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Samstag, 1. August 2026
DIE SEITE 3
Das moderne Ratingen mitgeprägt
Paul Maria Zimmermann, Gründer des Ratinger Wochenblatts, im Alter von 86 Jahre gestorben
Als die Stadt Ratingen 2025 das
50-jährige Jubiläum der großen
Gemeindereform von 1975 beging,
feierte auch das Ratinger Wochenblatt seinen 50. Geburtstag. Das
war kein Zufall. Die Gemeindereform war der Auslöser dafür, dass
Paul Maria Zimmermann, ein damals erst 35 Jahre alter Verlagskaufmann, 1975 das Ratinger Wochenblatt gründete.
Ratinger Institution
Er machte den Roten Punkt
schnell zu einer Institution in Ratingen und lenkte als Herausgeber
und Geschäftsführer mehr als vier
Jahrzehnte lang die Geschicke der
Zeitung, bevor sie zum 1. Januar
2018 an die Funke Medien-Gruppe
veräußert wurde. In der Nacht
zum 22. Juli 2026 ist PMZ, wie er
von den meisten genannt wurde,
im Alter von 86 Jahren gestorben.
Eine Zeitung in Ratingen zu
gründen, war ihm nicht in die Wiege gelegt worden. Geboren wurde
er in gut katholischen, so genannten kleinen Verhältnissen, als Sohn
eines Schulhausmeisters in EssenBorbeck. Priester hätte er nach
dem Wunsch der Eltern werden
sollen, aber das wollte nicht recht
zu seinem kritischen Geist passen.
In der Schule fiel seinem Deutschlehrer sein Gespür für Sprache auf.
Dessen Förderung ebnete ihm den
Weg zum Gymnasium, eine Lehre
als Verlagskaufmann und die Werbefachschule folgten. Sein Verkaufstalent fiel schnell auf, die Berufskarriere nahm rasend schnell
Fahrt auf. Noch bevor er 30 war,
wurde er Anzeigenleiter beim Handelsblatt in Düsseldorf. Wenige
Jahre später wagte er den Sprung
in die Selbständigkeit, zunächst als
Media-Berater.
Hier kreuzte sich sein Weg mit
einem alten Bekannten aus Essen.
Dr. Alfred Dahlmann, der ein paar
Jahre vor ihm am Borbecker Gymnasium sein Abitur gemacht hatte,
war inzwischen Stadtdirektor in
Ratingen und machte sich im Zuge
des sich anbahnenden Zusammenschlusses Ratingens mit den Angerlandgemeinden und Homberg
Gedanken, wie die neue Stadt Ratingen möglichst schnell zu einer
Einheit zusammenwachsen konnte. Eine gemeinsame Zeitung sollte dabei eine wichtige Rolle spielen. Dahlmann beauftragte PMZ
mit einer Untersuchung, ob eine
solche Zeitung Marktchancen ha-
Paul Maria Zimmermann, der Gründer
des Ratinger Wochenblatts, im Jahr
2000.
Privat
be. PMZs Marktanalyse fiel positiv
aus, doch es fand sich kein etablierter Verlag, der das Projekt angehen mochte. Dahlmann kam auf
PMZ zurück. Wenn er überzeugt
von seiner eigenen Analyse sei,
warum mache er die Zeitung nicht
selbst, er sei doch vom Fach?!
Mut und Selbstbewusstsein
PMZ ließ sich auf das Abenteuer
ein, an Mut und Selbstbewusstsein
mangelte es ihm nie. Es wurde eine
durchschlagende Erfolgsgeschichte. PMZ war ein begnadeter Verkäufer, und als solcher wusste er:
Die persönliche Überzeugungskraft ist enorm wichtig in der Beziehung mit den Kunden. Aber das
A und O für den langfristigen Erfolg ist die Qualität des Produkts.
Deshalb investierte er von vornherein viel Energie darein, das Ratinger Wochenblatt zu einer guten,
interessanten Zeitung zu machen.
Erfolgsindikator Reichweite
Nur wenn die Ratingerinnen und
Ratinger Donnerstag für Donnerstag die Zeitung aufschlugen, begierig, was es Neues in der Stadt
gibt, nur dann konnten auch die
Anzeigen die Beachtung finden,
die sich die Kunden wünschten. In
der Medienwelt nennt man das
Reichweite. Sie ist schwerer zu
messen als die Auflage, die aber
nichts darüber aussagt, wie viele
Menschen die Zeitung tatsächlich
lesen. Die Reichweite ist der eigentliche Goldstandard der Werbetreibenden.
PMZ wählte seine Redakteure
sorgfältig aus und ließ sie jedes
Feld beackern, das in Ratingen Beachtung versprach. Brauchtum
und Sport, Wirtschaft und Sozia-
les, Kultur und Natur - vor allem
aber Politik. PMZ interessierte
sich leidenschaftlich für Politik.
Mit dem Ratinger Wochenblatt
war er nun ganz nah dran an der
Lokalpolitik, aber durchaus auch
an der Landes- und Bundespolitik.
Alle Ratinger Bundestags- und
Landtagsabgeordneten seit 1975
bestritten einen wesentlichen Teil
ihres Wahlkampfs im Roten
Punkt. Wenn sie es wünschten,
entwarf PMZ sogar die Kampagnen für sie. Dabei machte er keinen Unterschied, ob er die jeweiligen politischen Positionen persönlich teilte. Dass PMZ eher der
CDU und der FDP zugeneigt war,
konnte jeder wissen, der sich mit
ihm unterhielt. Gleichwohl pflegte er auch gute Beziehungen, teils
enge, dauerhafte Freundschaften
mit namhaften Ratinger Sozialdemokraten und Vertretern anderer
politischer Gruppierungen. Das
galt für die Abgeordneten, erst
recht aber für die Stadtoberhäupter und maßgeblichen Vertreter
des Rates.
Ehrenamtlich engagiert
Bei aller Konzentration auf die Politik, für die das Ratinger Wochenblatt in erster Linie stand, darf das
enorme ehrenamtliche Engagement von PMZ nicht unerwähnt
bleiben. Schon kurz, nachdem er
nach Ratingen kam, gründete er
den RaKiKa mit, weil er der Meinung war, dass der Kinderkarneval eine institutionelle Förderung
brauchte. Er war in diversen Vereinen aktiv, von der St.-Sebastiani-Schützenbruderschaft bis zum
Förderverein des Hauses Salem.
Besonders prägend war aber seine
Arbeit für den City-Kauf Ratingen,
dessen Vorsitzender er mehr als
zwei Jahrzehnte lang war. Veranstaltungen wie der Bauernmarkt
oder die Automeile gehen auf seine Initiative zurück, den Weihnachtsmarkt, die Lichterwochen
und die Trödelmärkte in der City
setzte er auf ein solides Fundament. PMZ tanzte auf vielen Hochzeiten, war viele Jahre lang omnipräsent in der Stadt, fünf Jahre
lang, von 1994 bis 1999 auch als
Ratsmitglied für die FDP. Mit dem
vollen Einsatz eines Full-TimeJobs stürzte er sich auch auf diese
Aufgabe. Im Nachhinein mochte
er die Erfahrung nicht missen, war
jedoch auch selbstkritisch genug,
den Konflikt zwischen politischer
Neue Eindrücke und Erfahrungen
Ferienprogramm der Lebenshilfe für die Helen-Keller-Schule
Die Lebenshilfe Kreisvereinigung
Mettmann bietet auch in diesem
Sommer drei Wochen lang ein umfassendes Ferienbetreuungsprogramm für Kinder der Helen-Keller-Schule an. Mit einem abwechslungsreichen Angebot aus Naturerfahrungen, kreativen Aktivitäten und Ausflügen wird es nicht
langweilig.
Wir legen immer besonders
viel Wert auf die Förderung
sozialer Kompetenzen und das
gemeinsame Erleben, berichtet
Bernd Goebel, Leiter des Familienunterstützenden Dienstes der
Lebenshilfe. Das kann bei Ausflügen mit Naturerfahrungen sein
oder bei kreativen Angeboten. In
der ersten Woche waren wir beispielsweise am Rhein, wo wir
Naturmaterialien gesammelt und
Auch im Streichelzoo hatten die Kinder der Helen-Keller-Schule viel Spaß.
Lebenshilfe / Kreisvereinigung Mettmann
künstlerisch gestaltet haben.
Immer wieder gibt es auch ruhige
Phasen, wie Waldmeditationen,
die den Kindern mit geistiger
Beeinträchtigung helfen, Entspannung und innere Ruhe zu
finden.
Durch großzügige Spenden
konnte der Familienunterstützende Dienst in diesem Jahr für die
Ferienbetreuung neue Spiel- und
Lernmaterialien anschaffen. Das
Ziel der Ferienbetreuung ist es,
den Schulkindern unvergessliche
Erlebnisse zu ermöglichen und sie
in ihrer Entwicklung zu unterstützen.
Die Ferienbetreuung findet wie
jedes Jahr in Kooperation mit der
Helen-Keller-Schule in Ratingen
statt. Die langjährige Zusammenarbeit ermöglicht Familien eine
verlässliche Entlastung und den
Kindern eine Woche voller Freude, Gemeinschaft und neuer Eindrücke.
Tätigkeit und Zeitungsberichterstattung zu erkennen.
Es gehört zum Wesen einer guten Zeitung, kritisch zu sein und
Missstände aufzudecken. Damit
macht man sich nicht nur Freunde,
man verliert auch Freunde, wenn
man es konsequent praktiziert. In
dieser Hinsicht kannte PMZ, wie
man so schön sagt, keine Verwandten. Gerade im geschlossenen Biotop einer Stadt, in der man wichtigen Akteuren ständig und überall
begegnet, ist eine kritische Haltung nicht leicht durchzuhalten.
PMZ konnte das, denn, wie gesagt,
Angst kannte er nicht, schon gar
nicht vor Autoritäten. Wenn er der
Meinung war, dass etwas gesagt
werden musste, dann musste es
eben gesagt werden. Er konnte
hart austeilen und dem Angegriffenen tags darauf unbefangen gegenübertreten. Und wer bei ihm
Redakteur war, musste lernen, solche Situationen auszuhalten.
Er war kein einfacher Chef. Er
verlangte viel, war bisweilen ein
wenig unberechenbar, konnte
auch laut werden. Er erwartete
Loyalität. Aber das war keine Einbahnstraße. Wenn man sein
Grundvertrauen hatte, konnte
man sich hundertprozentig auf ihn
verlassen. Er war in hohem Maße
interessiert an den Menschen.
Wenn jemand Rat oder Unterstützung brauchte, klopfte er niemals
umsonst an. Dann war PMZ großzügig und hilfsbereit.
Er genoss das Leben
Schon einige Jahre vor dem Verkauf des Ratinger Wochenblatts
zog sich PMZ Schritt für Schritt aus
dem operativen Geschäft zurück.
Er wurde milder, genoss das Leben
bei gutem Essen und vielen außergewöhnlichen Reisen. Und nach
und nach söhnte er sich mit allen
aus, die bisweilen in der Berichterstattung des Roten Punkts nicht so
gut wegkamen. Sein Stolz und sein
Glück fand er in der Familie, bei
Barbara Kohlmann, der Frau an
seiner Seite, den drei Kindern, vier
Enkeln und zwei Urenkeln.
Er blieb ein wacher, unbestechlicher Beobachter der Entwicklung
Ratingens, schaffte aber, was nicht
vielen Menschen gelingt, die einmal großen Einfluss hatten: einen
würdigen Rückzug. Am 23. Juli
hat Ratingen eine der prägenden
Persönlichkeiten der letzten 50
Jahre verloren.
Was tun gegen
Einsamkeit?
Eine Projektgruppe des Amtes für
Soziales, Wohnen und Integration,
die sich aus der Veranstaltung
Runder Tisch gegen Einsamkeit
gebildet hat, lädt am Donnerstag,
6. August, von 10 bis12 Uhr zu einem Infostand auf den Vorplatz
des evangelischen Gemeindehauses neben dem Hösel-Center ein.
Interessierte sind eingeladen, miteinander ins Gespräch zu kommen
und neue Kontakte zu knüpfen. Im
Mittelpunkt stehen Fragen rund
um Begegnung, Gemeinschaft und
Teilhabe im Alter. Welche Angebote gibt es in Ratingen? Wo können neue Bekanntschaften entstehen? Welche Möglichkeiten bieten
Vereine, Treffpunkte oder ehrenamtliches Engagement? Ehrenamtliche und Fachpersonen stehen für Gespräche zur Verfügung
und informieren über bestehende
Angebote.
Die "Kellen" am Ratinger Ostbahnhof, die noch über ein Zugseil bedient werden,
haben in absehbarer Zeit ausgedient. Die Deutsche Bahn modernisiert in der gesamten Region die Signaltechnik,
Martin Poche
Busse statt Bahnen
DB erneuert Stellwerkstechnik auf S6-Strecke
Die DB InfraGO setzt im Sommer
die Modernisierung ihrer Stellwerkstechnik fort. In der Zeit von
Freitag, 7. August, bis Freitag, 21.
August 2026, treiben die Fachleute den Bau des neuen, modernen
Stellwerks Solingen im Abschnitt zwischen Düsseldorf und
Kettwig voran. Dies ist allerdings
erneut mit abschnittsweisen Streckensperrungen verbunden.
Das Projektteam führt Rammarbeiten für 15 neue Signale an der SBahn-Strecke durch. Mit der modernen Stellwerkstechnik stärkt
die DB den Nahverkehr im Rheinland bis nach Solingen. Da die
neue Technik deutlich weniger
störanfällig ist, kann der gesamte
Zugverkehr auf der Strecke pünktlicher und zuverlässiger fahren,
heißt es in einer Mitteilung des
Unternehmens.
Auswirkungen auf
den Zugverkehr
Während der Bauarbeiten kommt
es zu folgenden Auswirkungen auf
die S-Bahn-Linie S 6: In der Zeit
von Freitag, 7. August 2026, 20:45
Uhr, bis Montag, 17. August 2026,
20:45 Uhr, entfällt die Linie zwischen Essen Hbf und DüsseldorfWehrhahn. Als Ersatz verkehren
Busse zwischen Essen Hbf und
Düsseldorf Hbf.
In der Zeit von Montag, 17.
August 2026, 20:45 Uhr, bis Freitag, 21. August 2026, 21:00 Uhr,
fahren die Züge der S 6 nicht zwischen Kettwig und DüsseldorfWehrhahn. Auch in diesem
Abschnitt sind dann Ersatzbusse
unterwegs.
Veränderungen
am Ostbahnhof
Die neue Technik wird auch zu
deutlich sichtbaren Veränderungen am Ratinger Ostbahnhof führen, denn das dort Verfahren aus
der Bahn-Vergangenheit zum Einsatz kommen, kann jeder Fahrgast
wahrnehmen. Dazu teilte die Bahn
auf Anfrage mit: Bestandsstellwerk und technik in Ratingen-Ost
werden zur Inbetriebnahme des
neuen Stellwerks 2028 außer Betrieb genommen. Somit wird es ab
dann auch kein besetztes Stellwerk in Ratingen-Ost mehr geben.
Ab heute neu dabei:
Unser Ratingen
Ratingen. Seit etwas mehr als einem
Jahr erhöht das wöchentlich erscheinende Unser Ratingen die
Medienvielfalt in dieser Region.
Mit der heutigen Ausgabe gibt es
Neuerungen, die den Erscheinungstermin und die Verteilung
angehen.
Ab dem 1. August verändert das
Wochenblatt Unser Ratingen den
Erscheinungstermin von Freitag
auf Samstag. Zudem wird dieser
Titel zusammen mit Ihrem Ratinger Wochenblatt verteilt und damit zum integralen Bestandteil
dieses Druckproduktes.
Sie finden die Ausgabe von Unser Ratingen in dieser Ausgabe
des Ratinger Wochenblattes ab Seite 11 natürlich mit eigener Titelseite und eigenen Inhalten. Trotz
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