17. Juli 2026
Woche im Blick
Seite 19
Neuer Mitarbeiter für
mehr Sicherheit
Roboter als Sicherheitswache im Fränkischen Freilandmuseum
N
eue Wege im praktischen
Denkmalschutz erproben das
Fränkische
Freilandmuseum Bad Windsheim des
Bezirks Mittelfranken und
die Nürnberger Wach- und
Schließgesellschaft (NWS).
Zwei Monate lang wird ein
autonom fahrender Roboter nachts über das Gelände
patrouillieren.
Anschließend soll entschieden werden, ob er dauerhaft eingesetzt wird.
Das Fränkische Freilandmuseum Bad Windsheim
hat einen neuen Mitarbeiter.
Er wiegt 30 Kilogramm, bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von sechs Kilometern pro Stunde, schläft
nie, kleidet sich in Grün und
wird nicht krank. In der
Baugruppe RegnitzfrankenFrankenalb des Museums
wurde er offiziell vorgestellt. Sein Name lautet:
NWS GuardR.
Museumsleiterin
Karin
Falkenberg ist bereits gespannt, wie sich der neue
Mitarbeiter bewähren wird.
Wir sind kein hochsensibles Chemielabor. Bei uns
geht es vielmehr um den
Schutz des einzigartigen
Kulturgutes, sagt sie. Und
dafür wolle man den bestmöglichen Schutz.
Ungewöhnlicher
Feldversuch
Um den erzielen zu können, wird darüber nachgedacht, den Roboter dauerhaft einzusetzen. Bevor allerdings darüber entschieden wird, ob er bleiben darf,
muss er sich in der zweimonatigen Testphase bewähren
und zeigen, was er kann. Fal-
kenberg zufolge sei es ein
ungewöhnlicher
Feldversuch, bei dem geklärt werden solle, welchen Mehrwert
das Gerät dem Museum bringen könnte. Nach der Testphase wollen sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen
und den Versuch auswerten.
Dabei soll auch geklärt werden, wie die Nürnberger
Wach- und Schließgesellschaft das Gerät weiterentwickeln und für die Bedürfnisse des Museums möglicherweise optimieren könnte.
Bislang wird der Roboter
vor allem in Industrie- und
Chemieparks eingesetzt, bei
Logistikern, auf Messen, in
Einkaufszentren und Verwaltungsgebäuden. Er ist
mit einer hochsensiblen
Messtechnik ausgestattet,
mit deren Hilfe verschiedene
Gefahren erkannt werden
Roboter NWS GuardR zwischen Hahn und Hühnern, mitten im Museum. Er wird hier bald
Nachtschichten fahren und für mehr Sicherheit sorgen.
Foto: Nina Daebel
können, darunter Brände,
Rohrleitungsschäden oder
Gasleckagen. Auch Einbruchsversuche und Eindringlinge erkennt das System, das mit einem Manipulationsschutz ausgestattet
ist.
Mit mobiler
360-Grad-Kamera
Die Vorzüge des mobilen
Überwachungsgeräts erklärt
Felix Steuger, stellvertretender Leiter der Marketingabteilung bei der Nürnberger
Wach- und Schließgesellschaft. So weist er auf die
360-Grad-Klarbildkamera
hin, auf die zusätzlichen
zwei 180-Grad-Kameras, die
Wärmebildkamera, die autonome Navigation und den
leistungsstarken Allradantrieb. Die ganze Magie aber
spiele sich innerhalb der eingebauten Recheneinheit ab,
betont Steuger.
So schicke das Gerät nicht
nur Bilder, die ein Mensch
dann wiederum zeitaufwendig sichten und einschätzen
müsse. Vielmehr würde das
System das Erfasste kontinuierlich selbst auswerten.
Erst im Falle einer drohenden Gefahr würde es
schließlich einen Alarm auslösen. Dabei könne genau
Freuen sich auf die zweimonatige Testphase des Roboters (von links): Felix Steuger von der festgelegt werden, wann
Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft, Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster und dies erfolgen soll. Ob also beMuseumsleiterin Karin Falkenberg.
Foto: Nina Daebel reits bei einem kleinen Loch
im Maschendrahtzaun darauf aufmerksam gemacht
wird oder ob sich das System erst im Falle eines großflächigen Durchstiegs im
Zaun meldet.
Die Akkulaufzeit des Roboters beträgt rund anderthalb Stunden. Genauso lange braucht er, um sich wieder aufzuladen. Während
dieser Zeit ist er aber nicht
untätig, sondern kann seine
Umgebung beobachten und
sichern. Deswegen sollen die
Ladestationen im Museum
auch an strategisch günstigen Standorten aufgestellt
werden beispielsweise inmitten einer Baugruppe, in
der das Gerät gleich mehrere
Objekte während des Ladevorgangs im Visier hat. Damit könne der NWS GuardR
quasi auch als Standwache
eingesetzt werden.
Brandsicherheit
oberste Priorität
Dass es diese technische
Möglichkeit der Überwachung gibt, begrüßt Museumsleiterin Falkenberg ausdrücklich. Denn vor allem
die Brandsicherheit habe in
einem
Freilandmuseum
oberste Priorität. Und die
Tiere. Sollten einige von ihnen nachts auf Abwege geraten, könnte der Roboter dies
kundtun. Unliebsame Gäste
wie den Fuchs könne er
ebenfalls registrieren. Sollte
ihm hingegen ein Igel begegnen, würde er einen solchen
erkennen und entsprechend
von selbst anhalten. Das sei
Falkenberg zufolge eine
Grundvoraussetzung
für
den Einsatz des neuen Mitarbeiters gewesen.
Dass er Fachkräfte ersetzt
und dabei helfen soll, Kosten
einzusparen, sei der Museumsleiterin zufolge zwar
korrekt. Allerdings sei diese
technische Alternative zum
Menschen mittlerweile auch
deswegen notwendig geworden, weil der Kostendruck
steige und qualifizierte
Fachkräfte für die Nachtbewachung von Kultureinrichtungen schlichtweg fehlen.
Gegenüber klassischen Kontrollgängen könne durch das
mobile Überwachungssystem beispielsweise eine Ersparnis von rund 50 Prozent
erzielt werden.
Ganz günstig ist der innovative Wachhund aber trotzdem nicht. Rund 53.000
Euro kostet das Exemplar,
das aktuell im Museum patroulliert. Wer es mieten
will, muss mit rund 3500
Euro monatlich kalkulieren.
Je nach Art der technischen
Ausstattung und abhängig
von den Sonderwünschen
des jeweiligen Kunden, kann
der
Anschaffungs-Preis
auch bis auf 80.000 Euro
Nina Daebel
steigen.
Grillspaß
Eine Freude für die ganze Familie
D
ie Grillsaison ist eröffnet, und mit ihr
stellt sich die Frage
nach der richtigen Technik.
Direktes und indirektes
Grillen haben jeweils ihre eigenen Vorzüge, die je nach
Grillgut und gewünschtem
Ergebnis ausschlaggebend
sind.
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Die besten Grillmethoden
Direktes vs. Indirektes Grillen
eignet sich besonders für kleine Fleischstücke, Würstchen
oder Gemüse mit kurzer GarBeim direkten Grillen liegt zeit.
das Grillgut unmittelbar über
der Hitzequelle. Dadurch
Indirektes Grillen
wird es schnell und intensiv
für Rippchen und
angebraten, was für eine aroPulled Pork
matische Kruste und ein chaIndirektes Grillen hingegen
rakteristisches
Branding
funktioniert ähnlich wie die
sorgt.
Besonders Fleisch profi- Umluft im Backofen. Das
tiert von der hohen Tempera- Grillgut wird nicht direkt
tur, da die Röstaromen dem über der Hitzequelle platziert,
Grillgut eine besondere Ge- sondern durch zirkulierende
schmacksnote verleihen. Al- Warmluft schonend gegart.
lerdings erfordert diese Me- Dadurch bleibt es besonders
thode Aufmerksamkeit, da saftig und gart gleichmäßig
das Grillgut regelmäßig ge- bis zur gewünschten Kerntemwendet werden muss, um ein peratur. Diese Methode eignet
Verbrennen zu vermeiden. Sie sich hervorragend für größere
Direktes Grillen für
Fleisch und Gemüse
Fleischstücke wie Braten,
Rippchen oder Pulled Pork.
Wichtig ist hierbei ein Grill
mit Deckel, um die Hitze opti- Sommerzeit ist Grillzeit.
mal zu reflektieren und einen
gleichmäßigen Garkreislauf
zu erzeugen.
Direktes Grillen sorgt also
für ein intensives Röstaroma
und eine knusprige Kruste,
birgt aber auch das Risiko von
Fettbrand, wenn herabtropfendes Fett in die Glut gelangt.
Indirektes Grillen verhindert
dieses Problem hingegen und
bietet durch die schonende
Zubereitung besonders zartes
Fleisch, jedoch ohne die kräftige Kruste des direkten Grillens.
Novalis
Fotos: Pexels
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