GESUNDHEIT 13
geuntersuchungen so wichtig
sind. Blutungen in der Postmenopause können auf Gebärmutterkörperkrebs hinweisen,
und Veränderungen des Bauchumfangs oder unspezifische
Magen-Darm-Beschwerden
können ein Zeichen für Eierstockkrebs sein.
Welche Krebsarten behandeln
Sie in der Onkogynäkologie?
Die Onkogynäkologie umfasst
alle Krebserkrankungen des
weiblichen Genitals. Dazu gehören Vulvakrebs, Vaginalkarzinome, Gebärmutterhals- und
Gebärmutterkörperkrebs sowie
Eierstockkrebs. So unterschiedlich diese Erkrankungen sind,
so unterschiedlich müssen sie
auch betrachtet und behandelt
werden.
Wie steht es um die
Heilungschancen bei diesen
Krebsarten?
Dank medizinischer Fortschritte und der Früherkennung sind
die Heilungschancen in frühen
Stadien sehr gut. So liegt die
Heilungsrate bei frühem Gebärmutterhalskrebs beispielsweise
bei über 90 Prozent. Schwieriger
wird es bei Eierstockkrebs, der
oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird.
Hier liegt die durchschnittliche
Überlebensrate über alle Stadien hinweg bei etwa 50 Prozent.
Gibt es typische Symptome,
auf die Frauen selbst achten
können?
Das hängt von der Krebsart ab.
Nicht heilende Wunden oder
Knoten im Bereich der Vulva
sind beispielsweise ein Warnsignal. Gebärmutterhalskrebs
zeigt in frühen Stadien oft keine
Symptome, weshalb die Vorsor-
Welche Rolle spielt die HPVImpfung in der Prävention?
Die HPV-Impfung ist enorm
wichtig. Sie kann Gebärmutterhalskrebs, aber auch andere
von HPV-assoziierte Krebsarten, vorbeugen. Die Erkenntnis, dass ein Virus Krebs verursachen kann, hat nicht nur
die wissenschaftliche Welt be-
eindruckt, sondern stellt ein
enormes Potenzial für unsere
Gesundheitsvorsorge dar. Es
ist meiner Meinung nach gerade revolutionär, dass wir in
der Lage sind, uns gegen Krebs
impfen lassen zu können. Leider sind die Impfraten noch
recht niedrig. Die Impfung
kann das Risiko des Auftretens dieser Krebserkrankungen
drastisch senken, und ich hoffe, dass das Bewusstsein dafür
noch stärker wächst. Dabei ist
die HPV-Impfung die erste und
aktuell einzige Impfung, die gegen Krebs schützt.
Welche Faktoren sind Ihrer
Meinung nach verantwortlich
für die niedrigen Impfraten?
Ein großes Hindernis ist die
Tatsache, dass HPV oft als
Sex-Virus wahrgenommen
wird. Das ist wiederum mit
Tabus und Missverständnissen
behaftet. Dabei spielen die gesellschaftliche Wahrnehmung
und der Umgang mit Sexualität
eine Rolle. Auch die Bekanntheit der Impfung und die Empfehlungen von Medizinern sind
entscheidend. Es bedarf dringend einem gesellschaftlichen
Umdenken. Wir müssen hier
daher unbedingt umfassendere
Aufklärungsarbeit leisten.
Was ist das HPV-Virus, und
welche Auswirkungen hat es?
Das Humane Papillomavirus
(HPV) ist eine Gruppe von Viren, die weltweit weit verbreitet
sind und verschiedene gesundheitliche Auswirkungen haben
können. Besonders bekannt ist
HPV dafür, dass bestimmte Typen des Virus das Risiko für die
Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs (Cervixkarzinom) erhöhen können. Eine HPV-Infektion erfolgt meist in den ersten
Jahren nach Beginn der sexuellen
Aktivität, im Durchschnitt im
Alter von 16 Jahren. Mehr als 80
Prozent der sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Laufe
ihres Lebens mit HPV. In den
meisten Fällen eliminiert das Immunsystem das Virus innerhalb
von zwei Jahren von selbst. Es
gibt hunderte Typen von HPV
und viele lösen keine schwerwiegenden Gesundheitsprobleme
aus. Diese sogenannten Hochrisiko-Typen können im Laufe
von zehn bis 30 Jahren Vorstufen
und schließlich Krebs verursachen, wenn das Virus im Körper
verbleibt. Risikofaktoren für eine
Persistenz (Fortbestehen) der Infektion sind unter anderem eine
geschwächte
Immunantwort,
zum Beispiel durch Rauchen
oder eine Immunsuppression.
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