Sonderveröffentlichung
12. / 13. September 2026
Kehrwieder am Sonntag
Seite 9
SEniorEn
Aktiv im Alter
Gründe genug, um zu feiern
BWV-Sommerfest und 25 Jahre BWV-Sozialmanagement
Auch in diesem Jahr feierte der
Beamten-Wohnungs-Verein zu
Hildesheim (BWV) sein beliebtes
Sommerfest, wie gewohnt mit
einem großen Angebot für alle
Generationen. Neben Livemusik
und sehenswerten Darbietungen
der Tanzcompany Ars Saltandi standen auch ein umfangreiches Spielangebot für Kinder
und Jugendliche sowie kulinarische Genüsse auf dem Programm. Das Besondere in diesem Jahr: Zeitgleich feierte die
Genossenschaft das 25-jährige
Bestehen des BWV-Sozialmanagements.
Rückblick:
Die Initiative des BWV-Vorstands Wolfgang Dressler, einen
Sozialarbeiter und -pädagogen
ins Unternehmen zu holen und
damit das Sozialmanagement
der Genossenschaft auf eine
professionelle Basis zu stellen,
markierte vor 25 Jahren den
Startpunkt für ein umfangreiches Engagement in diesem
wichtigen Bereich der Wohnungswirtschaft.
Mit der Eröffnung der BWVBegegnungsstätte
in
der
Orleansstraße 16a im Jahr 2001
stellte der BWV anschließend
Johanna Schaper, Sabine Sonnenberg (Ortsbürgermeisterin Oststadt), Wolfgang Dressler (Vorstandssprecher
BWV), Karin Flöter, Ingrid Lange, Gertrud Westermann, Ilse Schulz, Gerald Roß (von rechts).
die Weichen für eine lebendige
Quartiersarbeit. Seitdem wird
dort, mindestens von Montag
bis Freitag, ein vielfältiges
geselliges und kulturelles Programm geboten, das vor allem
durch ehrenamtliches Engagement getragen wird. Für jede
Veranstaltung braucht es engagierte Menschen, die sich für
eine optimale Vor- und Nachbearbeitung sowie die Durchführung stark machen. Diesen Einsatz für die Gemeinschaft muss
man deutlich hervorheben,
erläutert Gerald Roß vom BWV.
Aus diesem Grund war die Bühne des diesjährigen Sommerfes-
tes der richtige Ort, um einige
dieser Menschen zu würdigen.
Darunter auch zwei Damen, die
vom ersten Tag an mit dabei
sind: Ingrid Lange und Gertrud
Westermann. Aber auch Ilse
Schulz, Karin Flöter und Ursula
Hugler sind seit den Anfangszeiten mit Engagement bei der
Sache. Alle fünf gehören zur
sogenannten Planungsgruppe,
die in jüngerer Zeit von Bärbel
Wille und Uschi Schwendy verstärkt wurde. Größere Veranstaltungen wie Vorträge, Feste,
Ausflüge und vieles mehr werden in diesem Kreis beschlossen
und geplant.
Ausbau des
Sozialmanagements
Mit einem engagierten Team
gelang es in den letzten 25 Jahren jedoch nicht nur, das Mutterschiff BWV-Treff auf Kurs
zu halten, sondern weitere Projekte anzusteuern:
Wohnbegleitende Dienstleistungen wie etwa das Hausnotrufkonzept der Malteser
Eine jährliche, begleitete
Genossenschaftsreise
Die Eröffnung des Bürgertreff
b-west in der Alfelder Straße/
Ecke Hachmeisterstraße mit
einem umfangreichen Programmangebot, inklusive der
Hausaufgabenhilfe und vielen,
sehr engagierten ehrenamtlichen
Mitarbeitenden
Gründung des Vereins
Gemeinwesenarbeit Stadtfeld
mit dem BWV als wesentlicher
Bestandteil im Jahre 2010
Errichtung des Quartierszentrums Stadtfeld in der Triftäckerstraße mit Unterstützung des
Städtebauförderungsprogramms Sozialer Zusammenhalt
Intensive Unterstützung durch
den BWV im Fördergebiet
Nördliche Nordstadt
Vielfältige Aufgaben
Neben der Organisation einer
vielfältigen Gemeinwesenarbeit
kümmert sich der BWV-Sozialdienst allerdings vorrangig um
vielschichtige Problemlagen, die
in der Bewohnerschaft auftreten. Dazu gehören persönliche
Herausforderungen, die zum
Beispiel durch die Einschränkung der Selbstständigkeit bei
körperlichen
Erkrankungen,
durch seelische Störungen oder
psychiatrische Erkrankungen
entstehen.
Aber auch bei Unstimmigkeiten und Regelverletzungen in
den Hausgemeinschaften beglei-
Miteinander im Alltag:
Nachbarschaftshilfe neu gedacht
Nachbarschaftshilfe entsteht
oft spontan und versandet
genauso schnell wieder, wenn
Verbindlichkeit fehlt. Damit
Unterstützung im Alltag
zuverlässig funktioniert, lohnt
sich ein Blick auf einfache,
aber durchdachte Strukturen.
Statt lose Absprachen zu treffen, hat sich ein fester
Wochenrhythmus bewährt:
Wiederkehrende Zeitfenster für
Einkäufe, Begleitungen oder
kleine Reparaturen schaffen
Planbarkeit für alle Beteiligten.
Hilfreich ist außerdem, Aufgaben nicht nur nach Bedarf,
sondern nach Fähigkeiten zu
verteilen. Wer etwa organisatorisch stark ist, kann Termine
koordinieren, während handwerklich Versierte kleinere
Reparaturen übernehmen. So
entsteht ein System, das nicht
auf Einzelpersonen angewiesen
ist. Digitale Werkzeuge wie
gemeinsame Kalender oder
Messenger-Gruppen erleichtern
die Abstimmung, sollten
jedoch klar moderiert werden.
Weniger bekannt, aber
effektiv: eine rotierende
Zuständigkeit. Dabei über-
nimmt jede Woche eine andere
Person die Rolle der Ansprechstelle. Das entlastet Einzelne
und fördert gleichzeitig die
Beteiligung. Ebenso sinnvoll
ist ein niedrigschwelliger Einstieg, etwa durch einmalige
Aktionen wie gemeinsames
Einkaufen oder das Teilen von
Werkzeugen. Daraus entwickeln sich oft stabile Hilfsnetz-
werke.
Entscheidend bleibt eine
offene, aber klare Kommunikation. Erwartungen, Grenzen
und Verfügbarkeiten sollten
früh benannt werden. So entsteht Vertrauen die Grundlage dafür, dass Nachbarschaftshilfe nicht zur Belastung wird,
sondern den Alltag spürbar
erleichtert.
Jhony Carlos Moreno aus Bolivien malt wieder
Das hört sich erst einmal nicht
nach einer weltbewegenden
Nachricht an. Für Herrn Moreno
ist es das aber schon! Er leidet
seit einiger Zeit an einer altersbedingten Makuladegeneration,
einer Erkrankung der Netzthaut,
die das Sehen von Details durch
das Absterben zentraler Netzhautareale bis zur Sehbehinderung beeinträchtigt. So saß Herr
Moreno in La Paz (Bolivien) und
musste erleben, dass die, erst
nach seiner Pensionierung entdeckte, Liebe zum Zeichnen und
Malen durch die AMD immer
schwerer auszuleben war. Ein
Traum zerplatzte in Zeitlupe...
Im 11000km entfernten
Schellerten hörte sein Sohn Pablo wie sein Vater unter der Situation litt und Hilflosigkeit
machte sich breit. Auch Pablo
hatte seine Erfahrungen mit
Sehprobleme gehabt, aber nach
OP und neuer Brille wieder zu
einem neuen Lebensgefühl
Kolja Geldmacher (links) nimmt das neue Werk von Jhony Carlos Moreno
aus Bolivien entgegen eine Windmühle.
Foto: GeldmAcher
gefunden. Und so machte sich
die Familie auf die Suche nach
einer Lösung. Welche Überra-
schung, dass diese Lösung beinahe vor der Haustür in Bad
Salzdetfurth lag! Augenoptik
Geldmacher in Bad Salzdetfurth
hatte schon seit vielen Jahren
ein Versorgungssystem unter
dem Namen NuCentro das sich
gezielt an AMD-Patienten richtet. Kurz und gut wurde ein Termin vereinbart, an dem Dipl.
Augenoptiker/Optometrist Kolja
Geldmacher die Familie betreute.
Das in drei Sprachen gleichzeitig
geführte Beratungsgespräch verlief sehr erfolgreich und resultierte so in einer Brillenversorgung.
Die Familie nutzte die Fertigungszeit für eine kleine Rundreise durch Europa und fand sich
nach Fertigstellung der Brillen
wieder in Bad Salzdetfurth ein.
Das Ergebnis war ein Erfolg auf
ganzer Linie und so wurde beim
Abgabegespräch von Kolja Geldmacher auch darum gebeten, ein
Foto des ersten Kunstwerks mit
den neuen Brillen zu erhalten.
Aber es kam viel besser! Herr
Moreno konnte nach dem Erhalt
der Brille gar nicht schnell genug
eine Leinwand und einen Stift in
die Hand bekommen, und so
überraschte er Kolja Geldmacher
gleich in den darauffolgenden
Tagen mit einem besonderen
Geschenk: ein Bild einer Windmühle, die er Tage zuvor in Holland fotografiert hatte, jetzt in
Bleistift gezeichnet und im Rahmen veredelt!
Das Bild bekommt einen
Ehrenplatz, das verspreche ich!,
so Kolja Geldmacher mit sichtlicher Rührung. Das war der
Familie Moreno sehr recht, denn
das war auch ihnen ein Bedürfnis: Das Bild muss hängen,
denn ich möchte es Freunden
und Verwandten, die mich besuchen, gerne zeigen können!, so
Pablo Moreno. Und so ist eine
Erfolgsgeschichte des NuCentro
System, jetzt mit einem Denkmal
in den Geschäftsräumen der Firma Augenoptik Geldmacher zu
bestaunen!
tet der BWV-Sozialdienst die
Wohnungsverwaltung mit fachlicher Expertise. In den vielfältigen Aufgaben wird Gerald Roß
im BWV-Sozialmanagement seit
2025 von seiner Kollegin und
Nachfolgerin Johanna Schaper
unterstützt.
Nähere Informationen zu
allen sozialen Aktivitäten des
BWV gibt es bei Johanna Scha-
per, Telefon 05121-9136-302,
E-Mail jschaper@bwv-hi.de,
sowie bei Gerald Roß, Telefon
9136-301, E-Mail gross@bwvhi.de.
Auskünfte zur Gemeinwesenarbeit im Stadtfeld sind im
Stadtteilbüro, Telefon 051219136-333, E-Mail: info@gwestadtfeld.de, Internet www.gwestadtfeld.de, erhältlich.
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