LANDKREIS HILDESHEIM
KEHRWIEDER am Sonntag 9. / 10. Mai 2026
Weniger
Arbeitslose
im April
Landkreis trotz
landesweitem Trend
KREIS HILDESHEIM. Die Zahl
der Arbeitslosen in Stadt und
Landkreis Hildesheim ist im
April erneut zurückgegangen.
Das geht aus aktuellen Daten
der Agentur für Arbeit in Hildesheim hervor. Die Behörde
registrierte für den vergangenen Monat im Mittel 11.473
Erwerbslose, das waren
immerhin 93 weniger als noch
im März. Auch von Februar
auf März hatte es bereits
einen Rückgang gegeben. Im
Vorjahr hatte es hingegen im
Landkreis Hildesheim von
März auf April einen erheblichen Anstieg der Arbeitslosigkeit gegeben, was untypisch
war und wohl vor allem an
der Entwicklung bei einzelnen
Firmen lag.
Im Leinebergland ist die
Arbeitslosigkeit in stärkerem
Maße gesunken als im restlichen Landkreis. Im Geschäftsstellenbezirk Alfeld der Agentur für Arbeit, der im Wesentlichen den Altkreis umfasst,
sank die Zahl der Betroffenen
allein schon um 50. Kreisweit
liegen die Arbeitslosenzahlen
immer noch über den Vergleichswerten des Vorjahres,
allerdings nicht mehr so weit
wie zuletzt.
Der saisontypische Rückgang der Arbeitslosenzahlen
ist ein positives Signal, das
wir in dieser Form auch
erwartet haben, erklärt Evelyne Beger, Vorsitzende der
Geschäftsführung der Agentur
für Arbeit Hildesheim. Gerade nach den vielen schlechten
Nachrichten der vergangenen
Monate tut diese Entwicklung
gut sie zeigt, dass der
Arbeitsmarkt weiterhin eine
gewisse Stabilität besitzt.
Doch sie betont auch: Dennoch bleibt die Lage angespannt, und von einer nachhaltigen Trendwende kann
noch keine Rede sein. Die
wirtschaftliche Krise sei weiterhin spürbar und real.
Beger: Wir sehen aktuell eher
ein Durchatmen als eine echte
Erholung.
abu
Theaterteam
spielt Komödie
ALGERMISSEN. Die Theatergruppe der Kolpingsfamilie
bringt vom 26. bis 28. Juni
die Komödie Oh Gott, die
Familie auf die Bühne.
In dem Stück geht es um
ein Paar, das eine stille
Hochzeit in einer abgelegenen Hütte plant. Doch als
beide Familien überraschend erscheinen, nimmt
der Tag eine ganz andere
Wendung: Diskussionen,
Missverständnisse und ein
nächtlicher Abstecher ins
Dorf sorgen für zahlreiche
Verwicklungen. Am Ende
findet die Hochzeit dennoch
statt aber anders als
gedacht.
Die Aufführungen sind
im katholischen Pfarrheim
(Marktstraße 10). Karten
gibt es im Vorverkauf im
Blumenladen von Marlen
Apel unter der Nummer
0 51 26/21 26, und im Hofladen von Claudia Köhler.skn
Sportmilliarde: Manche hoffen noch,
andere zeigen sich enttäuscht
Die Sporthallen in Eime und Eitzum sollten saniert werden, doch das wurde vom Bund abgelehnt.
Auch im restlichen Landkreis versucht man, mit den Absagen umzugehen.
SAMTGEMEINDE LEINEBERGLAND/
KREIS HILDESHEIM. 333 Millio-
nen Euro standen bereit und
der Ansturm darauf war entsprechend enorm. Mehr als
3600 Anträge für die Sanierung von Sportstätten gingen
Anfang des Jahres beim Bund
ein, 14 davon kamen aus dem
Landkreis Hildesheim. Ende
vergangener Woche nun können viele Gemeinden deutschlandweit, darunter auch
Alfeld, über eine Zusage für
das begehrte Förderprogramm
Sportmilliarde jubeln 314
Projekte erhielten grünes Licht
aus Berlin. Alfeld steht damit
im Landkreis allerdings alleine da, die 13 anderen Anträge
wurden allesamt abgelehnt.
Zwei davon kamen aus der
Samtgemeinde Leinebergland
deren Bürgermeister Volker
Senftleben (SPD) hofft nun
auf einen zweiten Anlauf.
Für Alfeld freue ich mich
natürlich, sagt Senftleben
gegenüber der Redaktion.
Auch ist es seiner Meinung
nach ein gutes Zeichen für den
gesamten Landkreis, dass
zumindest einer der 14 hiesigen Anträge bewilligt wurde.
Die Samtgemeinde müsse nun
aber schauen, wie sie mit ihren
beiden abgelehnten Projekten
umgeht. Wie berichtet, legte
sie ihre Hoffnungen auf den
Fördertopf, um damit die
Turnhallen in Eime und Eitzum
für insgesamt über 4 Millionen
Euro zu sanieren. Die Umsetzung ist nur mit einer Förderung möglich, so Senftleben.
Die Sporthalle in Eime sollte mithilfe der Sportmilliarde saniert werden, doch der Antrag wurde abgelehnt. Nun
hofft Samtgemeindebürgermeister Volker Senftleben auf einen zweiten Anlauf.
FOTO: LARS LIPPERT
Er gehe daher davon aus,
dass die politischen Gremien
der Samtgemeinde in den
kommenden Monaten erneut
entscheiden, sich an Berlin zu
wenden für die zweite der
insgesamt drei geplanten Förderrunden von je 333 Millionen Euro. Die Hoffnung
stirbt zuletzt, dass wir zumindest bei der zweiten Tranche
ein Stück vom Kuchen abbekommen. Ob sich an den
Anträgen etwas ändere, diese
etwa günstiger ausfallen als
beim ersten Anlauf, bezweifle
er aber: Der Bedarf ist ja
unverändert. An den Projek-
ten kann man kaum noch
etwas ändern.
Eime und Eitzum sind bei
Weitem nicht die einzigen
abgelehnten Projekte im
Landkreis. Auch beispielsweise Diekholzen ging leer aus,
wo man sich erhoffte, mit den
Mitteln den Großteil der mil-
lionenschweren Sanierung der
Steinberghalle zu stemmen
und auch die vergleichsweise
kleinere Sanierung des SVHildesia-Sportplatzes. Nun
erhielt keiner der beiden
Anträge den Zuschlag: Klar
ist das enttäuschend, kommentiert es Bürgermeister
Matthias
Bludau
(SPD),
eigentlich war zu erwarten,
dass wir zumindest das kleinere Projekt bekommen, wenn
das andere zu teuer ist.
Sowohl die Steinberghalle
als auch der Hildesia-Sportplatz sind mehrere Jahrzehnte
alt und in weiten Teilen marode. Während die Steinberghalle für bis zu 10 Millionen
Euro grundlegend umgemodelt und klimatechnisch auf
den neuesten Stand gebracht
werden sollte, stand beim
Sportplatz vor allem der
Untergrund im Visier: Dieser
ist von Maulwurfshügeln
durchzogen, die das Spielen
auf dem Platz gefährden.
Gänzlich aus eigener Tasche
könne die Gemeinde die Projekte nicht stemmen, Rat und
Verwaltung hatten auf die
Sportmilliarde gebaut. Bludau
hoffe daher ebenso wie sein
Amtskollege Senftleben auf
die zweite geplante Auflage
des Förderprojekts: Vielleicht
müssen wir die Anträge vorher noch abändern, die Projekte teils auch etwas kleiner
machen. Am Ende entscheide
darüber auch hier der
Gemeinderat, Zeit sei noch bis
zum Herbst dieses Jahres.mba
Das Freibad in Garmissen ist bei Förderanträgen
bereits zum dritten Mal abgeblitzt
Mehr Barrierefreiheit und eine PV-Anlage wollte die Gemeinde finanzieren Bürgermeister Fabian von Berg ist enttäuscht
GARMISSEN. Es heißt doch so
schön: Aller guten Dinge sind
drei. Für die Gemeinde Schellerten hat sich diese Weisheit
nicht bewahrheitet. Dreimal
stellte die Gemeinde Förderanträge, um das Freibad in
Garmissen ausbauen zu können. Für Schellerten kam in
dieser Woche nun die dritte
Absage.
Gemeindebürgermeister Fabian von Berg
(CDU) ist sehr enttäuscht.
Denn das Ziel war, das Bad
noch attraktiver zu machen.
Das Freibad in Garmissen
ist für viele Familien im
Sommer der Anlaufpunkt
überhaupt. Das Freibad am
Ortsrand ist idyllisch gelegen,
die Atmosphäre familiär. Für
die Gäste wollte die Gemeinde Schellerten das Bad noch
attraktiver machen. Geplant
war ein Wasserspielplatz für
die jüngsten Besucher und
Besucherinnen, eine Verlegung des Kleinkinderbeckens
aus dem Hochwassergebiet,
Sonnenliegen sollten installiert und das Durchschreitbecken entfernt werden, damit
das Bad barrierefrei ist.
Außerdem war geplant, einen
Lift zu kaufen, damit auch
Rollstuhlfahrer ins Schwimmbecken gelangen können. Der
Eingangsbereich sollte zudem
verschönert und das Bad mit
einer PV-Anlage energieautark werden. Mit 1,8 Millionen Euro Fördergeld wäre das
Programm umsetzbar gewesen.
Noch im Februar sollte
entschieden werden, welche
Antragsteller in den Genuss
der Bundesfördermittel kommen sollten. Da waren die
Anträge schon total überzeichnet, sagt von Berg. Es
gab also wesentlich mehr
Anträge, als Geld aus dem
Bundesprogramm Sanierung
kommunaler Sportstätten.
Letzte Woche dann, so von
Berg, bekam die Gemeinde
die Information, dass Garmissen leer ausgeht.
Die zügige Umsetzbarkeit
war eine Voraussetzung für
die Förderung und wir waren
baubereit, sagt von Berg.
Alles war geplant, die Saison
verkürzt, damit am 1. September die Bauarbeiten hätten beginnen können. Und
nun? Jetzt wird es darauf
hinauslaufen, dass nur die
notwendigen
Sanierungsarbeiten erledigt werden.
Dazu zählt unter anderem die
Erneuerung der Beckenköpfe.
Was nun im Freibad in
Angriff genommen wird,
muss die Politik entscheiden.
Im Verwaltungsausschuss
steht das Thema zur Beratung.
Die Gemeinde Schellerten
hatte für das kleine Dorfschwimmbad in den Jahren
2022, 2023 und 2026 Anträge
auf Förderung gestellt und
ging jedes Mal leer aus. Das
Bundesprogramm hat ein
Volumen von einer Milliarde
Euro. Über einen Zeitraum
von drei Jahren ab 2026 sind
je 333 Millionen Euro vorgesehen, die auf die Bundesländer verteilt werden.
am
Das Freibad in Garmissen ist bei Badegästen sehr beliebt. Mit Fördergeld vom Bund sollte es aufgewertet
werden.
FOTO: CHRISTIAN GOSSMANN (ARCHIV)
Landtag
entscheidet
über Petition
Innenministerium
soll Daten prüfen
KREIS HILDESHEIM. Die Petition
an den Niedersächsischen Landtag zum neuen Rettungsdienstbedarfsplan für den Kreis Hildesheim war zumindest teilweise
erfolgreich. Das Plenum des
Landtags hat am Mittwoch über
die Eingabe der AG Rettungsdienst entschieden und der
Landesregierung mehrere Aufgaben zugewiesen.
Die Arbeitsgemeinschaft kritisiert die Neufassung des Rettungsdienstbedarfsplans. Im
Kern befürchtet die AG, dass die
ohnehin schon schlechten Eintreffzeiten sich durch das vom 1.
Juli an geltende neue System
noch weiter verschlechtern. Weil
die Eingabe von mehr als 5000
Menschen unterzeichnet wurde,
musste sich der Landtag mit
dem Thema befassen. Dies
machten die Parlamentarier
zunächst in zwei Sitzungen des
Petitionsausschusses und nun
am Mittwoch abschließend im
Plenum.
Die rot-grüne Mehrheit
votierte dafür, das Innenministerium zu bitten, sich ein Jahr
nach Inkrafttreten des neuen
Bedarfsplans die Daten vorlegen
zu lassen, um die weitere Entwicklung zu bewerten. Außerdem soll das Ministerium über
den Hildesheimer Fall hinaus
prüfen, ob es bei der sogenannten Bedarfsverordnung Rettungsdienste Änderungsbedarf
gibt. Im Beschluss des Landtags
zu der Petition aus dem Kreis
Hildesheim heißt es aber auch,
die Neufassung des Rettungsdienstbedarfsplans sei derzeit
rechtlich nicht zu beanstanden.
Die Helmstedter CDU-Abgeordnete Veronika Bode wies in
der Landtagssitzung darauf hin,
dass das Gutachten, das Grundlage für den neuen Rettungsdienstbedarfsplan war, in der
ersten Fassung fehlerhaft war. Es
berücksichtigte nicht den Rettungsdienstbereich Delligsen
und die Schließung des Krankenhauses in Alfeld. Das wirft
erhebliche Zweifel an der
Grundlage der Entscheidung auf.
Das ist nicht akzeptabel. Sie
sprach sich für eine sofortige
Überprüfung des neuen Bedarfsplans aus. Handeln Sie doch
bitte jetzt im Sinne der Bürgerinnen und Bürger, forderte
Bode.
CDU und AfD hatten unabhängig voneinander einen weitergehenden Beschluss beantragt. Sie forderten, der Landtag
solle die Eingabe der Landesregierung zur Erwägung überweisen. Damit hätte die Landesregierung die Angelegenheit
noch einmal prüfen müssen und
dabei auch gegebenenfalls bisher nicht berücksichtigte Tatsachen oder Gesichtspunkte in ihre
Überlegungen einbeziehen müssen. Die Anträge der oppositionellen Fraktionen fanden aber
keine Mehrheit.
Die Braunschweiger SPD-Abgeordnete Julia Retzlaff wies die
Kritik der Opposition zurück. Das
Land sei in diesem Fall gar nicht
zuständig, da das Innenministerium lediglich die Rechtsaufsicht,
nicht aber die Fachaufsicht über
den Rettungsdienst habe. Die
Forderungen müssen Sie an den
Landkreis Hildesheim stellen,
sagte die Braunschweiger Parlamentarierin.
skn
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