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Unternehmen stellen sich vor - Mit Zuversicht in die Zukunft
Trotz vieler Herausforderungen ein stabiler, attraktiver Standort
OB Thomas Deffner sieht Ansbach gut aufgestellt Autobranche macht Sorgen Impulse für Innenstadt
D
ie FLZ-Wirtschaftsbeilage geht in ihre
nächste Runde! In
der aktuellen Ausgabe berichten wir wieder über starke Firmen und Standorte
aus Westmittelfranken. Den
Anfang macht Ansbachs OB
Thomas Deffner zu Projekten, Chancen und Herausforderungen der mittelfränkischen Bezirkshauptstadt.
Markt- und Geschäftsfelder investieren und ihre Abhängigkeit von der Automobilwirtschaft reduzieren. Gleichzeitig beobachten wir nach wie
vor Unternehmen, die sehr erfolgreich am Markt agieren
und weiterhin über gute Geschäftsentwicklungen berichten.
Thomas Deffner: Ansbach
ist ein stabiler und attraktiver
Standort, trotz der vielen Herausforderungen das zeigen
auch die Zahlen. Im Prognos
Zukunftsatlas, der die Zukunftsperspektive von Städten untersucht, belegen wir
Rang 51 von 400 untersuchten
Städten und Landkreisen.
Seit 2013 haben wir uns um
rund 30 Plätze verbessert. Besonders stolz sind wir auf unsere Handelszentralität: Laut
Nielsen GfK liegen wir
deutschlandweit auf Platz 7
der attraktivsten Einzelhandelsstandorte. Das spricht für
unsere Innenstadt und die
Kaufkraft.
Deffner: Ja, definitiv. Im
Gewerbepark Ansbach-West
können wir Unternehmen, die
Wachstumsbedarf
haben,
noch Grundstücksflächen bis
zu 5000 Quadratmeter anbieten. Das ist besonders für
ortsansässige Betriebe interessant, die expandieren
möchten, aber auch für neue
Unternehmen, die Ansbach
als Standort ins Auge fassen.
Wir achten dabei auf eine
nachhaltige Entwicklung und
eine gute Mischung aus Branchen. Zudem steht im Gewerbegebiet Brodswinden noch
eine größere Fläche zur Verfügung. Wenn Nachfragen kommen, sind wir bereit, sie zu bedienen.
Wie sieht es mit verfügbaren Gewerbeflächen in AnsHerr Oberbürgermeister bach aus können sich UnDeffner, wie steht Ansbach ternehmen hier noch ansiewirtschaftlich aktuell da?
deln oder erweitern?
Wie wirkt sich die demografische Entwicklung auf
Und wie sieht es auf dem
die Stadt aus?
Arbeitsmarkt aus?
Deffner: Als Oberzentrum
von Westmittelfranken haben
wir seit Jahren eine stabile
Bevölkerungsentwicklung.
Die Zahl der Arbeitsplätze ist
seit 2005 um 6000 gestiegen
bei knapp 41.000 Einwohnern
tung ins ANsWERK eingezogen. Hier ist ein echter Gründungshub für Ansbach entstanden.
Was tut sich im ANsWERK konkret?
Deffner: Im Digitalen Gründerzentrum ANsWERK tut
sich viel. Wir haben neue
Räumlichkeiten, eine neue
Netzwerkmanagerin und analysieren bestehende Angebote. Dazu zählen unter anderem kleinere Formate wie
ANsWERK Connect, welches
wiederbelebt werden soll. Ich
denke hier aber auch an neue
Formate. Wir wollen Wissensvermittlung rund ums Gründen etablieren. Die Nachfrage
ist groß neue Unternehmen
und Teams interessieren sich
bereits für die Räume.
Zuletzt konnten wir den
Verein FabLab begrüßen. Das
FabLab bietet Angebote für alle, die den Umgang mit Elektronik und Geräten zum Erschaffen von konkreten Dingen erlernen wollen. Besonders freut es mich, dass sich
diese sowohl an Technik-Profis als auch an absolute Einsteiger wenden und jede Altersgruppe ansprechen egal
ob Kind oder Senior. Die junge
Generation haben wir auch
bei der Zusammenarbeit mit
Schulen im Blick, hier ist das
ANsWERK bereits sehr aktiv.
Deffner: Die Zahl der ArWie entwickelt sich die
beitslosen ist in diesem Jahr,
wie überall, gestiegen, was die Innenstadt?
wirtschaftliche Lage widerspiegelt. Dennoch suchen vieDeffner: Wir setzen auf
le Unternehmen händerin- Aufenthaltsqualität und praggend nach Fachkräften. Dies matische Lösungen. Kleine
Im Dialog: OB Thomas Deffner (2. v. l.) besucht zusammen mit Christoph Albrecht, Leiter der
Wirtschaftsförderung (l.), regelmäßig Firmen und informiert sich über deren Situation. Auch
ein Betriebshund sorgt da schon mal für gute Laune.
Foto: Anna Beigel
ich hier Brodswinden nennen,
wo rund um die Messe Nature & Family eine Sonntagsöffnung möglich ist. Für die
Eigentümer von Innenstadtimmobilien haben wir ein eigenes Format entwickelt, die
Veranstaltungsreihe Eigentümerdialog. Diese ist im Juli
gestartet und wird noch im
Jahr 2025 mit einer weiteren
Veranstaltung fortgesetzt. Ziel
ist es, die Eigentümer bei Fragen, wie, wie groß ist der Sanierungsbedarf, welche Nutzungsperspektiven habe ich
und was muss ich tun, um die
Immobilie auch in Zukunft ertragreich nutzen zu können.
Neue Perspektiven für die Altstadt können so entstehen.
Auch freue ich mich sehr darüber, dass sich ein Kreis von
Händlern in der Altstadt gebildet hat und nun eigenständige Aktionen organisiert.
Gibt es konkrete Verbesserungen für Pendler und Touristen?
Talente gesucht: Die Ausbildungsbörse in der Altstadt wird von einer Vielzahl an Firmen
genutzt und lockt zahlreiche Jugendliche an.
Foto: Alexander Biernoth
haben wir rund 30.000 Arbeitsplätze. Außerdem haben
wir einen Pendlerüberschuss
von über 12.000. Allerdings
bedeutet dies seit Corona
nicht mehr, dass diese Menschen auch jeden Tag nach
Ansbach kommen, das Pendlerverhalten hat sich verändert: Viele arbeiten im Homeoffice, oft sogar bundesweit,
für Firmen in Ansbach.
Wie ist die aktuelle wirtschaftliche Lage in den Unternehmen?
Deffner: Die konjunkturelle Lage macht auch vor Ansbach nicht halt. Besonders im
Handel, in der Bauwirtschaft
und im Handwerk spüren wir
eine Eintrübung. Leider erleben wir im Bereich der Automobilwirtschaft
aktuell
eine
wirkliche Krise.
Wir beobachten,
wie Unternehmen in neue
konnte man auch bei der diesjährigen Ausbildungsstellenbörse sehen. Sie war ein voller
Erfolg mit Rekordbeteiligung auf Unternehmensseite.
Welche Rolle spielt die
Hochschule Ansbach in diesem Kontext?
Deffner: Eine sehr zentrale. Die Hochschule wächst
kontinuierlich und zählt mittlerweile über 4000 Studierende, zum Semesterstart waren
es rund 1200 neue Erstsemesterstudierende, trotz fehlendem Abiturjahrgang in Bayern aufgrund der Umstellung
auf G9. In Rankings belegt die
Ansbacher Hochschule Spitzenplätze Platz 15 von 102
Hochschulen laut Studierendenbefragung. Toll ist auch
die Zusammenarbeit mit der
Stadt: Es gibt regelmäßige Abstimmungen mit der Hochschulleitung,
gemeinsame
Projekte und vor einigen Monaten ist die Gründungsbera-
Maßnahmen werden unbürokratisch ausprobiert, zum
Beispiel im Rahmen der Citywerkstatt Ansbach, gemeinsam mit der IHK Ansbach und
weiteren Akteuren. Ich denke
hier beispielsweise an die
Ansbach-Buchstaben,
die
dank der Firma Guttendörfer
mit einem Herz erweitert wurden oder eine Wassersprühanlage, die wir an heißen Tagen
vor dem Rathaus aufgestellt
hatten.
Diese Projekte zeigen, dass
Initiativen aus der Citywerkstatt Ansbach mit den verschiedenen Akteuren etwas in
der Innenstadt voranbringen.
Wichtig ist uns zudem der Dialog mit Eigentümern und Einzelhändlern. Dank des neuen
Ladenschlussgesetzes können
lange Einkaufsnächte nun
auch ohne Anlass stattfinden
das stärkt den lokalen Handel. Verkaufsoffene Sonntage
können weiterhin nur unter
besonderen Umständen stattfinden. Exemplarisch möchte
Deffner: Ja. Wir haben die
Radabstellanlagen am Bahnhof erneuert und die Anzahl
verdoppelt und auch in der Innenstadt wurden an einigen
Stellen noch weitere aufgebaut. Zudem besteht für Autofahrer, die mit dem Auto nach
Ansbach pendeln oder die
Bahnverbindungen ab dem
Bahnhof nutzen wollen, die
Möglichkeit, für den innenstadtnahen Parkplatz in der
Feuerbachstraße
Monatstickets oder Jahrestickets zu lösen. Für Touristen wurde unser Fahrradwegenetz besser
beschildert, mit der Citywerkstatt
Willkommensschilder
für Radler aufgestellt und der
Wohnmobilstellplatz hat sich
zu einem sehr gut frequentierten Angebot entwickelt. Ansbach wurde zudem erneut als
Genussort prämiert das
freut uns sehr.
Das frisch sanierte Herrieder Tor kann künftig wieder
besichtigt werden. Es freut
mich sehr, dass wir das Tor
unseren Gästen von außen
und innen präsentieren können. Zudem werden wir auch
in Zukunft viele Gäste mit Veranstaltungen nach Ansbach
locken. Das junge Publikum
steht zunehmend im Fokus,
was wir in diesem Jahr mit
dem Graffiti-Festival Urban
Impressions, DJ-Zonen beim
Ansbacher Altstadtfest und
dem Jazzfestival im Herbst
mit Workshopformaten in den
Schulen sehr gut erreicht haben. Die Ansbacher Hotellerie
und Gastronomie setzen wir
gezielt bei Kampagnen des
Tourismusverbandes Franken
in Szene, so z. B. Genuss Erlebnisse oder Musikzauber
Franken, wo wir Ansbacher
Spezialitäten und veranstaltungsgebundene Pauschalen
kommunizieren. Die neue touristische Website der Stadt
Ansbach sowie die verstärkte
Arbeit in der Social-MediaKommunikation vergrößern
die überregionale Reichweite
und Präsenz auch von kleineren Betrieben, z. B. Jazzd bei
uns in der Ansbacher Gastronomie im Rahmen des Festivals Jazzarise.
Welche Veranstaltungen
sind geplant, um das Stadtleben zu beleben?
Deffner: Wir haben ein neues Konzept für das Frühlingsfest, welches auch im Jahr
2026 umgesetzt werden soll.
Zudem setzen wir auf mehrtägige Events, sowohl städtisch
als auch privat organisiert.
Ich denke hier natürlich an
unser beliebtes Altstadtfest,
Die Ziegenwiese oder das
Weinfest, welches mittlerweile auch schon fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders ist. Zudem dürfen wir
uns 2026 auch wieder auf das
Ansbach Open und die Grüne
Nacht freuen. Die Kulturstrategie setzt die Stärkung des
Kulturangebotes für die Zukunft in Gang so steht auch
die kulturelle Bildung gemeinsam mit den Ansbacher Schulen auf dem Programm. Das
Retti-Palais öffnet seine Türen
und wird damit unsere Sehenswürdigkeiten um ein barockes Juwel bereichern.
Ein attraktives Umfeld ist
auch für Familien wichtig.
Wie steht es um die Kinderbetreuung in Ansbach?
Deffner: Wir haben in den
vergangenen Jahren massiv in
den Ausbau der Kinderbetreuung investiert und das zahlt
sich jetzt aus. Erstmals zum
Start des neuen Kindergartenjahres im September konnten wir allen Kindern einen
Platz anbieten. Es gibt keine
Wartelisten mehr. Das ist ein
Meilenstein für unsere Stadt
und unterscheidet uns deutlich positiv von anderen Städten. Auch unser Angebot für
die Mittags- und Hausaufgabenbetreuung wird sehr gut
angenommen.
Diese Entwicklung zeigt,
dass unsere Maßnahmen greifen. Wir wissen, wie wichtig
verlässliche Betreuung für Familien und berufstätige Eltern ist und wir werden
auch künftig weiter in Qualität und Kapazitäten investieren.
Zu guter Letzt: Wie machen Sie die Stadt Ansbach
fit für die Zukunft?
Deffner: Hier möchte ich
nur auf ein paar Punkte eingehen. Wir haben die kommunale Wärmeplanung an die
Stadtwerke vergeben. Bürger
wurden über einen Bürgerrat
aktiv in Entscheidungsprozesse eingebunden. Und unsere
Verwaltung wird digitaler:
Ummeldungen können jetzt
komplett online erledigt werden, inklusive Passfotoanpassung.
Das spart Zeit und macht
uns moderner. Zudem treiben
wir die Entwicklung des Neubaugebietes Weinbergplateau
II entschieden voran und investieren in das Ganztagesangebot an Ansbacher Grundschulen. Und auch für den Klinikverbund
ANregiomed
konnten wir einen Kompromiss zur Zukunft der Standorte im Verwaltungsrat finden.
Stadt Ansbach,
Christian Treffer
Eine moderne Glasbrücke verbindet die Hochschule
Ansbach und die neu geschaffenen Hörsäle im benachbarten Brücken-Center.
Foto: Christian Treffer
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