STADTGESCHEHEN
Samstag, 17. Oktober 2026
3
Max von der Anger
Ne fiese Möpp
St. Martins Umzug in der Innenstadt 2025.
Foto: Alexander Heinz
Das Licht der Kindheit
Martinsfreunde rufen zu Spenden auf
Ratingen (AH) Es sind
die Erinnerungen, die
mit den ersten dunklen
Herbstabenden zurückkehren: die selbst gebastelte Laterne, vorsichtig durch die Haustür
getragen. Kalte Finger
am Laternenstab, das raschelnde Papier, die vertrauten Lieder. Und dann
der Augenblick, in dem
St. Martin auf seinem
Pferd erscheint.
ken, der Kindern viel zu
sagen hat. Martin sieht
einen Menschen in Not
und teilt seinen Mantel.
Eine einfache Geschichte und eine große Frage
an uns alle: Was kann ich
geben, damit es einem anderen besser geht? Beim
Basteln, Singen und gemeinsamen Gehen wird
daraus ein Erlebnis. Kinder können erfahren, dass
sie dazugehören und dass
Wer als Kind mitgezo- Aufmerksamkeit füreingen ist, erinnert sich mit ander für eine GemeinSicherheit noch an die- schaft unerlässlich ist.
Mit ihrem Informatises besondere Gefühl:
gemeinsam
unterwegs onsstand am vergangezu sein, mitten in einem nen Samstag haben die
Meer kleiner Lichter das Ratinger Martinsfreunde
Hoffnung trägt und Ver- die diesjährige Sammlung eröffnet. Bis zum 15.
bundenheit erzeugt.
Heute stehen wir am November stehen SamStraßenrand und schau- meldosen in Geschäften,
en den Kindern zu. Doch Kitas und Schulen bereit.
damit auch sie solche Spenden sind auch über
Erinnerungen
mitneh- den QR-Code auf den
men können, braucht es Dosen oder direkt auf das
möglich.
Menschen, die im Hin- Vereinskonto
tergrund Verantwortung Wer selbst beim Samübernehmen. In Ratingen meln helfen möchte, ist
tun das die Martinsfreun- willkommen; unterwegs
de. Sie organisieren die sind ausschließlich autoZüge, kümmern sich um risierte Sammler mit offiden reitenden Martin, ziellen Listen.
Zum 750. StadtgeburtsMusikkapellen, Versicherung und die Tüten mit tag gibt es in diesem Jahr
Obst und Weckmännern. besondere Angebote: Am
Finanziert wird all dies Sonntag, 8. November,
nur durch Spenden, ganz von 17 bis 17.45 Uhr laim Bewustsein der Erin- den die Martinsfreunde
nerung an diesen beson- zum kostenlosen Mitsingkonzert vor St. Peter
deren Heiligen.
Dabei bewahren die und Paul ein. Laternen
Menschen einen Gedan- dürfen mitgebracht wer-
den. Gemeinsam mit der
Musikschule entstand dafür ein Liederheft; Musikschulleiter Paul Sevenich
erarbeitete mit Schülerinnen und Schülern die Notensätze und spielte die
Melodien ein. Erstmals
werden die Martinstaschen zudem als wiederverwendbare Baumwolltaschen ausgegeben.
Der große Innenstadtzug beginnt am Dienstag, 10. November, um
17.45 Uhr. Zuschauer
sind entlang der Strecke
herzlich willkommen. Im
Zug gehen ausschließlich
angemeldete Kinder und
ihre Begleitpersonen mit.
Aber auch in diesem Jahr
werden wieder tausende
Ratinger, staunend und
gleichzeitig ergriffen dem
Umzug der Kinder vom
Straßenrand aus, begleitend zur Seite stehen.
Die Ratinger Jonges
würdigen das Engagement der Martinsfreunde
in diesem Jahr mit der
Dumeklemmer-Plakette.
Die Zukunft dieser Tradition liegt in unserer aller
Händen: durch eine Spende, durch Mithilfe, durch
das gemeinsame Singen
mit den Kindern. Sorgen
wir dafür, dass sie eines
Tages ebenso warm an
ihre Martinsabende zurückdenken können wie
wir und den Gedanken
des Teilens im Sinne von
St. Martin weitertragen.
Jemandem, der, nur um
sich selbst im rechten Licht
erscheinen zu lassen, andere herabsetzt oder schlecht
macht, dem darf gern ein
schlechter Charakter unterstellt werden. Das ist zunächst unredlich oder sogar
falsch, macht es aber auch
in der Sache selbst nicht
besser. Nicht ohne Grund
kennen wir im Rheinland
dafür den Ausdruck ne fiese Möpp.
Gemach, wir reden hier
nicht schon wieder über die
Politik und ihre Repräsentanten (obwohl das schon
ein eigenes Kapitel hergäbe). Nein, dieses Stilmittel
gibt es auch in der Sachpolitik, gerne auch immer dann,
wenn ich im angestrebten
Fortschritt nicht recht weiterkomme. Die Rede ist von
der Verkehrspolitik.
Es ist allgemeine Erkenntnis, dass der Individualverkehr gerade in städtischen
Verdichtungsräumen große
Probleme schafft. Das beginnt mit den alltäglichen
Staumeldungen und endet
im zu knapp bemessenen
(und daher teuren) Parkraum. Da könnte man ja auf
die Idee kommen, das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs zu verbessern und auszubauen, um den Menschen
eine attraktive Alternative
zum Auto vorzustellen. Nur
hier kommen die Verkehrsplaner nicht so recht voran.
Zwar werden, und das ist ja
erfreulich, Bushaltestellen
in Richtung Barrierefreiheit
ausgebaut, allein die Strecken, die Taktdichte und
vor allem auch die Fahrscheinkosten bleiben für
die Nutzer kein Grund zur
mobilen Freude. Abseits des
Deutschlandtickets bleibt,
sofern es denn überhaupt
gute Verbindungen gibt,
nur der Vier-Fahrten-Schein
oder das Eezy-Ticket, wo
aber Preise nahe der finanziellen Schmerzgrenze verlangt werden. Den Umstieg
auf Bus und Bahn fördert
das nicht.
Der fiese Möpp kommt
nun auf den Gedanken,
wenn ich schon den ÖPNV
nicht atFoto: Adobe Stock/Edi Purnomo
traktiver
machen kann, so muss ich zurückgebaut. Stattdessen
einfach den Individualver- erhöht sich das verkehrlikehr unattraktiver machen che Konfliktpotential bei
durch Ampelschaltungen jedem Passieren eines haloder auch durch Baumaß- tenden Busses, wenn der
nahmen, die den PkW- Versuch unternommen wird,
Verkehr verlangsamen. So mit dem Pkw dort vorbei
aktuell geschehen am Breit- zu fahren. Auch sind nicht
scheider Weg in Lintorf, wo allen Verkehrsteilnehmern
die früheren Haltebuchten am Volant ihres SUV die
für die dort fahrenden Li- Regeln bekannt, unter denienbusse
zurückgebaut nen solche Fahrmanöver
wurden, so dass die Busse unternommen werden dürnun auf der Fahrbahn halten fen. Richtig kritisch wird es
müssen, um die (am Schul- dann, wenn Einsatzkräfte
zentrum zahlreichen) Fahr- von Polizei, Feuerwehr und
gäste ein- und aussteigen zu Rettungsdienst am schnellen
lassen. Billigend in Kauf ge- Erreichen ihrer Einsatzstelle
nommen wird, dass der üb- gehindert werden.
rige Verkehr die Haltestelle
So drängt sich der Vernicht mehr zügig passieren dacht auf, dass hier am
kann, sondern warten muss. Ausbremsen des IndividuEin Zugewinn an Ver- alverkehrs gearbeitet wird,
kehrssicherheit ist das am um wenigstens indirekt den
Schulzentrum gewiss nicht, ÖPNV besser zu machen.
zumal als Querungshilfe Diese besondere Logik erwenige Meter entfernt eine schließt sich nicht jedem
Bedarfsampel für Fußgänger und führt erkennbar nicht
existiert. Und die Fläche der zum Ziel.
Bus-Haltebuchten wurden
auch nicht aus Platzbedarf
Max v.d. Anger
Buch zur Ratinger Kunst
31 Kunstgeschichten zum Stadtjubiläum jetzt im Handel
Ratingen (AH) Was
verbindet eine Stadt mit
ihrer Kunst? Es sind die
Menschen, die hier arbeiten, gestalten und
ihre Erfahrungen ausdrücken.
West. Mehr als 100 Gäste
erlebten einen Nachmittag zwischen Orgelmusik,
persönlichen Erzählungen
und Hip-Hop. Ansgar Wallenhorst übersetzte den
Stadtnamen musikalisch
Ihnen widmet sich das auf der Orgel, Tahir Tagerade erschienene Buch chi Cevik setzte einen
Stadt, Kunst, Freiheit. Schlusspunkt mit Rap.
Eindrücklich schilderHeiner van Schwamen
und Manni Evers haben te die syrische Künstlerin
zum 750-jährigen Stadtju- Helda Kutish ihre Erfahbiläum 31 Kunstgeschich- rung künstlerischer Freiten aus Ratingen zusam- heit. In Ratingen könne sie
sich ohne Angst ausdrümengetragen.
Der Band richtet den cken und fühle sich angeBlick auf Persönlichkeiten kommen. Ihre Worte vermit Kunsthintergrund und liehen dem Buchtitel eine
verbindet ihre Geschich- persönliche Bedeutung.
Auch das Zusammenten mit einem Leitgedanken der Stadtgeschichte: spiel von Kunst und StadtFreiheit schafft Raum für raum kam zur Sprache:
künstlerische Entfaltung. Manfred Fiene und UrsuWie lebendig diese Ver- la Alsleben stellten den
bindung sein kann, zeigte 3klang aus Haus zum
die Buchvorstellung am Haus, Poensgenpark und
10. Oktober in der Versöh- Cromford vor. Dabei ging
nungskirche in Ratingen- es um Kunstwerke, die mit
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ihrer Umgebung in einen
Dialog treten.
Das
gemeinschaftlich
entstandene Buch macht
damit zugleich bürgerschaftliches Engagement
sichtbar. Es lädt dazu
ein, vertraute Orte neu
wahrzunehmen und die
Menschen hinter Ratingens kultureller Vielfalt
kennenzulernen. Zum Jubiläum eröffnet es einen
Zugang zur Stadt über
Lebenswege und die Freiheit, eigene Ideen sichtbar
werden zu lassen.
Stadt, Kunst, Freiheit
ist im Scala-Verlag erschienen und für 31 Euro in Ratinger Buchhandlungen.
erhältlich.
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Warm und geborgen durch den Winter
Von der Heizungswartung bis zur Wohlfühloase Badezimmer
Ratingen (Red) Die Tage
werden kürzer, der Wind
zieht um die Häuser. In dieser Zeit wächst bei vielen
Menschen der Wunsch,
nach Hause zu kommen,
die Tür schließen und Wärme spüren.
Nach einem Spaziergang
durch raschelndes Laub
oder einem langen Arbeitstag tut es gut, einen Ort
zu haben, an dem man ankommen darf. Gerade jetzt
merkt man, wie viel eine
verlässliche Heizung und
ein angenehmes Bad zum
Wohlbefinden beitragen.
Hier setzt die Sieghard
vom Bovert GmbH an der
Rosenstraße 23 in Ratingen
an. Der Handwerksbetrieb
kümmert sich um moderne
Heizsysteme, Wärmepumpen und individuelle Badlösungen. Im Mittelpunkt
stehen dabei die Menschen, die in den Räumen
leben.
Wärme ist mehr als eine
Zahl auf dem Thermostat.
Sie macht das Wohnzimmer zum Treffpunkt der
Familie und erleichtert den
Weg aus dem Bett am Morgen. Wer über neue Haustechnik nachdenkt, fühlt
sich dennoch oft unsicher.
Die Auswahl ist groß, und
jedes Haus hat seine eige-
ne Geschichte. Vom Bovert
bietet dafür persönliche
Beratungstermine an, bei
denen Sorgen und Wünsche in Ruhe besprochen
werden können.
Auch das Badezimmer
gewinnt im Herbst und
Winter an Bedeutung. Eine
warme Dusche nach einem kalten Tag, angenehme Materialien und eine
durchdachte Einrichtung
machen aus einem funktionalen Raum einen Ort
zum Durchatmen. Vom
Bovert legt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf
altersgerechte Gestaltung.
Viele Menschen möchten
so lange wie möglich in
ihren eigenen vier Wänden
bleiben, dort, wo Erinnerungen hängen und man
die Nachbarn kennt. Ein
Bad, das unterschiedliche
Bedürfnisse berücksichtigt,
verbindet Wohlfühlatmosphäre mit Sicherheit und
entlastet im Alltag, auch
die Angehörigen. Wer das
frühzeitig plant, schafft
sich Freiraum für später.
Die kalte Jahreszeit ist
ein guter Anlass, das eigene Zuhause mit neuen
Augen zu betrachten: als
Ort der Geborgenheit, der
seine Bewohner durch alle
Lebensphasen begleitet.
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