kommunikation mit denjenigen Dekanaten vor, die sich bereits mit
Ideen auf den Weg gemacht
hätten. Aber das Aufeinanderzugehen und das Zusammenkommen geht nicht von
allein!
Keller, die aus München
stammt und hauptberuflich
als Richterin in Regensburg
tätig ist, betonte abschließend, dass das Ende der
Strukturdebatte wichtig sei,
um sich wieder verstärkt
den inhaltlichen Themen
widmen zu können.
Die Besichtigung des Gemeindehauses folgte im Anschluss. Diese ehemalige
Pfarrscheune kann von der
Kirchengemeinde aus finanziellen Gründen nicht sa-
Die Synodalen am Altar in Dühren, von links: Friedrich Sichermann (Meinhardswinden),
Markus Buntfuß (Professor an der Augustana-Hochschule, Neuendettelsau), Franziska
Heim (Diakonin, Unterschwaningen), Tanja Keller (Präsidentin, München), Simeon Prechtel
(Gemeindepfarrer Der Gute Hirte), Günter Naser (Weiltingen) und Emmanuel Kileo
(Pfarrer aus Tansania, Mission EineWelt).
Foto: Friedrich Zinnecker
niert werden. Sie wurde an
die politische Kommune
übergeben und wird im Rahmen der Dorferneuerung
zum Dorfgemeinschaftshaus
umgestaltet, sodass sie auch
für Versammlungen genutzt
werden kann.
Der Besuch in der Kirche
in Dühren bildete ein Highlight zum Abschluss der präsidialen Informationsreise.
Die St. Michaelskirche in
der kleinsten selbstständigen Kirchengemeinde der
Evangelischen Landeskirche in Bayern mit 24 Seelen
wurde 1987 nach umfassender Renovierung wieder eingeweiht. Auch wenn verständlicherweise nur jeden
zweiten Sonntag Gottesdienst stattfindet, wollen die
Einwohner um den Erhalt
ihres Gotteshauses kämpfen. Wir geben unsere Kir-
che nicht mehr her!, so der
klare Standpunkt vom Vertrauensmann des Kirchenvorstands, Thomas Müller.
Weitere Stationen im Wahlkreis auf der insgesamt 14
Wahlkreise
umfassenden
Bayern-Tour der Synodalpräsidentin waren Weiltingen, Muhr am See, Meinhardswinden und Neuendettelsau.
Friedrich Zinnecker
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